Finanzkrise: Sarrazin: „Autoindustrie bekommt den Tsunami frontal ab“

Finanzkrise: Sarrazin: „Autoindustrie bekommt den Tsunami frontal ab“

Die deutsche Autoindustrie ist falsch aufgestellt und wird die globale Krise dramatisch spüren, urteilt Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin. Die Abwrackprämie des Bundes hält er für schädlich.

"Unsere Autoindustrie bekommt den Tsunami frontal ab“, sagt Sarrazin im Interview mit der WirtschaftsWoche. Der deutsche Automarkt sei "nämlich durch einen irrationalen Überschwang gekennzeichnet“. Nach Sarrazins Rechnung wurden allein im vergangenen Jahr 800.000 Autos "mehr als nötig“ gekauft: "Wir haben in Deutschland 38 Millionen Autos. Deren Durchschnittsalter beträgt neun Jahre. Um den Stand zu halten, brauchen wir jährlich 2,3 Millionen Neuwagen. Tatsächlich haben die Deutschen im abgelaufenen Jahr 3,1 Millionen Fahrzeuge gekauft.“

Inzwischen würden die Bürger aber merken, dass sie weniger Autos und weniger Auto brauchen. Sarrazin: "Das ist blöd für die Autounternehmen und die Beschäftigten dort. Aber es ist gut für Verkehr und Umwelt.“  Weniger Auto heißt dabei für Sarrazin, dass in Zukunft vorwiegend Autos gekauft werden, „die den reinen Transportbedarf decken“ und entsprechend nicht mehr kosten als 10 000 bis 15 000 Euro. "Alles darüber ist irrational. Und in schlechten Zeiten werden die Menschen rationaler.“ Die Abwrackprämie sei entsprechend der falsche Weg aus der Krise. Im Gegenteil schade sie sogar deutschen Autoherstellern. Sarrazin: "Weil die Leute in dieser Krisenzeit umso mehr kleine Wagen aus dem Ausland kaufen und damit die Nachfrage nach deutschen Luxusautos in den Folgejahren umso geringer ausfällt.“

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