Flut in Deutschland: Unternehmen leiden unter dem Hochwasser

Flut in Deutschland: Unternehmen leiden unter dem Hochwasser

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Im Hochwasserschutz ist aus Sicht der Umweltstiftung WWF in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland viel getan, aber noch zu wenig erreicht worden. „Unser Hochwasserrisiko wird insgesamt nicht kleiner, sondern es steigt noch“, sagte der WWF-Wasserbauexperte Georg Rast.

von Thomas Stölzel und Matthias Kamp

Wie 2002 wälzt sich wieder einmal eine riesige Hochwasserwelle durch Deutschland. Diesmal ist man in Sachsen und Bayern zwar gut vorbereitet. Ob das aber reicht? Viele Unternehmen haben Probleme.

Ein wenig ironisch ist es schon, dass der Glashütter Uhrenhersteller Nomos ausgerechnet dieses Jahr erstmals eine wasserdichte Uhr auf den Markt gebracht hat. Denn seit einigen Tagen steigt der Wasserstand in den sonst so beschaulichen Bächen Müglitz und Prießnitz bedrohlich an. Beide Gewässer vereinen sich ausgerechnet neben dem Gebäude, in der Nomos sein Hauptquartier bezogen hat, dem ehemaligen Glashütter Bahnhof. Wasserstände wie heute Morgen hat Geschäftsführer Uwe Ahrendt zuletzt 2002 gesehen, jenem Jahr der Jahrhundertflut, die allein in Sachsen 21 Leben und 8,6 Milliarden Euro gekostet hatte.

Die Nomos-Mitarbeiter hat Ahrendt inzwischen nach Hause geschickt. Von Dresden und anderswo ist Glashütte ohnehin nicht mehr zu erreichen, so prekär ist die Lage bereits. Doch Ahrendt ist optimistisch: „Der Keller ist noch trocken, wenn wir die für Nachmittag angesagten Regenfälle gut überstehen, kommen wir mit einem blauen Auge davon“, sagte er der WirtschaftsWoche. Vor dem Mittag stand das Wasser kurz vor dem Überlaufen.
Tatsächlich soll im August im Oberlauf ein nagelneuer Damm eingeweiht werden, der Glashütte vor Hochwasser schützt. Das zwölf Millionen Euro teure Bauwerk ist zwar noch nicht komplett fertig, muss aber schon jetzt seine Widerstandsfähigkeit beweisen. Am 12. August 2002 etwa um 16:30 Uhr war der damals kleinere Vorgängerdamm gebrochen und eine Flutwelle rollte durch das kleine Örtchen nahe Dresden.

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Während die Glashütter Uhrenindustrie auf moderneren Hochwasserschutz setzt, haben sich andere Unternehmen in Sicherheit gebracht, wie der bekannte Dresdner Stollen- und Russich-Brot-Hersteller Dr. Quendt. Lag dessen Produktion 2002 noch direkt an der Weißeritz, die damals vom Bach zum reißenden Strom wurde, etwas weiter Richtung Elbe ihr neues Bachbett verließ und sich durch den Dresdner Hauptbahnhof ergoss, so ist das Unternehmen inzwischen in höhere Gefilde umgezogen. Eine Entscheidung, die sich als richtig erweisen könnte. Denn für die Weißeritz gilt bereits die höchste Hochwasseralarmstufe.

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