Daldrup: Staatssekretär wird neuer BER-Geschäftsführer

Flughafen Berlin Brandenburg: Staatssekretär soll BER an den Start bringen

, aktualisiert 06. März 2017, 16:15 Uhr
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Berlins Bürgermeister Michael Müller (SPD - M), der bisherige Flughafenchef Karsten Mühlenfeld (r) und sein Nachfolger, Berlins Staatssekretär für Bauen und Wohnen, Engelbert Lütke Daldrup

Die Führungskrise am neuen Hauptstadtflughafen ist beendet: Karsten Mühlenfeld geht. Auch Aufsichtsratschef Müller zieht sich zurück - und präsentiert seine rechte Hand als Chef.

An den Berliner Flughäfen werden nach einem offenen Führungsstreit die wichtigsten Führungsposten neu besetzt. Der Berliner Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup soll als neuer Flughafenchef den neuen Hauptstadtflughafen BER an den Start bringen. Der Aufsichtsrat ernannte den Stadtplanungs-Ingenieur einstimmig zum Nachfolger Karsten Mühlenfelds, der nach eigenmächtigen Personalentscheidungen am Dienstag seinen Posten räumen muss.

„Das ist eine sachgerechte, gute und schnelle Lösung“, sagte der Aufsichtsratschef, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD). Er kündigte zugleich seinen Rückzug aus dem Kontrollgremium an. Lütke Daldrup war in der Senatskanzlei Müllers rechte Hand. Eine direkte Überwachung sei da nicht sachgerecht, sagte Müller. Zudem soll der von Mühlenfeld gefeuerte Bauleiter für den BER, Technikchef Jörg Marks, seine Arbeit wieder aufnehmen.

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Mühlenfeld hatte den Ingenieur freigestellt, nachdem auf der Baustelle mehrere Termine verfehlt worden waren und das Ziel einer Eröffnung in diesem Jahr aufgegeben wurde. Weil Mühlenfeld die Personalentscheidung gegen den Willen des Aufsichtsrats vollzogen hatte, war die Führungskrise im Unternehmen entstanden. Müller gestand zu, dass es kritische Diskussionen um den Bauleiter gegeben habe, betonte aber: „Es war uns wichtig, uns das Know-how von Herrn Marks zu erhalten.“

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Mit der Ablösung Mühlenfelds gibt es nach zwei Jahren den nächsten Führungswechsel bei dem politisch umkämpften Flughafen-Projekt. Airlines hatten zuvor davor gewarnt, sich von Mühlenfeld zu trennen. Sie fürchten weitere Verzögerungen an dem Flughafen.

Die Eröffnung ist seit dem Baubeginn im Jahr 2006 schon fünf Mal verschoben worden. Inzwischen gib es gut fünf Jahre Verzug. Grund sind Technikprobleme, Fehlplanungen und Baumängel, aber auch Personalwechsel. Ein neuer Eröffnungstermin wurde nicht genannt.

Mühlenfelds Ablösung sei fatal, sagte Linken-Verkehrspolitiker Herbert Behrens. „Mit ihm geht nämlich der letzte Fachmann in der Unternehmensspitze, was monatelanges Chaos zur Folge haben kann.“ Ähnlich äußerte sich die Berliner FDP. Auch aus der CDU im Bundestag kam Kritik an der politischen Besetzung des Chefpostens.

Mühlenfeld unterschrieb eine Vertragsauflösung, wie Müller sagte. Nach Informationen des „Tagesspiegels“ ist Mühlenfeld, der bei einem Jahresgehalt von rund 500 000 Euro einen Vertrag bis 2020 hatte, bis Jahresende bei vollen Bezügen freigestellt. Für das nächste Jahr erhalte er noch einmal 80 Prozent seiner Bezüge. Offen ist noch, was mit dem Rahmenvertrag des Ingenieurs Christoph Bretschneider geschieht, den Mühlenfeld als Nachfolger für Marks angeheuert hatte.

Der Bund und Berlin hatten nach diesem Wechsel auf Mühlenfelds Ablösung gedrängt. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Mühlenfeld sei nicht mehr möglich, sagte Müller am Montag. Die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund sind Eigentümer des Unternehmens, das den krisenbehafteten Berliner Großflughafen baut.

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Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) Quelle: dpa

Nach Müllers Erwartung werden künftig Staatssekretäre als politische Vertreter im Aufsichtsrat sitzen. Demnach dürften sich auch Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) und Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) zurückziehen. Das Kontrollgremium tagt am 17. März wieder, zunächst leiten es die stellvertretenden Vorsitzenden, der Verdi-Funktionär Holger Rößler und der Brandenburger Flughafen-Koordinator Rainer Bretschneider. Brandenburg habe Interesse, den Vorsitz zu übernehmen, sagte Müller.

Lütke Daldrup wird bereits der vierte Flughafenchef seit dem Baubeginn des BER 2006. Rainer Schwarz hatte wegen der geplatzten Eröffnung 2012 und des Krisenmanagements danach 2013 seinen Hut nehmen müssen. Sein Nachfolger Hartmut Mehdorn blieb bis März 2015 zwei Jahre lang am BER. Er trat nach Konflikten mit dem Aufsichtsrat zurück.

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