Flüchtlinge: Entwicklungsministerium erwartet keine Entspannung

Flüchtlinge: Entwicklungsministerium erwartet keine Entspannung

, aktualisiert 17. Juli 2017, 15:37 Uhr
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Die Mauern werden nicht hoch genug sein“, um Sicherheit und Wohlstand in Europa zu bewahren, sagt Friedrich Kitschelt, Staatssekretär im Entwicklungsministerium.

Quelle:Handelsblatt Online

Nach UN-Angaben gibt es weltweit fast 66 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene. Dem Entwicklungsministerium zufolge wird sich das so schnell nicht ändern. Wegen der Erderwärmung könnte sich die Zahl sogar vervielfachen.

BerlinDas Entwicklungsministerium rechnet nicht mit einem Rückgang der weltweiten Flüchtlingszahlen. „Wir gehen in der Bundesregierung nicht davon aus, dass sich die Lage kurzfristig entspannen wird“, sagte der Staatssekretär im Ministerium, Friedrich Kitschelt, am Montag bei der Vorstellung des Jahresberichts der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Konkrete Prognosen seien derzeit angesichts der komplizierten Situation in Krisengebieten wie Syrien und Afghanistan schwierig.

Nach UN-Angaben gibt es aktuell fast 66 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene. Ihre Zahl werde sich, falls die Erderwärmung nicht bei maximal 1,5 Grad gestoppt werde, vervielfachen, warnte Kitschelt. Defizite im Klimaschutz und in der Krisenprävention könnten auch hierzulande mittelfristig zu ernsten Konflikten führen. „Die Mauern werden nicht hoch genug sein“, um Sicherheit und Wohlstand in Europa zu bewahren, sagte Kitschelt. In Anspielung auf die Forderung der CSU nach einer Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen, erklärte er, die Würde des Menschen sei ein Gut, das „weder Grenzen kennt noch Obergrenzen“.

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Das Geschäftsvolumen der GIZ wuchs im vergangenen Jahr um zwölf Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Aktuell sind bei dem Bundesunternehmen im In- und Ausland 18.830 Menschen beschäftigt. Zum Vergleich: Ende 2015 waren es 17.319 Mitarbeiter. „Mehr als die Hälfte der Länder, in denen wir arbeiten, sind fragile Staaten“, sagte GIZ-Vorstandssprecherin Tanja Gönner.

Quelle:  Handelsblatt Online
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