Frauenquote: Gleichberechtigung zum Nulltarif

Frauenquote: Gleichberechtigung zum Nulltarif

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Die Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales hat die Frauenquote beschlossen.

von Henning Krumrey

Die Koalition feiert einen vermeintlichen Meilenstein: Die Frauenquote von 30 Prozent im Aufsichtsrat ab 2016 soll die Arbeit von Frauen aufwerten und ein weiteres Vordringen in Männerdomänen sicherstellen.

Abgesehen davon, dass die Unternehmen schon lange gut beraten wären, die weibliche Sicht auf ihre Arbeitsabläufe, ihr Konferenzgehabe und letztlich auch ihre Produkte und Dienstleistungen aus purem Eigeninteresse viel stärker einzubeziehen: Für die Gleichstellung von Mann und Frau bringt der Beschluss der Koalition recht wenig. Denn zum einen gelingt damit der Angriff der Weiblichkeit auf die männliche Macht nicht, sondern er wird abgelenkt. Ein Männer-dominierter Vorstand kann allemal besser damit leben, wenn er sich zwei, drei Mal im Jahr beim Treffen mit den Kontrolleuren der Frauenperspektive stellen muss, als wenn ihnen die Anders- und vielleicht sogar Klügerdenkenden permanent im Nacken sitzen. Eine starre Frauenquote in Vorständen gibt es nicht; dort bleibt es bei der Flexi-Quote, wonach das Management selbst Ziele definiert und veröffentlicht, wie es den Anteil von Frauen in Führungspositionen steigert.

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Zum Zweiten ist auch mit dem symbolhaften Vordringen von weiblichen Unternehmensaufsehern für den Betriebsalltag nicht viel gewonnen. Die Emanzipation soll ja nicht nur an der Supermarktkasse stattfinden, wo fleißige Frauen flink die Preise eingeben. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat zu Recht in seiner selbstkritischen Rede auf dem Leipziger Parteitag darauf hingewiesen, dass sich auch seine Partei zu lange mit dem „Penthouse der Gleichberechtigung“ befasst habe, also den oberen Etagen, und zu wenig mit dem Erdgeschoss und dem ersten Stock.

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Der vermeintliche Verhandlungserfolg der Unterhändlerinnen in der Arbeitsgruppe Familie und Frauen wird die Gleichberechtigung in den Unternehmen daher weit weniger befördern als erhofft. Denn nun hat jede Firma erstmal genug damit zu tun, geeignete Kandidatinnen für die nächsten Jahre zu finden.

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