Frauenquote: Schröder scheitert mit der Quote

Frauenquote: Schröder scheitert mit der Quote

von Cornelia Schmergal

Familienministerin Kristina Schröder hätte die Unternehmen gern zu einer Flexi-Quote verdonnert. Doch die FDP will nicht. Nun bastelt Schröder an Alternativen.

Familienministerin Kristina Schröder sieht keine Chance mehr, ihre Flexi-Quote durchzubringen. Diese sah vor, dass sich die Konzerne selbst Ziele für einen angemessenen Frauenanteil in Führungspositionen setzen – und einmal jährlich veröffentlichen, ob sie ihre Marke erreichen. Allerdings sträubt sich der kleine Koalitionspartner weiter emsig. „Ich werbe weiter für die Idee, muss aber zur Kenntnis nehmen, dass die FDP die Quote nicht will“, räumte Kristina Schröder neulich selbst ein. In dieser Legislaturperiode wird es in Deutschland kein Quotengesetz mehr geben, das scheint gewiss.

Die Familienministerin bastelt jetzt an Alternativen, für die sie die FDP nicht braucht. Bis Jahresende will sie einen „Frauen-Karriere-Index“ (FKI) vorlegen. Dieser untersucht, wie viele Frauen sich in den Unternehmen in Führungspositionen befinden, wie sich ihre Lage verändert und wie sie betrieblich gefördert werden. Am Ende soll für jeden Konzern ein Koeffizient stehen, der die Unternehmen vergleichbar macht. Beauftragt ist damit eine externe Wissenschaftlerin. Hintergrund ist, dass Schröder die selbstveröffentlichten Ziele der Konzerne für zu wenig transparent und vergleichbar hält.

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Brüssel plant radikalen Schritt

Auch in Brüssel wird an Möglichkeiten gearbeitet, mehr Frauen in Vorstände zu bekommen. Im Oktober will EU-Justizkommissarin Viviane Reding ihre Pläne für eine Frauenquote vorlegen. Und niemand ist dabei radikaler: Sie will 40 Prozent aller Mandate in Aufsichtsräten mit Frauen besetzen.

In den vergangenen Wochen hat sie dazu 500 Stellungnahmen eingesammelt. Kein einziges Unternehmen war dabei, das sich für eine starre, gesetzliche Quote ausgesprochen hat. Das gibt auch Reding zu - und hält an ihren Plänen fest. Derzeit prüft sie Details: Soll eine Quote nur für börsennotierte Unternehmen gelten oder auch für staatliche? Sind 40 Prozent ein optimaler Frauenanteil – oder sollten es 30 oder 50 sein? Wie könnten Sanktionen aussehen? Fraglich ist allerdings, ob eine Quoten-Richtlinie in Europa eine Mehrheit fände.

Die Bundeskanzlerin hat starren Vorgaben bislang eine Absage erteilt. Aber nach der Bundestagswahl im nächsten Herbst müsste das nicht mehr gelten: In einer großen Koalition mit der SPD würde sich Merkel einem solchen Gesetz kaum entgegenstemmen, dafür sorgt schon der öffentliche Druck. Und bei einer SPD-geführten Regierung käme die Quote ohnehin.

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