Flughafen-Chef Mehdorn : Flughafen macht bei strengerem Nachtflugverbot keinen Sinn

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Flughafen-Chef Mehdorn : Flughafen macht bei strengerem Nachtflugverbot keinen Sinn

Die Pannenserie um den künftigen Hauptstadtflughafen reißt nicht ab. Jetzt stellt Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn die Eröffnung grundsätzlich in Frage. Der Grund: Ein strengeres Nachtflugverbot.

Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn hat den künftigen Hauptstadtflughafen im Fall eines strengeren Nachflugverbotes grundsätzlich infrage gestellt. „Eine Ausweitung des nächtlichen Flugverbots halten wir nicht für erforderlich. Sollte es dennoch dazu kommen, dann hätte man diesen Flughafen gar nicht bauen müssen“, sagte Mehdorn der „Bild am Sonntag“. „Ein Hauptstadt-Airport sollte nach meiner Überzeugung überhaupt keinerlei zeitlichen Einschränkungen unterliegen, 24 Stunden offen sein. So ist es auf der ganzen Welt.“

Zugleich sagte Mehdorn angesichts der Sorgen der Anwohner: „Natürlich haben wir als Management eine Verantwortung dafür, die Lärmbelästigung der Anwohner zu minimieren.“ Es gebe deshalb Lärmschutzmaßnahmen, „die es in diesem Ausmaß und dieser Qualität nirgendwo auf der Welt gibt“. Jedes Gespräch in einem Büro mache mehr Lärm als die Landung eines Flugzeugs im Hausinneren in der Flughafenumgebung machen dürfe.

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Seit langem gibt es Streit um ein strengeres Nachtflugverbot am künftigen Berliner Hauptstadtflughafen. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) will eine längere Nachtruhe - gegen den Willen der anderen beiden Flughafen-Eigentümer, dem Land Berlin und dem Bund.

Kurz nach dem Ende der Karnevalssaison, am 11. März, jährt sich Mehdorns Amtsantritt als Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg. Manche sahen den heute 71-Jährigen damals als Notnagel, weil kein anderer die mühselige und stressige Aufgabe übernehmen wollte, den halbfertigen Flughafen in Schönefeld zu vollenden. Andere erblickten in ihm den Hoffnungsträger, der das verfahrene Projekt bald retten würde. Er selbst sagte ziemlich nüchtern: „Ich kann auch nicht zaubern.“ Das hat sich als zutreffend erwiesen.

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Eigentlich sollte der Airport am 30. Oktober 2011 in Betrieb gehen, doch mangelhafte Projektsteuerung und teils schlampige Bauausführung beim komplexen Brandschutz verhinderten das. Peinlich war vor allem, wie spät sich die Verantwortlichen das Scheitern eingestanden. Der damalige Chef Rainer Schwarz musste gehen, Mehdorn kam.

Auf Mehdorns Habenseite steht, dass vorher isolierte Abteilungen des Flughafens jetzt zusammenarbeiten, der Stillstand auf der Baustelle beendet ist und der Kabelsalat in den Terminaldecken entwirrt wird. Auch eine Lösung für die Brandschutzprobleme scheint gefunden. Siemens will die Brandschutzanlage binnen 18 Monaten in Gang bringen, hat allerdings noch nicht alle Pläne, um beginnen zu können.

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