Folge des Mindestlohns: Ost-Firmen planen Preiserhöhungen und Personalabbau

Folge des Mindestlohns: Ost-Firmen planen Preiserhöhungen und Personalabbau

Stabilisiert der Mindestlohn den Arbeitsmarkt? Oder gefährdet er wegen gestiegener Arbeitskosten Jobs in vielen Unternehmen? Die Auswirkungen bleiben umstritten.

Viele Unternehmen in Ostdeutschland wollen laut einer Analyse von Wirtschaftsforschern mit höheren Preisen und Jobkürzungen auf die Einführung des Mindestlohns reagieren. Nach einer Befragung der Dresdner Zweigstelle des Ifo-Instituts aus München sind ostdeutsche Firmen stärker betroffen als Betriebe in Westdeutschland - und richten sich entsprechend darauf ein.

Demnach erwägen knapp 40 Prozent der betroffenen Ost-Firmen eine Anhebung ihrer Preise, fast 27 Prozent denken über einen Personalabbau nach. Im Westen sind es den Angaben zufolge nur 21 Prozent beziehungsweise 20 Prozent. Nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit (BA) wird aber der ab Januar geltende Mindestlohn den Aufschwung am Arbeitsmarkt insgesamt nicht abwürgen.

Anzeige

Überstunden, Praktikanten, Strafen Die wichtigsten Antworten zum Mindestlohn

Das Mindestlohngesetz ist endgültig verabschiedet. Arbeitsrechtler Roland Klein von der Kanzlei Luther hat Antworten auf die drängendsten Fragen von Unternehmen und Arbeitnehmern zusammengestellt.

Mann, der Zeitungen austrägt Quelle: dpa

„Der flächendeckende Mindestlohn bringt erhebliche Einschnitte insbesondere für kleine und mittlere Betriebe der ostdeutschen Wirtschaft mit sich“, erklärte Joachim Ragnitz, stellvertretender Geschäftsführer der Dresdner Ifo-Vertretung. „Diese Einschnitte treffen nicht nur den Arbeitsmarkt, sondern dürften auch die konjunkturelle Entwicklung der ostdeutschen Bundesländer bremsen.“

Das Institut hatte im November bei seiner Konjunkturbefragung auch das Thema Mindestlohn angesprochen, wobei die befragten Unternehmen ihre Betroffenheit formulieren sollten. Knapp 600 äußerten sich. „Insgesamt zeigt sich eine prozentual stärkere Betroffenheit ostdeutscher Firmen (43 Prozent) im Vergleich zu ihren westdeutschen Pendants (24 Prozent) - nicht verwunderlich, da das allgemeine Lohnniveau in Ostdeutschland niedriger liegt und deswegen ein einheitlicher Mindestlohn eine größere Zahl an Beschäftigten betrifft“, erklärte das Ifo-Institut.

weitere Artikel

BA-Chef Frank-Jürgen Weise sagte der „Passauer Neuen Presse“, dass es einige Unternehmen in bestimmten Regionen und Branchen vor allem in Ostdeutschland zwar schwer haben werden, die Mehrkosten durch den Mindestlohn wieder hereinzuholen: „Das könnte Arbeitsplätze gefährden.“ Insgesamt dürfte nach Einschätzung von BA-Experten der Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde aber auch dazu führen, dass sich einige Stellen künftig sogar schneller besetzen lassen, wenn sie durch bessere Entlohnung attraktiver werden.
Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer sagte im Deutschlandfunk, es könne jedoch Regionen und Branchen geben, in denen die Arbeitslosigkeit infolge des Mindestlohns zunehmen wird: „Ich hoffe, dass wir nicht allzu viele Einschläge haben, aber ich befürchte, wir werden in ganzen Bereichen steigende Arbeitslosigkeit haben.“

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%