Finanzbetrug: Steuer-CD-Kauf löst bundesweit Razzien aus

Finanzbetrug: Steuer-CD-Kauf löst bundesweit Razzien aus

Tausende Bankkunden sollen betroffen sein, viele haben Geld auf Schweizer Konten geparkt. Nun müssen sie wegen der Auswertung einer neuen Steuer-CD zittern. Die Daten sollen eine halbe Milliarde Euro einspielen.

Mit rund 200 Hausdurchsuchungen in ganz Deutschland sind Fahnder am Dienstag gegen mutmaßliche Steuerbetrüger vorgegangen. Auslöser waren Daten auf einer neuen Steuer-CD, die vom Land Rheinland-Pfalz gekauft wurde. Sie toppt anscheinend alle Vorgänger. Experten gingen davon aus, dass sein Land den bislang werthaltigsten Datenträger dieser Art erworben habe, sagte der Mainzer Finanzminister Carsten Kühl (SPD).
Rheinland-Pfalz habe die CD mit rund 40 000 Datensätzen für 4,4 Millionen Euro gekauft. In Zukunft werde es „an der einen oder anderen Stelle“ noch weitere Razzien geben. Erwartet würden Gesamteinnahmen von einer halben Milliarde Euro. Der Datenträger liste Informationen von mehreren tausend Bürgern in Deutschland auf. In den vergangenen Jahren hatte vor allem Nordrhein-Westfalen Steuerdaten-CDs gekauft.

Steuersünder-Dateien in der Hand deutscher Ermittler

  • Januar 2006

    Ein ehemaliger Mitarbeiter der Liechtensteiner Bank LGT bietet dem Bundesnachrichtendienst brisante Bankdaten zum Kauf an. Später erhält er zwischen vier und fünf Millionen Euro. Rund 800 wohlhabende Deutsche geraten unter Verdacht. Bis Februar 2010 fließen fast 200 Millionen Euro Straf- und Nachzahlungen an den Staat.

  • März 2010

    Nach dem Kauf von Steuersünder-Daten über Kunden und Mitarbeiter der Schweizer Bank Credit Suisse leitet die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft mehr als 1000 Ermittlungsverfahren ein. Das Anlagevermögen soll 1,2 Milliarden Euro betragen. Für die Daten sollen die Finanzbehörden in Nordrhein-Westfalen mehr als 2,5 Millionen Euro gezahlt haben. Sie bringen dem deutschen Fiskus nach Einschätzung der Steuergewerkschaft bis zu 900 Millionen Euro.

  • Juni 2010

    Es wird bekannt, dass der Bund und Niedersachsen gemeinsam Daten mutmaßlicher deutscher Steuerbetrüger in der Schweiz gekauft haben. Für 185 000 Euro erhalten sie rund 20 000 Datensätze. Die Steuergewerkschaft rechnet damit, dass der deutsche Fiskus 500 Millionen Euro einnimmt.

  • Oktober 2010

    Nordrhein-Westfalen kauft für 1,4 Millionen Euro Daten der Schweizer Bank Julius Bär. Sie enthält Angaben über Deutsche, die ihre Steuerpflicht umgehen. Es folgen zahlreiche Ermittlungen und Selbstanzeigen. Im April 2011 zahlt Julius Bär 50 Millionen Euro, damit die deutschen Behörden ihre Ermittlungen gegen die Bank und ihre Mitarbeiter einstellen.

  • Oktober 2011

    Nordrhein-westfälische Finanzbehörden kaufen Bankdaten von rund 3000 mutmaßlichen Steuersündern. Auf dem Datenträger befinden sich Medienberichten zufolge Informationen über deutsche Kunden einer Tochter der britischen HSBC in Luxemburg.

  • Juli 2012

    Nordrhein-Westfalen soll nach Angaben von „Spiegel“ und „Financial Times Deutschland“ zunächst für 3,5 Millionen Euro Namen und Konten von 1000 deutschen Kunden der Privatbank Coutts in Zürich. erworben haben.

  • August 2012

    Nordrhein-Westfalen kauft zwei CDs, berichten Medien. Die Datenträger sollen überwiegend deutsche Steuersünder bei der Schweizer Großbank UBS belasten - angeblich auch das Institut selbst. Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft Bochum ermittelt wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung gegen Anleger. In den folgenden Wochen melden die Behörden in mehreren Bundesländern vermehrt Selbstanzeigen reuiger Steuerbetrüger.


Bei den Hausdurchsuchungen am Dienstag waren nach Angaben der federführenden Staatsanwaltschaft Koblenz bundesweit etwa 400 Steuerfahnder im Einsatz. Welche Länder im Einzelnen betroffen waren, teilte die Behörde nicht mit.

Anzeige

Wegen des Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung leitete sie Ermittlungen gegen Mitarbeiter von Schweizer Banken ein. Dabei handele es sich um die Credit Suisse, die mit ihr inzwischen fusionierte Clariden Leu und die Neue Aargauer Bank. Zur Zahl dieser Verdächtigen machte die Staatsanwaltschaft Koblenz keine Angaben.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%