Flughafen BER: Mehdorn treibt Politik vor sich her

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KommentarFlughafen BER: Mehdorn treibt Politik vor sich her

von Christian Schlesiger

Der neue Berliner Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn hintergeht mit seinen Plänen die politischen Vorgaben – und macht genau das Richtige.

Der neue Hauptstadtflughafen in Berlin wird teurer. Unterm Strich dürfte der Bau nun mehr als fünf Milliarden Euro kosten. Geplant waren einmal 1,7 Milliarden Euro. Doch jeden Monat kommen 35 bis 40 Millionen Euro dazu, etwa weil Mehdorn teure Unternehmensberatungen beschäftigt. Es sind Kosten, die am Ende der Steuerzahler übernehmen wird. Das Handelsblatt fasste das Drama in einem Satz wunderschön zusammen: „40 Millionen Euro, das ist mehr als doppelt so viel, wie Berlin über zwei Jahre in den Ausbau des Kita-Angebots steckt.“

Doch Mehdorn, den viele als Bahnchef in schlechter Erinnerung haben, macht genau das Richtige. Die Kosten allein können kaum noch der alleinige Maßstab für die deutsche Riesenblamage sein. Ziel muss es sein, den Flugbetrieb so schnell wie möglich auf den neuen Flughafen umzuleiten. Und so treibt Mehdorn sinniger Weise den Plan voran, den neuen Flughafen in Schritten zu eröffnen. Im Oktober 2014 könnte die Inbetriebnahme der Süd-Startbahn einsetzen, die zum Schönefelder Airport gehörende Nordbahn würde erst 2016 oder 2017 saniert.

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Flughafen Berlin Tegel könnte bis zu fünf Jahre länger laufen

Der Berliner Flughafen Tegel darf laut aktuellem Gutachten deutlich länger in Betrieb bleiben als bisher geplant. Der neue Hauptstadtflughafen könnte damit früher eröffnen.

Berlins Chaos-Flughafen könnte nun eventuell doch früher eröffnen als zuletzt angenommen. Quelle: dpa

Mehdorn hat sich die Flughafengesellschaft in Mailand mit zwei Stadtflughäfen zum Vorbild genommen. Der Manager wies bereits mehrfach darauf hin, dass die Gesellschaft zwei Flughäfen wirtschaftlich betreibe. Das könne auch in Berlin funktionieren. Zwar begrüßt die Politik einen vorübergehenden Doppelbetrieb offiziell. Doch vor allem Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck schmeckt der Hinweis auf Mailand gar nicht.

Mehdorn treibt die Politik damit vor sich her. Auch bei seinem Wunsch, den Architekten des Flughafens Meinhard von Gerkan, wieder einzustellen, setzte sich Mehdorn durch. Zwar bleibt von Gerkan der Baustelle weiter fern.

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Doch einige Mitarbeiter des Architektenbüros GMP greifen Mehdorn längst unter die Arme. Sie unterstützen ihn beim Krisenprogramm „Sprint“. Experten hatten schon immer kritisiert, den Architekten von Gerkan früher gekündigt zu haben. Auch die Rechtsstreitigkeiten zwischen Flughafengesellschaft und GMP ruhen derzeit – ein erneuter Erfolg von Mehdorn gegenüber der Politik.

Mehdorn geht die Sanierung des Pannen-Flughafens bislang erfolgreich an. Auch bei anderen Entscheidungen gibt er ganz den Pragmatiker. Mehdorn ließ auf seinem Briefkopf offenbar die Kennung BER durch FBB ersetzen, sprich: Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg. Mehdorn versucht zu retten, was zu retten ist. 

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