
WirtschaftsWoche: Herr Kaden, die Deutschen Flugsicherung stand in den vergangenen Wochen in der Kritik. Tausende Bürger gingen in Berlin gegen ihre Flugroutenvorschläge auf die Barrikaden.
Kaden: Leider ist der Öffentlichkeit manchmal schwer zu vermitteln, dass wir von der Flugsicherung den Lärm nicht produzieren. Uns wird ungerechtfertigt die Verantwortung hierfür zugeschoben. Wir haben weder entschieden, den neuen Hauptstadtairport dort zu bauen, wo er gebaut wurde, noch den konkreten Betrieb gewünscht. Wir haben den gesetzlichen Auftrag, den entstehenden Flugverkehr an jedem Flughafen des Landes sicher und flüssig abzuwickeln. Dabei müssen wir darauf achten, diesen Verkehr möglichst fair und mit so wenig Bürgerbelastung wie möglich zu verteilen. Und das tun wir.
Aber gut ist es in der Hauptstadt nicht gelaufen?
Es gibt immer wieder Raum für Verbesserungen. Ministerien, Fluglinien und der Flughafen hätten sich besser austauschen können. Und die Anwohner hätten – so wie in Frankfurt geschehen – früher und stärker eingebunden werden müssen, um Widerstände zu vermeiden.
Quelle: APDie wichtigsten europäischen Airports sind...
...auf Platz 10: London Gatwick
Der Londoner Airport verschlechtert sich gegenüber 2010 um einen Platz. 33,3 Millionen Passagiere zählte Gatwick. Mit 88 Tonnen Fracht liegt er deutlich hinter anderen europäischen Flughäfen. Exakt 243.084 Mal starteten und landeten Ferien- und Frachtflieger im vergangenen Jahr.
Quelle: dapdPlatz 9: Barcelona El Prat
Die Betreiber des spanischen Flughafens können sich über ein deutliches Plus gegenüber 2010 freuen. Die Zahl der Passagiere stieg um knapp 18 Prozent von 29,2 Millionen auf 34,4 Millionen Fluggäste. El Prat verbessert sich damit um einen Platz gegenüber dem Vorjahr. Die Spanier zählten rund 25.000 mehr Starts und Landungen und brachten es damit auf 303.047 Flugbewegungen. Der Frachtumschlag ging um 7,4 Prozent auf 96.568 Tonnen zurück.
Quelle: ReutersPlatz 8: Fiumicino, Rom
Die Betreiber des römischen Flughafens haben noch keine Zahlen für das Gesamtjahr 2011 veröffentlicht. 2010 zählten sie 36,3 Millionen Passagiere, 164.555 Tonnen Luftfracht und 329.269 Starts und Landungen, danach belegt Fiumicino aktuell Platz acht.
Quelle: REUTERSPlatz 7: Istanbul, Atatürk-Airport
Die Betreiber des Flughafens Istanbul, TAV Airports Holding, verzeichneten 2011 ein deutliches Passagierplus gegenüber 2010. Die Zahl der Fluggäste stieg von 32,2 Millionen auf 37,5 Millionen. Damit liegt der türkische Airport nur knapp hinter ....
Quelle: dpaPlatz 6: München, Franz-Josef-Strauß
Auch der Flughafen der bayerischen Landeshauptstadt hat sich gegenüber 2010 deutlich gesteigert. Die Passagierzahl stieg von 34,7 Millionen auf 37,8 Millionen. Damit sichert sich München den sechsten Platz im Ranking der europäischen Flughafen. Der Frachtumschlag lag bei 304.102 Tonnen, die Flughafenbetreiber registrierten 408.135 Starts und Landungen.
Quelle: ReutersPlatz 5: Madrid-Barajas
Über den Flughafen der spanischen Metropole reisten 2011 insgesamt 49,7 Millionen Passagiere. Damit weist Barajas annährend so viele Fluggäste aus wie 2010, damals waren es knapp 49,9 Millionen.
Quelle: ReutersPlatz 4: Amsterdam, Schiphol
49, 8 Millionen Passagiere sind im Jahr 2011 auf dem Amsterdamer Flughaften Schiphol gelandet oder haben von dort ihre Reise begonnen. Das sind 10,2 Prozent mehr als im Vorjahr, damals waren es 45,2 Millionen Fluggäste. Der Frachtumschlag spielt nahezu keine Rolle und stagniert bei 1,5 Millionen Tonnen. Der Anteil der Flugbewegungen nahm um 8,8 Prozent zu und stieg von 386.319 auf 420.245 an.
