Forsa-Umfrage: Deutscher Wirtschaft fehlt eine Stimme

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Josef Ackermann war an der Spitze der Deutschen Bank auch eine wichtige Stimme der deutschen Wirtschaft, finden Unternehmer und Top-Manager

von Henning Krumrey

In gesellschaftlichen Debatten fehlt der deutschen Wirtschaft ein Fürsprecher , sagen Entscheider in Politik und Unternehmen. Dabei wäre so viel zum gesellschaftlichen Wandel zu sagen.

Mit dem Machtwechsel an der Spitze der Deutschen Bank verschwindet auch die stärkste Stimme der deutschen Wirtschaft. Denn von den Unternehmern und Top-Managern des Landes war der ausgeschiedene Josef Ackermann am ehesten in gesellschaftlichen Debatten präsent. Das finden allerdings auch nur zwölf Prozent der Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Medien, wie eine Umfrage des Forschungsinstituts Forsa ergab. Elf Prozent der Entscheider nannten den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), wussten aber nicht den Namen des BDI-Präsidenten: Hans-Peter Keitel. Auf Platz drei: Wolfgang Grupp, der Chef des Sportartikelherstellers Trigema, bekannt durch die Werbespots mit einem Affen.

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Erschreckend für den Auftraggeber der Untersuchung, das Beratungsunternehmen Deekeling Arndt Advisors: Einem Drittel der Entscheider fiel gar kein Unternehmensführer ein, der sich an gesellschaftlichen Debatten beteiligt. 62 Prozent der Politiker und der Wirtschaftsvertreter meinen, es fehlten vernehmbare Stimmen der Wirtschaft.

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Eklatant auseinander fällt die Einschätzung über die Reformfähigkeit der Eliten – zu denen die Befragten selbst gehören. Jeweils rund 60 Prozent der Wirtschaftsführer und der Politiker trauen der eigenen Gruppe zu, Veränderungen anzustoßen. Das Misstrauen gegenüber der jeweils anderen ist dagegen enorm: Nur 38 Prozent der Wirtschaftsvertreter setzen ihre Hoffnung in die Politik; nur jeder fünfte Politiker traut Unternehmen Veränderungen zu.

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Die Notwendigkeit zum Wandel wird kaum bestritten (siehe Grafik). Spontan nennt die Hälfte der Politiker und der Wirtschaftsvertreter die Finanzkrise als drängendstes Problem, gefolgt vom Fachkräftemangel. Thema Nummer drei, die Energiewende, sehen vor allem die Unternehmen als Herausforderung an. Die Befragten, die Kritik am hiesigen Wirtschaftssystem für berechtigt halten, fordern insbesondere, Banken und Finanzmärkte stärker zu regulieren und zu kontrollieren (knapp 65 Prozent der Politiker und Unternehmensvertreter). Alle anderen Themen spielen kaum eine Rolle.

Neben der Lösung drängender Probleme wie der Finanz- und Euro-Krise dürften Politik und Wirtschaft die mittel- und langfristig relevanten Themen wie den demografischen Wandel nicht aus dem Auge verlieren, warnt Olaf Arndt, Senior bei Deekeling Arndt Advisors. Er empfiehlt vor allem Unternehmensvertretern mehr Mut in der öffentlichen Debatte. „Abtauchen oder die überkommenen Rituale des Hinterzimmer-Lobbyismus sind keine Alternative“, mahnt er. „ Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden.“

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