Finanzministerium: Mehr Steuern für Bund und Länder

ThemaSteuern

Finanzministerium: Mehr Steuern für Bund und Länder

Quelle:Handelsblatt Online

Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt und üppige Mehreinahmen aus der Kfz-Steuer spülen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble deutlich mehr Geld in die Kasse. Dennoch liegen die Zuflüsse hinter den Erwartungen.

Bund und Länder haben im Juli trotz des Konjunktureinbruchs im Frühjahr deutlich höhere Steuereinnahmen verzeichnet als vor einem Jahr. Demnach nahmen sie 45,4 Milliarden Euro und damit 3,3 Prozent mehr ein, wie das Bundesfinanzministerium in seinem aktuellen Monatsbericht mitteilte.

Vor allem die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt sorgte für üppige Zahlungen. So brachte die Lohnsteuer 14,8 Milliarden Euro und damit 7,3 Prozent mehr ein. Die Umsatzsteuern legten um 3,9 Prozent zu und spülten 16,3 Milliarden Euro in die Kassen.

Anzeige

Jährliche Einnahmen der öffentlichen Hand aus Steuern, Abgaben und Sozialversicherungsbeiträgen

  • Gesamtsumme

    1.090.424 Millionen Euro

    Quellen: BMF, BDEW, BMAS, Destatis, GEZ-Geschäftsbericht, Deutsche Bischofskonferenz

  • Einkauf und Freizeit

    Umsatzsteuer: 198.200 Millionen Euro

    Tabaksteuer: 13.900 Millionen Euro

    Rundfunkbeitrag: 7500 Millionen Euro

    Branntweinsteuer: 2100 Millionen Euro

    Rennwett- und Lotteriesteuer: 1600 Millionen Euro

    Kaffeesteuer: 1000 Millionen Euro

    Biersteuer: 665 Millionen Euro

    Vergnügungsteuer: 617 Millionen Euro

    Schaumweinsteuer: 460 Millionen Euro

    Hundesteuer: 288 Millionen Euro

    Zweckgebundene Kommunalabgaben: 216 Millionen Euro

    Spielbankenabgabe: 22 Millionen Euro

    Zwischenerzeugnissteuer: 14 Millionen Euro

    Jagd- und Fischereisteuer: 13 Millionen Euro

    Fremdenverkehrsabgabe: 8 Millionen Euro

    Alkopopsteuer: 1 Million Euro

    Schankerlaubnissteuer*: 0,35 Millionen Euro

    Getränkesteuer**: 0,016 Millionen Euro

    * in Hessen und Rheinland-Pfalz

    ** in Hessen; alle Zahlen gerundet; jeweils aktuellster verfügbarer Wert; hinzu kommen noch diverse sonstige Steuern in einzelnen Kommunen wie etwa die „Hotelbettensteuer“ oder die „Rotlichtsteuer“;

  • Haus und Wohnen

    Grundsteuer: 12.200 Millionen Euro

    Grunderwerbsteuer: 8300 Millionen Euro

    Feuerschutzsteuer: 382 Millionen Euro

    Zweitwohnungsteuer: 108 Millionen Euro

  • Arbeitnehmer und Arbeitgeber

    Lohn- undEinkommensteuer: 213.400 Millionen Euro

    Gewerbesteuer:43.200 Millionen Euro

    Körperschaftsteuer:18.900 Millionen Euro

    Solidaritätszuschlag:14.000 Millionen Euro

    Kirchensteuer: 10.000Millionen Euro

  • Vermögen und Versicherung

    Versicherungsteuer: 11.400 Millionen Euro

    Abgeltungsteuer: 8400 Millionen Euro

    Erbschaftsteuer: 4200 Millionen Euro

  • Sozialversicherungen

    Beiträge Rentenversicherung: 192.000 Millionen Euro

    Beiträge Krankenversicherung: 176.000 Millionen Euro

    Beiträge Arbeitslosenversicherung: 26.600 Millionen Euro

    Beiträge Pflegeversicherung: 23.000 Millionen Euro

  • Energie und Verkehr

    Energiesteuer: 39.500 Millionen Euro

    EEG-Umlage: 20.400 Millionen Euro

    Kfz-Steuer: 8500 Millionen Euro

    Stromsteuer: 7000 Millionen Euro

    Konzessionsabgabe: 2200 Millionen Euro

    Kernbrennstoffsteuer: 1400 Millionen Euro

    Luftverkehrsteuer: 960 Millionen Euro

    Offshore-Haftungsumlage: 850 Millionen Euro

    Netzumlage (Strom): 810 Millionen Euro

    Aufschlag Kraft-Wärme-Kopplung: 410 Millionen Euro

Ebenfalls gestiegen sind die Zuflüsse aus der Kraftfahrzeugsteuer, teilte das Bundesfinanzministerium mit. Gegenüber dem Vorjahresmonat nahm der Fiskus hier 9,2 Prozent mehr ein. Damit konnten die Einbußen für den Fiskus nach der Übernahme der Verwaltung der Kfz-Steuer durch den Zoll nahezu wettmachen. In den ersten sieben Monaten des Jahres lag das Aufkommen bei der Kfz-Steuer mit rund 5,22 Milliarden Euro um 2,6 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresniveau.

