Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt: ifo-Bildungsexperte Wößmann fordert kürzere Ausbildungszeiten

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Ein Flüchtling aus Eritrea macht eine Ausbildung zum Bäcker.

von Christian Schlesiger

Der Leiter des ifo Zentrums für Bildungsökonomik, Ludger Wößmann, fordert kürzere Ausbildungsgänge, um die hohe Zahl von Flüchtlingen besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

„Deutschland sollte teilqualifizierende Berufsausbildungen massiv ausweiten, die über ein bis zwei Jahre laufen“, sagte Wößmann der WirtschaftsWoche. „Denkbar wären etwa ein- bis zweijährige Teilqualifizierungen zum Landschaftsgärtner oder zum Helfer in der Kranken- und Altenpflege. Das könnte viele Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt bringen.“

Wößmann fordert zudem mehr Pragmatismus. „Die Politik sollte besondere Hemmnisse wie die Vorrangprüfung ein Jahr lang aussetzen“, sagte er WirtschaftsWoche. „Außerdem brauchen wir eine Ausnahme beim Mindestlohn. 8,50 Euro pro Stunde liegen deutlich über der Produktivität vieler Flüchtlinge. Sie sollten deshalb den Langzeit-Arbeitslosen gleichgesetzt werden, damit Unternehmen den Spielraum nutzen können, vom Mindestlohn abzuweichen.“

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