FDP: Widerstand gegen Schlecker-Hilfe

FDP: Widerstand gegen Schlecker-Hilfe

Quelle:Handelsblatt Online

Die Schlecker-Pleite bedeutet für viele Mitarbeiter den Gang in die Arbeitslosigkeit. Mit staatlicher Hilfe soll das verhindert werden. Die Initiative stößt auf massiven Widerstand in Berlin.

In den Koalitionsfraktionen regt sich massiver Widerstand gegen die Pläne einzelner Bundesländer einen Kredit, der über die staatliche Förderbank KfW an die insolvente Drogeriekette Schlecker fließen soll, über Bürgschaften abzusichern. Hintergrund ist, auf diese Weise die von der Entlassung bedrohten Mitarbeiter in einer Transfergesellschaft aufzufangen. „Ein staatliches Eingreifen bei Schlecker ist absolut schädlich, weil es das Vertrauen in unsere marktwirtschaftliche Ordnung zerstört“, sagte FDP-Fraktionsvize Martin Lindner Handelsblatt Online. „Wir hatten im letzten Jahr über 30.000 Firmeninsolvenzen, da kam auch kein Schmalspur-Populist, wie der der baden-württembergische Wirtschaftsminister Schmid.“ Wenn ein Unternehmen wie Schlecker ein schlechtes Konzept habe, dann scheitere es. „Darauf jetzt mit einer staatlich finanzierten Auffanggesellschaft zu reagieren ist keinem Bürger vermittelbar und unfair, weil bei den vielen Mitarbeitern bei kleinen und mittleren Betrieben der Staat nie hilft.“

Schlecker-Frau besser als Lidl-Verkäuferin?

Anzeige

Ähnlich äußerte sich Lindners Parteifreund, Fraktionsvize Volker Wissing. „Die Bundesländer sind dabei, Arbeitslose erster und zweiter Klasse und damit ein großes Gerechtigkeitsproblem zu schaffen“, sagte Wissing Handelsblatt Online. Während der einzelne Arbeitslose an die Bundesagentur für Arbeit verwiesen werde und Arbeitslosengeld beantragen müsse, erhielten Betroffene von spektakulären Firmenpleiten Sonderkonditionen. „Diese Sonderbehandlung ist gegenüber normalen Bürgerinnen und Bürgern, die ihre Arbeit verlieren, kaum zu vertreten“, betonte Wissing und fügte hinzu: „Warum wird die Schleckerfrau besser gestellt, als die entlassene Lidl-Verkäuferin?“

Schlecker Erste Mitarbeiter entlassen

Die Betriebsräte von Schlecker haben Kündigungslisten mit 11.000 Mitarbeitern erhalten. Außerdem wurde die Liste der Filialen, die geschlossen werden sollen, überarbeitet. Wie es jetzt weitergeht.

huGO-BildID: 25582823 Ein Rabattschild hängt am Donnerstag (15.03.2012) in Duisburg im Fenster eines Schlecker Drogeriemarktes, der auf der Schließliste steht. Schlecker hat am 14.03.2012 die Liste der Filialen veröffentlicht, die voraussichtlich geschlossen werden. Foto: Caroline Seidel dpa/lnw +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

„Ich bin absolut gegen Staatshilfen für Schlecker“, sagte auch der Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Steffel. Selbstverständlich müssten die von Arbeitslosigkeit bedrohten Mitarbeiter gegebenenfalls auch mit staatlichen Mitteln umgeschult und weitergebildet werden. „Aber das Ziel muss hierbei die zügige und dauerhafte Integration in den ersten Arbeitsmarkt sein“, sagte das Mitglied im Bundestags-Finanzausschuss. Vertreter der Bundesländer wollten heute den Weg für eine Auffanggesellschaft für mehr als 10.0000 Beschäftigte der insolventen Drogeriekette Schlecker frei machen. Unter dem Vorsitz des baden-württembergischen Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid sollte über die Finanzierung einer Transfergesellschaft beraten werden. „Ich bin verhalten optimistisch“, sagte Schmid vor Beginn des Gesprächs. Eine rasche Einigung sei nötig, damit die von der Entlassung bedrohten Mitarbeiter in einer Transfergesellschaft aufgefangen werden können. Er wolle auch noch einmal mit dem Bund darüber reden, ob der sich nicht doch noch stärker engagieren könnte als lediglich technische Hilfe zu geben.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%