Finanzkrise: Wirtschaftsminister Glos sieht keine Gefahr für Aufschwung

Finanzkrise: Wirtschaftsminister Glos sieht keine Gefahr für Aufschwung

Bild vergrößern

Wirtschaftsminister Michael Glos sieht keine Gefahr für Aufschwung durch die Finanzkrise.

Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sieht den Aufschwung in Deutschland durch die internationale Finanzkrise nicht bedroht. Einen Eingriff des Staates in der Finanzkrise, wie ihn Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ins Gespräch gebracht hatte, lehnte Glos ab.

 „Da unsere Wirtschaft durch gemeinsame Anstrengungen von Unternehmen, Beschäftigten und Politik in den letzten Jahren gesundet ist, sehe ich nicht die Gefahr eines Abschwungs“, sagte Glos der „Bild“-Zeitung. 

Allerdings hätten sich durch die Krise und den Anstieg der Rohölpreise die Risiken „spürbar erhöht“, sagte Glos. „Diese dürften die konjunkturelle Dynamik in Deutschland dämpfen.“ Die Bundesregierung müsse nun Kurs halten, mahnte Glos.„Das heißt: Keine neuen Belastungen für die Wirtschaft und die Steuer- und Abgabenzahler.“

Anzeige

Stattdessen müsse es das Ziel sein, die Steuern so bald wie möglich weiter zu senken.Über mögliche Auswirkungen der Finanzkrise für den Bundeshaushalt sowie Wachstums- und Beschäftigungseinbußen könne man derzeit nur mutmaßen, fügte Glos hinzu.

Einen Eingriff des Staates in der Finanzkrise, wie ihn Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ins Gespräch gebracht hatte, lehnte Glos ab. „Für die Folgen unverantwortlicher Spekulationen müssen in erster Linie die Finanzmarktakteure gerade stehen, nicht die Steuerzahler“, sagte Glos.

„Es kann nicht sein, dass die Banken in guten Zeiten ordentliche Gewinne einstreichen und bei Missmanagement die Verluste sozialisieren wollen. So funktioniert Marktwirtschaft nicht“, sagte Glos.

Ackermann relativierte inzwischen seine Äußerungen, wonach die Selbstheilungskräfte des Marktes allein nicht mehr ausreichten, um die Finanzmarktkrise einzudämmen. „Ich habe nicht die geringsten Zweifel an der Stabilität des amerikanischen und des internationalen Bankensystems“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Ackermann äußerte Bedauern darüber, dass aufgrund seiner Bemerkungen eine „Systemdiskussion zur Rolle des Staates“ geführt werde. „Es geht nicht um den Ruf nach dem Staat und die Rettung von Investoren“, fügte er hinzu. Mit seinen Äußerungen habe er sich auf die Stabilisierung des amerikanischen Immobilienmarktes bezogen.

In der Debatte um Konsequenzen aus der Finanzmarktkrise mahnen die deutschen Privatbanken zu Besonnenheit.

Überlegungen zu Änderungen im Regelwerk für Kreditinstitute seien zwar sinnvoll, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Manfred Weber, dem Handelsblatt. „Ich warne aber vor Schnellschüssen oder nationalen Alleingängen.“

Webers Worten zufolge liegt die Verantwortung für die Krise in erster Linie bei den einzelnen Finanzmarktakteuren. „Wir rufen hier nicht nach dem Staat, der jetzt helfen soll“, betonte er. Eine Beinahepleite vom Ausmaß der der US-Investmentbank Bear Stearns sei in Deutschland „nicht ansatzweise“ zu erkennen. Die wirtschaftliche Dynamik in Europa halte trotz der Finanzmarktkrise an, werde allerdings etwas gedämpfter ausfallen. „Wir gehen heute von 1,6 Prozent Wachstum für den Euroraum aus“, sagte er.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%