Frauenquote: Chefinnen sind beim Staat Mangelware

Frauenquote: Chefinnen sind beim Staat Mangelware

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Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen und Bundesfamilienministerin Kristina Schröder

von Cornelia Schmergal

Vater Staat kann es auch nicht besser: In Bundesministerien sind Chefinnen Mangelware unter den Beamten.

Was sich ändert, wenn Frauen Führungspositionen erobern, lässt sich an jedem Mittwochmorgen am Kabinettstisch bestaunen. Es gibt Regierungsmitglieder, die schwören, dass in der Ministerrunde mehr Tee getrunken werde, seit die Damen das Regiment übernommen hätten. Und außerdem werde viel weniger gebrüllt. Neben der Bundeskanzlerin sitzen gleich fünf Ressortleiterinnen in der Runde. Macht bei zehn männlichen Ministerkollegen eine Frauenquote von ansehnlichen 38 Prozent.

Was oben hui ist, bleibt weiter unten in der Hierarchieebene allerdings pfui. Von den Ressortchefinnen abgesehen, sind weibliche Spitzenkräfte in den Ministerien selten. Von insgesamt 55 Staatssekretärs- und Staatsministerposten in allen Ministerien sind nur neun mit Frauen besetzt. Auch auf den 110 wichtigen Abteilungsleiterstühlen finden sich nach einer Umfrage der WirtschaftsWoche insgesamt nur 19 Damen. Damit sinkt die Quote auf beiden Ebenen auf knapp 17 Prozent.

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Frauenministerium in Männerhand

So gesehen bleibt die Bundesregierung selbst hinter den strengen Vorgaben zurück, die sie privaten, börsennotierten Unternehmen künftig machen will. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen etwa beharrt auf einer starren Quote von 30 Prozent für Vorstandsetagen und Aufsichtsräte. Frauenministerin Kristina Schröder setzt zwar darauf, dass die Wirtschaft sich selbst ehrgeizige Ziele vorgebe. Auch sie nennt aber eine Marke von 30 Prozent, die auf lange Sicht erreicht werden müsse.

In der Bundesregierung wäre da noch einiges zu tun. Das Wirtschaftsministerium verfügt über sechs Staatssekretäre, darunter keine einzige Frau. Diesen Null-Anteil könnte man zumindest konsequent nennen, lehnt doch Ressortchef Rainer Brüderle, FDP, jede Zwangsquotierung ab. Unter seinen neun Abteilungsleitern zählt man nur eine einzige Dame. Auch im Finanz- wie im Verkehrsministerium findet sich auf je fünf Staatssekretärsposten keine Frau und unter je neun Abteilungsleitern nur eine einzige Beamtin.

Maskulin kommen allerdings nicht nur die von den Herren geführten Großressorts daher. Auch das Frauenministerium befindet sich weitgehend in Männerhand. Ministerin Kristina Schröder arbeitet mit zwei männlichen Staatssekretären zusammen, von fünf Abteilungen wird nur eine von einer Frau geleitet. Es dürfte kein Zufall sein, dass es sich dabei ausgerechnet um die Abteilung namens „Gleichstellung, Chancengleichheit“ handelt.

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