Quelle: dpaPlatz 3: Fraport Frankfurt
In der Summe brach 2011 alle bisherigen Passagierrekorde in der Geschichte des Frankfurter Flughafens. Die Zahl von 56,44 Millionen Fluggästen lag um 6,5 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahres. Damit erwies sich die Prognose von Fraport-Chef Stefan Schulte, der Anfang letzten Jahres einen Zuwachs im oberen Bereich der Spanne von vier bis sieben Prozent vorhergesagt hatte, quasi als „Punktlandung“.
Die Flugbewegungen stiegen um 4,9 Prozent auf 487.162 Starts und Landungen. Nach außergewöhnlichen Zuwächsen bei der Luftfracht in 2010 zeigte die globale wirtschaftliche Abkühlung im Verlauf des letzten Jahres zunehmend ihre Wirkung. Mit insgesamt 2,17 Millionen Tonnen verringerte sich der Frachtumschlag um 2,8 Prozent
Quelle: dpaPlatz 2: Paris, Charles de Gaulle
2011 voraussichtlich: 60 – 61 Millionen
Die Zahlen für das komplette Jahr 2011 liegen für den Pariser Flughafen noch nicht vor. Von Januar bis einschließlich November reisten 56,3 Millionen Fluggäste über Paris CDG. Im Dezember 2010 zählte de Gaulle 4,3 Millionen Fluggäste. Vorausgesetzt der Flughafen zählt im Dezember 2011 ähnlich viele Passagiere, erreicht Frankreichs größter Flughafen ein Jahresergebnis von 60 bis 61 Millionen Fluggästen. Platz zwei in Europa.
Quelle: ReutersPlatz 1: London Heathrow
London Heathrow schleuste 69,4 Millionen Passagiere durch seine Gates, 2010 waren es nur 65,7. Die Zahl der Starts und Landungen stieg von 449.220 auf 476.197. Damit ist die maximale Auslastung des Londoner Flughafens von 480.000 Flugbewegungen annähernd erreicht.
Eine besondere Herausforderung erwartet Heathrow im Sommer, wenn London Austragungsort der Olympischen Spiele wird. Der Betreiber BBA rechnet zwischen Juli und September mit 125.000 Athleten, Zuschauern und Medienvertretern, die über Heathrow anreisen.Quellen: eigene Recherchen; ACI Airports International 2010
Die wichtigsten europäischen Airports sind...
...auf Platz 10: London Gatwick
Der Londoner Airport verschlechtert sich gegenüber 2010 um einen Platz. 33,3 Millionen Passagiere zählte Gatwick. Mit 88 Tonnen Fracht liegt er deutlich hinter anderen europäischen Flughäfen. Exakt 243.084 Mal starteten und landeten Ferien- und Frachtflieger im vergangenen Jahr.
Erst sehr spät wurde in Berlin mit Bürgern gemeinsam über alternative Start- und Landerouten gesprochen. Hat das noch etwas gebracht?
Absolut. Wir haben sehr konstruktive Ideen aus der Fluglärmkommission und den Gemeinden bekommen. Hinzu kommt: Die Verbesserung des Betriebs wird ein permanentes Thema sein. In Frankfurt haben wir nach Einweihung der vierten Bahn schon nach wenigen Wochen Abdrehhöhen der Jets verändert, damit weniger Menschen durch den Lärm malträtiert werden.
Erste Politiker fordern nun, auch Flugrouten sollten bereits fester Bestandteil der Planfeststellung der Pisten werden, damit frühzeitig Klarheit herrscht, wie und wo geflogen wird.
Davon rate ich dringend ab. Ein Flugregime muss ein lebendes System sein, dass angepasst werden kann. Ein Beispiel: Neue Flugzeugtypen brauchen andere Routen, je nachdem, wie schnell sie steigen oder abdrehen können. Das können sie gar nicht Jahre vor Inbetriebnahme festzurren. Diese Flexibilität braucht jeder Airport.
Wie erklären Sie sich eigentlich, dass in Berlin, in Frankfurt und in München derzeit überall gegen Fluglärm und Flughafenausbau demonstriert wird?
Die Bürger sind kritischer geworden. Wir erleben eine Demokratisierung des Protestes. Aber wir müssen stets eines genauso im Blick haben: Wenn Mobilität ein persönliches und industrielles Bedürfnis ist und – davon bin ich überzeugt – auch bleibt, dann geht das nicht ohne Luftverkehr und eben auch nicht ohne Belastungen.
Und Sie können es halt nicht allen recht machen?
(lacht) Nein, unmöglich. Ich bekomme immer wieder Briefe von Betroffenen, und dafür habe ich volles Verständnis. Leider nur schreiben mir nie diejenigen, die vom Lärm entlastet werden.













