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Finanzwissenschaftler van Suntum: Bad Bank: "Risiken für Steuerzahler unkalkulierbar"

von Andreas Grosse-Halbuer

Der Vorschlag ist nicht zu Ende gedacht, meint Finanzwissenschaftler Ulrich van Suntum. Im Interview erklärt er, warum eine Bad Bank das eigentliche Problem nicht löst.

Ulrich van Suntum, Professor für Volkswirtschaftlehre und Leiter des Centrum für angewandte Wirtschaftsforschung der Uni Münster
Ulrich van Suntum, Professor für Volkswirtschaftlehre und Leiter des Centrum für angewandte Wirtschaftsforschung der Uni Münster

WirtschaftsWoche: Herr van Suntum, die Regierung möchte die Banken von risikobehafteten Wertpapieren befreien. Müssen die Steuerzahler schon wieder für die Zockerei der Banker geradestehen?

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Van Suntum: Das ist zu befürchten. Details der Regierungspläne sind zwar noch nicht bekannt. Dennoch zeichnet sich ab: Das eigentliche Problem ist nicht gelöst, und die Risiken für den Steuerzahler sind unkalkulierbar.

Warum? Die Banken dürfen ihre toxischen Papiere abgeben und bekommen dafür Schuldtitel. Irgendwann werden diese Titel fällig. Was passiert aber, wenn die toxischen Papiere bis dahin nicht den Wert der Schuldtitel erreicht haben? Das ist ein erhebliches Risiko für den Steuerzahler. Immerhin reden wir hier über Problem-Papiere im Volumen von 850 Milliarden Euro.

Die Banken sollen Gebühren zahlen und Rückstellungen bilden, um dieses Risiko abzufangen. Das widerspricht aber dem Ziel, die Banken zu entlasten. Und wenn das Geld doch nicht reicht, muss der Staat entweder die Verluste übernehmen, oder die Banken haben wieder Abschreibungsbedarf.

Die Banken können dann ihre Schulden beim Staat tilgen, indem sie Anteile an den Staat übertragen, sie werden also teilverstaatlicht. Ja, dann aber erwirbt der Bund Anteile zu vermutlich überhöhten Preisen. Denn die Banken haben einen Anreiz, ihren Abschreibungsbedarf wieder nur scheibchenweise offenzulegen. Der Bund kauft also die Katze im Sack.

Wie lässt sich überhaupt beurteilen, was die zurzeit unverkäuflichen Papiere wert sind?Der Staat kann dieses Problem lösen, wenn er keinen Schlussabrechnungstag festlegt. Er sollte warten, bis sich die Problem-Aktiva entweder ausreichend erholt haben, oder die Banken genügend Rückstellungen gebildet haben. Erst dann dürfen die Schuldtitel gegen Cash abgelöst werden. So erübrigt sich, die toxischen Papiere im Vorfeld zu bewerten. Und der Steuerzahler wird nicht über den Tisch gezogen.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 28.04.2009, 23:05 UhrAnonymer Benutzer: Holger

    Was wollen wir mit einer bad bank? Wir haben doch jede Menge davon! Die meisten deutschen banken sind pleite, auf jeden Fall fast alle Landesbanken! Heruntergewirtschaftet vom Staat, der sich jetzt ausgerechnet als Retter in der Not aufspielt. Die Spielregeln für insolvente Unternehmen sind doch bekannt - abwickeln! Nur so kann die Krise schnell beendet werden und ein neuer Anfang beginnen. So wird alles nur noch schlimmer und weiter in die Zukunft verlagert!

  • 28.04.2009, 20:04 UhrAnonymer Benutzer: Berni

    Es sieht so aus, als ob Herr Ackermann sein Handwerk beherrscht.

    Der "Finanzexperte" Herr Poß sollte zu ihm drei Jahre in die Lehre gehen, statt ohne selbst Leistung zu zeigen, derartig aufzutrumpfen.

    Vielleicht bleibt ja was hängen. Dann kann er sich um die bad banks kümmern, die uns Wählern diese Herrschaften jetzt überbügeln wollen.

    b.

  • 28.04.2009, 18:34 UhrAnonymer Benutzer: Andre

    ich glaube die Politik hat noch nie auf Wissenschaftler gehört. ERGO wir werden auch dafür bluten müssen.... Gewinne vereinnahmen Verluste sozialsieren... Was bessers kann den bangstern nicht passieren. Ob wir als kleine Arbeitnehmer und Mittelständler oder Mini betrieb dabei über die Klinge springen ist einem geldgeilen Manager doch egal. Die sollten alle vor Gericht gezerrt werden und sofort mit einem berufsverbot belegt werden...Unfähigkeit zu lasten der Allgmeinheit muss sofort gehandet werden.

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