ThemaSchuldenkrise

alles zum Thema
_

Fiskalpakt: Koalition einigt sich mit SPD und Grünen

Es gibt eine Einigung zwischen der Koalition und SPD und Grüne über den europäischen Fiskalpakt. Das gab SPD-Chef Sigmar Gabriel nach Gesprächen im Kanzleramt bekannt. Man habe sich auf ein Maßnahmenpaket geeinigt.

Entscheidung bei den Verhandlungen über den Fiskalpakt: Regierung und Opposition haben sich geeinigt. Quelle: dpa
Entscheidung bei den Verhandlungen über den Fiskalpakt: Regierung und Opposition haben sich geeinigt. Quelle: dpa

Die schwarz-gelbe Koalition hat sich mit SPD und Grünen beim umstrittenen europäischen Fiskalpakt für mehr Haushaltsdisziplin geeinigt. SPD-Chef Sigmar Gabriel sagte nach Gesprächen zwischen Koalition und Opposition am Donnerstag im Kanzleramt in Berlin, man habe sich auf ein Maßnahmenpaket für Wachstum und Beschäftigung geeinigt.

Anzeige

Die Krise in Europa werde dadurch zwar nicht gelöst, die Einigung sei jedoch ein wichtiger Fortschritt, sagte Gabriel am Donnerstag nach den Verhandlungen im Bundeskanzleramt. Besonders eine Frage bleibe weiter unbeantwortet: „Wie befreien wir uns aus der Erpressungssituation der Finanzmärkte?“ Gabriel betonte, wichtig sei auch ein entschiedener Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit in Europa. Die Länder müssten dem Paket noch
in gesonderten Verhandlungen am Wochenende zustimmen. Diese fürchten zu harte Sparauflagen durch den Fiskalpakt.

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sagte: „Das war ein hartes Stück Arbeit in den vergangenen acht Wochen.“ Zudem habe es eine Verständigung auf eine Finanztransaktionssteuer gegeben. Wenn die Einführung nicht in den 27 EU-Ländern möglich sei, dann müsse es eine „Koalition der Willigen“ von mindestens neun Ländern geben, so der SPD-Politiker.

Nach den Vorgesprächen am Mittwochabend hatten sich bereits Fortschritte gegeben. Vertreter von Union, FDP, SPD und Grünen verständigten sich dabei auf ein gemeinsames Papier mit dem Titel „Pakt für nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung“.

Am 29. Juni sollen den bisherigen Plänen zufolge der dauerhafte Euro-Rettungsschirm (ESM) und der europäische Fiskalpakt mit schärferen Haushaltsregeln von Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden. Der ESM soll am 1. Juli in Kraft treten. Für die Ratifizierung des Fiskalpakts sind Zweidrittelmehrheiten in Bundestag und Bundesrat nötig.

Bund und Länder treffen sich am Sonntag zum Spitzengespräch über ihre künftigen Finanzbeziehungen im Kanzleramt. Dabei soll versucht werden, eine Zustimmung der Länder zum Fiskalpakt zu erreichen.

Linksfraktion will Ratifizierung stoppen

Die SPD hatte „verbindliche Vereinbarungen“ gefordert. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sagte im Interview mit dem „Handelsblatt“, dann komme man einem gemeinsamen Beschluss des Bundestags „ein gutes Stück näher“. Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, verlangte noch am Morgen in der ARD „ein eindeutiges, ein klares, ein unumkehrbares Bekenntnis“ von der Bundesregierung zur Finanztransaktionssteuer.

Die Linksfraktion und eine Bürgerinitiative wollen derweil die Ratifizierung des EU-Fiskalpakts mit Eilanträgen vor dem Bundesverfassungsgericht im letzten Moment stoppen. Wie die „Frankfurter Rundschau“ berichtet, wollen sie das Gericht anrufen, sobald Bundestag und Bundesrat den Fiskalpakt und den Euro-Rettungsschirm ESM am 29. Juni verabschiedet haben.

weitere Links zum Artikel

Damit wollen sie die Unterzeichnung des Gesetzes durch Bundespräsident Joachim Gauck stoppen. Der Linkspartei-Abgeordnete Wolfgang Neskovic sprach in der Zeitung von einem „schmalen Fenster“, das seine Fraktion nutzen wolle, um die Ratifizierung zu verhindern.

Für die Linke ist die Parteivorsitzende Katja Kipping im Kanzleramt bei den Gesprächen dabei. Auch die ehemalige SPD-Justizministerin Herta Däubler-Gmelin, deren Verfassungsklage gegen den Fiskalpakt sich schon rund 12.000 Bürger angeschlossen haben, will das Gericht um eine einstweilige Anordnung ersuchen. Die Kläger sehen die Haushaltsrechte des Bundestags durch die Verträge verletzt.

Mit Material von dpa und dapd

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 21.06.2012, 12:29 Uhrmathias

    Wenn irgend jemand ESM noch nicht verstanden hat, oder hier sein
    wenn und aber kundtut- sei erklärt:

    Es wird einen Verein geben die jenseits der Gesetzte und Verantwortung
    auf alle Konten zugreifen können, um Geld einzusammeln!!!

    Bem Bürger wird der momentan geltende Sozialgrundbetrag gelassen!!!

    Die Klage kann jeder unterstützen, in dem man Guthaben abhebt !!!!
    Diese Kriminellen Politiker dürfen kein Geld vorfinden, das Sie
    dem EU-Monster in den Rachen schmeissen können.

    Der "Michel" muß langsam begreifen, das nicht die Ausländer seine
    Konten plündern, sondern seine eigenen Volksverräter!

  • 21.06.2012, 12:07 Uhrberkmann

    Zum ersten Mal im Leben unterstütze ich eine Forderung der Linken.
    Der ESM muss gestoppt werden!
    Sobald der verabschiedet ist, können gleich Blankoschecks an unsere Euro-"Freunde" verteilt werden. An den "Fiskalpakt" wird sich sowieso keiner halten.
    Schade, dass es im deutschen Bundestag keinerlei ernsthafte Opposition gegen die totale Transferunion gibt. Und das Volk schläft anscheinend tief und fest.

  • 21.06.2012, 11:48 Uhrallesverloren

    Der 29. Juni wird in Zukunft ein Volkstrauertag sein.

    Die Abschaffung der Demokratie in Deutschland und die Übergabe der deutschen Ersparnisse und zukünftigen Steuern an Betrüger. Diese Dummheit unserer Abgeordneten wird auch von den Märkten bitter bestraft werden.

    Der Fiskalpakt wird innerhalb weniger Wochen zum Fäkalpakt. Die nächsten 30 Jahre wird Deutschland in Brüssel betteln müssen, wenn es sein eigenes Geld zurück haben möchte. Griechischen, Zyprioten, Portugiesen, etc. werden uns zukünftig erklären, warum unser Geld dort besser investiert/konsumiert wird, da wir offenkundig zu viel davon haben.

    Gute Nacht Deutschland. Nochmals ein letzter Merksatz für unsere Abgeordneten. Wer sich in der Demokratie schlafen legt, wacht in der Diktatur wieder auf.

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Flattern auf der Stelle
Flattern auf der Stelle

Die SPD feiert pompös 150 Jahre Vergangenheit – und hat keine Zukunft, weil sie sich erst vergessen und dann selbst...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 18.05.2013

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche

    Folgen Sie uns im Social Web

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.