Eckdaten des Bundeshaushalts 2014 bis 2018

  • Bundeshaushalt 2014

    Geplant sind Ausgaben von 296,5 Milliarden. Die Steuereinnahmen werden mit 268,2 Milliarden Euro veranschlagt. Zur Deckung der Lücke zwischen den gesamten Einnahmen und Ausgaben werden 6,5 Milliarden Euro neue Schulden gemacht. Rechnet man Konjunktureffekte heraus, weist das Budget einen "strukturellen" Überschuss von 0,05 Prozent der Wirtschaftskraft aus.

  • Bundeshaushalt 2015

    Geplant sind Ausgaben von 299,5 Milliarden. Die Steuereinnahmen werden mit 278,5 Milliarden Euro veranschlagt. Erstmals seit 1969 muss der Bund keine neuen Schulden aufnehmen.

  • Planung bis 2018

    Auch in den kommenden Jahren will die Koalition ohne neue Kredite auskommen. Die Ausgaben steigen bis 2018 auf 329,3 Milliarden Euro. Die Steuereinnahmen dürften dann bei 311,8 Milliarden Euro liegen.

  • Investitionen

    Die Investitionsquote sinkt in der mittelfristigen Finanzplanung weiter. Dieses Jahr sind 25,5 Milliarden Euro geplant. Gegen Ende des Finanzplans stagnieren sie zwischen 27 und 28 Milliarden Euro. Gemessen am wachsenden Ausgabenrahmen sinkt damit der Anteil der Investitionen im Haushalt.

  • Soziales und Bildung

    Für Rentenkassen, Gesundheitssystem und Familienleistungen ist 2015 ein Anstieg auf gut 153 Milliarden Euro geplant, bis 2018 sollen es fast 172,3 Milliarden sein. Für Bildung, Wissenschaft und Forschung stehen 2015 insgesamt fast 21,3 Milliarden Euro bereit, 2018 sollen es fast 24 Milliarden Euro sein.

  • Handschrift der Koalition

    Überschüsse sind in der aktuellen Finanzplanung nicht vorgesehen. Die in den vergangenen Jahrzehnten aufgelaufenen Bundesschulden von rund 1300 Milliarden Euro werden sozusagen eingefroren. Weil zugleich das Bruttoinlandsprodukt steigt, geht die Schuldenquote gemessen an der Wirtschaftskraft aber zurück – von 76 Prozent 2014 auf unter 70 Prozent bis Ende 2017. Für Zinsen auf die Altschulden sind 2014 und 2015 rund 27 Milliarden Euro fällig. Das ist der zweitgrößte Etatposten. Am meisten Geld fließt ins Sozialsystem, vor allem in die Rente.

  • Entlastung von Ländern und Gemeinden

    Der Bund will Länder und Gemeinden etwa bei der Bildung und der Kinderbetreuung um sechs Milliarden Euro entlasten. So übernimmt er ab 2015 alleine die Finanzierung der Ausbildungsförderung für Schüler und Studenten (Bafög). Zudem sollen in dieser Legislaturperiode zusätzlich fünf Milliarden Euro in die öffentliche Verkehrsinfrastruktur fließen und somit Straßen, Brücken und Schienen saniert werden.

Im zweiten Quartal lag die Wirtschaftsleistung Deutschlands um 0,2 Prozent unter dem Ergebnis des 1. Vierteljahres. Grund für den Rückgang seien neben einer schwächeren wirtschaftlichen Entwicklung im Eurogebiet „vermutlich auch konjunkturelle Bremsspuren im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise“, heißt es weiter. Dies dürfte sowohl auf direkte Wirkungen der Sanktionen gegen Russland als auch auf Verunsicherungen der Marktakteure zurückzuführen sein.

Sollte sich die Krise in der Ukraine nicht weiter verschärfen und keine weiteren gravierenden Sanktionsstufen gegen Russland folgen erwarten die Haushaltsexperten, dass die gegenwärtige Schwäche nur vorübergehend ist. An den Fundamentaldaten wie der guten Gewinnsituation der Unternehmen und den günstigen Finanzierungsmöglichkeiten habe sich nichts geändert.

Weitere Artikel

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt werteten die Beamten des Finanzministeriums weiterhin als entspannt.

Insgesamt nahm das Steueraufkommen in den ersten sieben Monaten des Jahres um 2,6 Prozent auf insgesamt fast 330 Milliarden Euro zu. Das Plus liegt damit jedoch unter dem bisher für das Gesamtjahr 2014 geschätzten Zuwachs von 3,4 Prozent. Weniger Wirtschaftswachstum schlägt sich in der Regel mit einiger Verzögerung bei den Steuereinnahmen nieder.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%