Finanzmarktkontrolle : Das Bewerbungsschreiben von Peer Steinbrück

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Finanzmarktkontrolle : Das Bewerbungsschreiben von Peer Steinbrück

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Wieder im Gespräch. Mit Banken-Bashing versucht Peer Steinbrück die Gunst der Wähler zu erlangen

von Cornelia Schmergal

Mit seinem Bankenpapier manifestiert Peer Steinbrück seinen Anspruch auf die Kanzlerkandidatur.

Wenn ein einfacher Parlamentarier ein Thesenpapier geschrieben hat, dann interessiert das normalerweise so sehr als ob in China ein Sack Reis umfiele. Wenn allerdings der einfache Abgeordnete Peer Steinbrück in der SPD-Fraktion ein Papier zur Finanzmarktkontrolle vorstellt, dann prägt er die Nachrichtenlage über Tage. Seine Bankenkritik ist auch ein Bewerbungsschreiben, eine Referenz in eigener Sache. Im Stellenangebot: Die Kanzlerkandidatur.

Auftritt für den Mann ohne Amt

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Der Ex-Bundesfinanzminister und Ministerpräsident a.D. hat ein 25-seitiges Dokument geschrieben. Den Auftrag dazu gab ihm die eigene Fraktion. Deren Vorsitzender Frank-Walter Steinmeier selbst – seines Zeichens Wettbewerber in der K-Frage - hat Steinbrück damit betraut und ihm dafür Mitarbeiter und Expertise zur Verfügung gestellt. Dabei ging es vor allem darum, dem Mann ohne Amt wieder einen Auftritt zu verschaffen. Alternativ wäre es auch leicht möglich gewesen, die Finanzmarktregulierung als eigenes, ausführliches Kapitel in das Zukunftskonzept aufzunehmen, das die SPD-Fraktion erst vor zehn Tagen in Berlin vorgestellt hat. Aber das hätte weniger Aufmerksamkeit verheißen. Vor allem für Steinbrück.

Banken-Bashing bringt Wähler

Was der SPD-Politiker nun vorstellt, passt gut zur öffentlichen Stimmungslage. Bis weit in die gesellschaftliche Mitte und die Wirtschaft hat sich der Wunsch ausgebreitet, die Verursacher der Krise künftig an den Kosten ihrer Bekämpfung zu beteiligen. Oder im besten Fall gleich ganz dafür zu sorgen, dass Auswüchse nicht mehr entstehen. Was überzeugend klingt, wenn es gelänge. Allerdings werden die Banken den Eindruck nicht ganz los, der SPD ginge es vor allem darum, ein packendes Wahlkampfthema zu finden. Und Banken-Bashing eignet sich da derzeit ganz vorzüglich, wenn man Meinungsforscher fragt. Oder die Parteilinke. Taktisch zielt Steinbrück mit seinem Papier auch darauf ab, den linken Parteiflügel etwas für sich zu erwärmen, der bislang mit ihm hadert. In Sachen Sozialpolitik wird sich der Agenda-Verfechter mit ihm nie einig sein. Da bietet sich schon eher die Finanzmarktregulierung an.

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