Flüchtlinge in Europa: Gabriel fordert Zuversicht und Realismus

Flüchtlinge in Europa: Gabriel fordert Zuversicht und Realismus

, aktualisiert 07. September 2015, 11:04 Uhr

SPD-Chef Sigmar Gabriel sieht die Bewältigung der hohen Flüchtlingszahlen als größte Herausforderung seit der deutschen Wiedervereinigung.

Darauf müsse nun mit „Zuversicht und Realismus“ reagiert werden, sagte der Vizekanzler am Montag im Kanzleramt. Neben der großen Hilfsbereitschaft gebe es bei den Bürgern auch Sorgen und Ängste, ob das alles zu schaffen sei. „Es wird auch Konflikte geben.“ Je offener man darüber spreche, desto leichter werde es der Politik fallen, Enttäuschungen zu vermeiden. „Zuversicht und Realismus sind die beiden Leitplanken, in denen wir uns bewegen sollten“, betonte Gabriel.
Kanzlerin Angela Merkel hat nach der Koalitionseinigung auf ein weitgehendes Paket zur Flüchtlingshilfe nun eine „Kraftanstrengung der Europäischen Union“ gefordert. Sie sei zuversichtlich, dass eine Einigung auf europäischer Ebene möglich sei, sagte Merkel am Montag in Berlin. Notwendig sei eine „solidarische und faire Verteilung der Flüchtlinge“.

Über das Mittelmeer nach Europa: Zahlen zu Flüchtlingen

  • Flucht nach Europa

    Trotz der lebensgefährlichen Fahrt über das Mittelmeer wagen viele Tausend Menschen die Flucht nach Europa. 219.000 Menschen flohen laut Flüchtlingshilfswerk UNHCR 2014 über das Mittelmeer nach Europa; 2015 waren es bis zum 20. April 35.000.

  • Tot oder vermisst

    3.500 Menschen kamen 2014 bei ihrer Flucht ums Leben oder werden vermisst; im laufenden Jahr sind es bis zum 20. April 1600.

  • Zahl der Flüchtlinge in Europa

    170.100 Flüchtlinge erreichten 2014 über das Meer Italien (Januar bis März 2015: mehr als 10.100); weitere 43.500 kamen nach Griechenland, 3.500 nach Spanien, 570 nach Malta und 340 nach Zypern.

  • Syrer

    66.700 Syrer registrierte die EU-Grenzschutzagentur Frontex 2014 bei einem illegalen Grenzübertritt auf dem Seeweg, 34.300 Menschen kamen aus Eritrea, 12.700 aus Afghanistan und 9.800 aus Mali.

  • Asylantrag

    191.000 Flüchtlinge stellten 2014 in der EU einen Asylantrag (dabei wird nicht unterschieden, auf welchem Weg die Flüchtlinge nach Europa kamen). Das sind EU-weit 1,2 Asylbewerber pro tausend Einwohner.

  • 123.000 Syrer...

    ...beantragten 2014 in der EU Asyl (2013: 50.000).

  • Asylbewerber in Deutschland

    202.700 Asylbewerber wurden 2014 in Deutschland registriert (32 Prozent aller Bewerber), 81.200 in Schweden (13 Prozent) 64.600 in Italien (10 Prozent), 62.800 in Frankreich (10 Prozent) und 42.800 in Ungarn (7 Prozent).

  • Steigende Zahl der Asylbewerber

    Um 143 Prozent stieg die Zahl der Asylbewerber im Vergleich zu 2013 in Italien, um 126 Prozent in Ungarn, um 60 Prozent in Deutschland und um 50 Prozent in Schweden.

  • Aufnahme der Flüchtlinge

    Mit 8,4 Bewerbern pro tausend Einwohner nahm Schweden 2014 im Verhältnis zur Bevölkerung die meisten Flüchtlinge auf. Es folgten Ungarn (4,3), Österreich (3,3), Malta (3,2), Dänemark (2,6) und Deutschland (2,5).

  • Überfahrt nach Italien oder Malta

    600.000 bis eine Million Menschen warten nach Schätzungen der EU-Kommission allein in Libyen, um in den nächsten Monaten die Überfahrt nach Italien oder Malta zu wagen.

Der Bund will 2016 selbst drei Milliarden Euro für die Unterbringung von Flüchtlingen ausgeben und noch einmal drei Milliarden Euro für Länder und Kommunen zur Verfügung stellen. Darauf hatte sich der Koalitionsausschuss aus Union und SPD in der Nacht geeinigt. Einzelheiten müssten bis zum Flüchtlingsgipfel von Bund und Ländern am 24. September erarbeitet werden, sagte Merkel. Vor allem gehe es um „menschenwürdige Erstaufnahmeeinrichtungen“ für etwa 150 000 Menschen, sagte Merkel. „Die haben wir noch nicht.“

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