Frauke Petry: Ex-AfD-Chefin seit Parteiaustritt unter Polizeischutz

Frauke Petry: Ex-AfD-Chefin seit Parteiaustritt unter Polizeischutz

, aktualisiert 11. November 2017, 13:48 Uhr
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Seit ihrem Parteiaustritt am Tag nach der Bundestagswahl ist Frauke Petry fraktionslos. Von AfD-Anhänger kam es wiederholt zu Übergriffen.

Quelle:Handelsblatt Online

Seit ihrem Austritt ist die Ex-AfD-Vorsitzende Frauke Petry Anfeindungen ausgesetzt. Sie bekommt Polizeischutz. Unterdessen arbeitet sie mit Ehrgeiz an der Gründung einer neuen Partei – als Alternative zur Alternative.

Rodgau Ex-AfD-Chefin Frauke Petry steht unter Polizeischutz. „Es gibt nun nicht mehr nur von links, sondern auch von enttäuschten AfD-Anhängern viele Drohungen“, sagte sie dem Tagesspiegel. Sie könne nun nicht einmal ohne die Beamten einkaufen gehen. Für ihre Kinder sei es seit ihrem AfD-Austritt aber einfacher geworden. „Sie wurden ja nicht nur für unser politisches Tun angefeindet, sondern vor allem für diverse Ausfälle anderer AfD-Repräsentanten“, sagte Petry.

Das habe sich gebessert. Auch in der Politik gebe es nun mehr Offenheit. Das Interesse von CDU, FDP und aus Bürgerrechtskreisen an ihrem Projekt, der „Blauen Wende“, sei sehr groß. Genauso wie die Bereitschaft, gemeinsam öffentlich aufzutreten. „Das wäre mit der AfD nie denkbar gewesen.“

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Mit einer kleinen Diskussionsveranstaltung gab Petry am Samstag den Startschuss für ihr neues Bürgerforum „Blaue Wende“. In Rodgau bei Frankfurt am Main erklärte sie vor rund 70 Teilnehmern, sie wolle in Zukunft Liberale und Konservative vertreten, die sich einig seien, „dass es einen funktionierenden Staat geben muss“. Zuletzt sei der Staat zwar in Sachen Bürgerrechte und unternehmerischer Freiheit „immer übergriffiger“ geworden. Gleichzeitig habe es aber große Defizite bei der „Wahrung der inneren und äußeren Sicherheit“ gegeben.

Petrys Ehemann Marcus Pretzell – früher AfD-Chef in Nordrhein-Westfalen – sagte, sie hätten den Rahmen für die Veranstaltung „bewusst so ausgewählt, dass hier ein überschaubarer Kreis zusammenkommt“. Ihr Ziel sei es, das Bürgerforum zu einem „Ideenpool“ zu machen. Die Neugründung Die blaue Partei könne diese Ideen dann umsetzen. Das Forum stehe auch Nicht-Parteimitgliedern sowie Mitgliedern anderer Parteien offen.

Die nächste Europawahl und die sächsische Landtagswahl 2019 seien für Die blaue Partei „hochinteressant“. Pretzell sagte: „Ich glaube, sagen zu können, dass der Name Petry in Sachsen noch eine ganz andere Strahlkraft hat, als er es außerhalb Sachsens hat.“

Als Gast hatte Petry die muslimische Sozialdemokratin Katja Schneidt eingeladen, die Autorin des Buches „Wir schaffen es nicht. Eine Flüchtlingshelferin packt aus“ ist. Schneidt sprach über Integrationsprobleme und langwierige Asylverfahren.

Petry hatte die AfD mit Hinweis auf deren „Radikalisierung“ verlassen. Sie ist fraktionslose Bundestagsabgeordnete.

Quelle:  Handelsblatt Online
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