8. Anything goes geht doch nicht
Die Multioptionsgesellschaft der individualisierten Verantwortungslosigkeit stößt an Grenzen. Konservativere Anlageformen, Sparen statt besinnungsloses Konsumieren, Nachhaltigkeit als Verhaltens-prinzip, vielleicht sogar wieder mehr Familie und Beständigkeit geben Halt. Wann schlägt dieser Wert-Konservatismus in einen Struktur-Konservatismus um?
9. Die USA bleiben mächtig
Man hört die Freudenseufzer der Linken und mancher Ganz-Rechter darüber, dass die USA endlich! endlich! ihre wirtschaftliche und politische Vormachtstellung verlieren. Die Signale des Geldes weisen in eine andere Richtung – Kapital fließt Richtung USA; der Dollar steigt.
Die Selbstheilungskräfte der USA werden höher eingeschätzt als die europäische Industrie- und Sozialpolitik. Die vermutete tektonische Machtverschiebung hin zu Russland, China oder Arabien fällt aus. Diese Länder haben Guthaben angehäuft, die gerade entwertet werden.
Die Innovationsfähigkeit und Anpassungsgeschwindigkeit offener Gesellschaften werden sich im Umgang mit der Finanzkrise bewähren. Nach der Verstaatlichung werden die angelsächsischen Länder eher früher als später wieder zur Liberalisierung zurückfinden, da sie pragmatisch statt ideologisch entscheiden. Deutschland wird sehr viel länger brauchen und Frankreich zurückbleiben.
10. Kapitalismus erfindet sich neu
Das ist es ja, was seine Gegner nicht wahrhaben wollen: dass der Kapitalismus wie jedes lebende System sich wandeln, anpassen, verändern kann – und das, weil er nicht zentral gesteuert ist, sondern alle ständig suchen, finden, sich selbst zerstören und neu erfinden. Joseph Schumpeters Prognose von der Kraft der schöpferischen Zerstörung wird sich erneut bestätigen.














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Alle Kommentare lesen30.05.2009, 03:41 UhrAnonymer Benutzer: George D.
ich stimme mit der Meinung das der inovator eine Schlüsselfigur in der vergangen Entwicklung gespielt hat und in der zukünftigen Entwicklung spielen wird überein.
ich teile allerdings nicht ihre Meinung das man es diesen Kapitalströmen die sie beschreiben noch leichter machen muss. Verstaatlichung ist natürlich nur eine Lösung wenn die Leute die für den Staat arbeiten klüger und geschickter agieren als es nicht-staatliche Verwalter tun.
Aber ich bin mir völlig sicher das das fehlende soziale Denken der Vergangenheit einen überaus wichtigen Anteil an der jetzigen Situation hat. Denn nicht zuletzt hat der fortlaufene Export von Produktionsstätten die west-europäischen Ökonomien ausgeblutet. Die fehlenden sozialen und umweltpolitisch korrekten Verhaltensweisen der sowie teil-staatlichen als auch der privaten Organisationen die z.b. die Produktion in China bestimmen, haben doch erst die extreme Preisdrückerei auf dem Produktmarkt möglich gemacht. Den Finanzfluss dem Produktfluss überzuorden, ist meiner Meinung nach einer der grössten irrtümer der vergangen zwei Jahrzehnte.
Sicher ein Thema über das man im Augenblick nicht genug diskutieren kann.
MfG
25.03.2009, 22:08 UhrAnonymer Benutzer: Norbert N
Die lieben Wirtschafts- und bankenvertreter lagen den Politikern jahrelang in den Ohren mit Deregulierung, Wachstum, freien Märkten, angebotsorientierter Politik etc etc. Über die Jahre haben mehr und mehr Großkonzerne und banken das Ruder übernommen. Demokratischen Strukturen und Volkes Wille wurden immer weiter zurückgedrängt. banken und Großkonzerne haben seit langem das Ruder fest in der Hand. Ebenso ihre hauseigenen Hetzblätter wie die Wirtschaftswoche die diesen blanken Unsinn vom ewig möglichen Wachstum verbreiten dürfen. Das dafür notwendige exponentielle wirtschaftliche Wachstum heißt in der Natur Krebs. Ergebnis von allem: Ein ökologisches, wirtschaftliches und gesellschaftliche Desaster wird über uns alle hinwegfegen. Das Gute daran ist, daß nach dieser Zäsur Zeitungen wie die Wirtschaftswoche und die ewig nervigen eingeblendeten börsenkurse für immer verschwunden sind. Wenn ich die Wahl hätte, ob nun die unterbezahlte Krankenschwester, der Polizist oder die Reinigungskraft die noch zusätzlich zum Lebensunterhalt Hartz 4 beantragen muß, tot umfallen soll, oder der Unternehmensberater, der Finanzanalyst oder der hohle Schreiberling der Wirtschaftswoche, wen würde wohl die Allgemeinheit letztendlich für wichtiger erachten. Dreimal dürfen sie raten... Ganz sicher nicht wirtschaftsdebile Schwachköpfe, die sich obendrein noch als Experten und Eliten ausgeben. in Wahrheit sind sie anscheinend im Kohlenkessel ohne jegliche Moral und noch wichtiger frei von jedem Mitgefühl erzogen worden. Genau dies hat uns schon in den Holocaust geführt. Soll der Mensch nicht als die Art in der Geschichte eingehen, die am schnellsten auf Mutters Erde verschwand, ist ihm zu empfehlen die Wirtschafstwoche schleunigst aus der Hand zu legen.
25.03.2009, 22:07 UhrAnonymer Benutzer: Norbert N.
Selbstverständlich waren es wieder die bösen Politiker. Seit knapp 40 Jahren, herrscht ein ökonomiefaschistischer Zeitgeist, der u.a. von Zeitungen wie der Wirtschaftswoche, Springerpresse und sonstigen hirnlosen Räuberblättern befördert wurde. Die Dinge sind volkswirtschaftlich sehr einfach zu erklären. Damit sich das Kapital von habgierigen Eliten oder das was sich dafür hält, per Zins unbegrenzt und ohne Arbeit vermehren kann, braucht es auf der anderen Seite erst mal Schuldner. Durch Ausbeutung und manischen Renditeansprüchen der banken und Großkonzerne gibt es Liquidität ohne Ende, die aber inzwischen keine geeigneten Schulder mehr findet. Was macht man also? Man bedient sich des Staates, der ist ja schließlich der beste bürge. Deshalb heißen wir auch alle Staatsbürger. Obendrein eignet sich der Staat auch noch als idealer Sündenbock.