FDP-Minister Bahr: Euro-Rebellen könnten Koalition sprengen

FDP-Minister Bahr: Euro-Rebellen könnten Koalition sprengen

, aktualisiert 09. Dezember 2011, 10:10 Uhr
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Daniel Bahr (FDP) fürchtet ein Ende der Koalition.

Quelle:Handelsblatt Online

Noch ist die Euro-Abstimmung in der FDP nicht gelaufen. Doch die Parteispitze stellt bereist auf das Schlimmste ein. Setzen sich die Euro-Kritiker durch, könnte die Koalition am Ende sein, meint FDP-Minister Bahr.

BerlinBundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) rechnet mit einem Ende der schwarz-gelben Koalition, sollten sich die Gegner des Euro-Rettungsschirms beim FDP-Mitgliederentscheid durchsetzen. „Wenn es zur Abstimmung über den ESM kommt und wir einen gültigen Beschluss unserer Basis dagegen haben, dann hat die FDP ein Problem“, sagte das Präsidiumsmitglied der Liberalen der Zeitung „Die Welt“. „Ich kann mir nicht vorstellen, wie die Koalition dann weiterarbeiten kann.“

Werde das Quorum von 21.000 Mitgliedern nicht erreicht, seien allerdings die Initiatoren des Mitgliederentscheids um den FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler gescheitert, fügte Bahr hinzu. Die Beschlusslage der Partei bliebe bestehen. Noch bis zum kommenden Dienstag können FDP-Mitglieder ihre Stimmen abgeben.

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Schäffler werde unterstützt von Kräften, die aus der FDP eine andere Partei machen wollten, warnte der nordrhein-westfälische FDP-Landesvorsitzende. „Das sind libertäre und nationalistische Kräfte.“ In sozialen Netzwerken wie Facebook „agitieren diese Leute in einer unerträglichen Weise über die Gefahr einer EUdSSR, sie fordern Wahlbeobachter bei der FDP - als wären wir Autokraten“, so Bahr. „Ich habe Frank Schäffler wiederholt aufgefordert, sich davon öffentlich abzugrenzen. Das hat er nicht getan.“

Die FDP dürfe nicht zu einer libertären Partei werden, appellierte der Minister. „Die FDP steht eben gerade nicht für den reinen Kapitalismus, sondern für die soziale Marktwirtschaft. Eine libertäre FDP würde ihren Gestaltungsanspruch aufgeben, es gäbe für sie keinen Koalitionspartner mehr. Sie könnte die schönsten theoretischen Positionen einnehmen - und dann den linken Parteien beim Marsch in den Schuldenstaat nur noch zuschauen.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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