Frank-Walter Steinmeier: „Geben Sie Deniz Yücel frei!“

Frank-Walter Steinmeier: „Geben Sie Deniz Yücel frei!“

, aktualisiert 22. März 2017, 11:47 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Der neue Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nutzt sein Amt und mahnt den türkischen Staatspräsidenten Erdogan – er missachte über Jahre und Jahrzehnte Aufgebautes. Deutschland schaue aber nicht von oben herab.

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„Unser Blick ist von Sorge geprägt, dass all das, was über Jahre und Jahrzehnte aufgebaut worden ist, in kurzer Frist zerfällt!“, sagte der neue Bundespräsident über die Beziehung zur Türkei.

BerlinBundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan aufgefordert, die Erfolge seines Landes in den vergangenen Jahren nicht aufs Spiel zu setzen. „Diese Sorge leitet meinen Appell: Präsident Erdogan, Sie gefährden all das, was Sie mit anderen aufgebaut haben!“, sagte Steinmeier in seiner Antrittsrede nach der Vereidigung als Bundespräsident im Bundestag am Mittwoch.

„Beenden Sie die unsäglichen Nazi-Vergleiche! Zerschneiden Sie nicht das Band zu denen, die Partnerschaft mit der Türkei wollen! Respektieren Sie den Rechtsstaat und die Freiheit von Medien und Journalisten! Und: Geben Sie Deniz Yücel frei!“, fügte der Bundespräsident hinzu.

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Deutsche und Türken fühlten sich besonders verbunden, auch wegen der vielen Menschen türkischer Abstammung, die in Deutschland lebten, arbeiteten und „hier zuhause“ seien, sagte Steinmeier. Deshalb schaue man auf die Türkei nicht mit „Hochmut und Besserwisserei“. Die Deutschen wüssten um die schwierige Lage der Türkei in Nachbarschaft der großen Krisenregionen Irak und Syrien. „Wir verurteilen den versuchten Militärputsch im vergangenen Sommer“, betonte Steinmeier. „Aber: Unser Blick ist von Sorge geprägt, dass all das, was über Jahre und Jahrzehnte aufgebaut worden ist, in kurzer Frist zerfällt!“ Die Türkei habe eine Phase von wirtschaftlichem Aufbau, Reformen und auch einer Periode der Annäherung an die EU erlebt. All dies habe Deutschland „gewürdigt und unterstützt“.

Quelle:  Handelsblatt Online
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