Frankfurt: Schwarz-grüne Pleite

KommentarFrankfurt: Schwarz-grüne Pleite

Bild vergrößern

Amtsinhaberin Petra Roth mit den beiden Oberbürgermeisterkandidaten Peter Feldmann (SPD) und Boris Rhein (CDU). Der Sieg von Feldmann (links im Bild) bedeutet das Ende des schwarz-grünen Bündnisses

Der Sieg des Sozialdemokraten Peter Feldmann über den hessischen Innenminister Boris Rhein ist auch eine Absage an Schwarz-Grün.

Es ist ein Erdrutschsieg für den SPD-Kandidaten Peter Feldmann, der mit fast 60 Prozent der Stimmen in der Stichwahl um den Job des Oberbürgermeisters den CDU-Mann und hessischen Innenminister Boris Rhein abgehängt hat. Aber es geht um mehr als nur eine Lokalwahl. Es ist die Absage an schwarz-grüne Koalitionsspiele und auch eine Niederlage für die ferne und doch der Sache im Geist so nahen Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Denn in Frankfurt schwebt der Oberbürgermeister, bislang die populäre Petra Roth von der CDU, unabhängig über der eigentlichen Stadtregierung - und die ist schwarz-grün. So sollte es bleiben, das wollten Schwarze wie Grüne, die sich häufig auf den vielen Vernissagen, Ausstellungen und Bällen treffen, den Hochzeiten des neuen bürgerlichen Lagers. Sozis sieht man da selten.

Anzeige

Noch am Donnerstag vor der Wahl, als die Niederlage schon ihren Kadavergeruch durch die Stadt wehen ließ, kam noch schnell Angela Merkel zur Wahlunterstützung vorbei, mit einer kämpferischen Rede. Die Kanzlerin krächzte sich auf dem Römerberg buchstäblich und aufopferungsvoll heiser, denn die Lautsprecheranlage war zu schwach, um gegen den lärmenden Protest der Flughafenlärmgegner anzukommen. Aber es sollte nicht helfen, das Machtspiel der Politik wird von den Wählern nicht mitgetragen: Die Wähler der Grünen machten nicht bei dem Schwarzen ihr Kreuz, sondern beim Roten. Und die Wähler der CDU blieben gleich daheim im frühlingsgrünen Garten - warum soll schwarz wählen, wer doch grün kriegt?

Oberbrügermeisterwahlen SPD-Kandidaten siegen in Mainz und Frankfurt

Doppelsieg für die Sozialdemokraten. Bei den Stichwahlen zum Oberbürgermeister in Mainz und Frankfurt siegen jeweils die SPD-Kandidaten. In Frankfurt zieht nach 17 ein SPD-Vertreter ins Rathaus.

Michael Ebling gewinnt in Mainz. Quelle: dpa

Die Basis spielt nicht mit bei solchen Machtspielchen, grün passt zu schwarz in der Oper, aber nicht im Rathaus. Damit ist Frankfurt mehr als nur ein lokales Ereignis: es ist die Absage an ein Koalitionsmodell.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%