Freiwillige Rente mit 70: Freiheit statt Zwangsverrentung

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KommentarFreiwillige Rente mit 70: Freiheit statt Zwangsverrentung

von Henning Krumrey

BA-Chef Weise möchte, dass die Arbeitnehmer auch bis zum 70 Lebensjahr arbeiten können. Nur die politische Unterstützung für diese gute Idee fehlt noch.

Sein Name ist Weise, und sein Vorschlag ist es auch. Mit der Idee, freiwillig erst mit 70 Jahren in den Ruhestand zu treten, hat der Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, den besten Beitrag zur Rentendebatte geliefert. Zwar ist die Idee nicht neu, aber hilfreich ist es hoffentlich, wenn sie von der richtigen Seite kommt.

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Vor etlichen Jahren schon hatte der bekannte Volkswirtschafts-Professor Norbert Walter für die „Rente mit 70“ plädiert – aber das war natürlich genau der falsche Absender. Zum einen war er Ökonom, zum anderen aber Chefvolkswirt der Deutschen Bank und damit schon per se verdächtig. Schließlich mache der den Vorschlag doch nur, damit sein Geldhaus über die geschürte Angst vor längerem Arbeiten, also Versorgungslücken bei frühzeitigem Ausscheiden, zusätzliche Sparpläne oder Altersversicherungen verkaufen könnte.

Fachkräftemangel BA-Chef Weise will freiwillige Rente mit 70

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, plädiert angesichts des Fachkräftebedarfs in Deutschland für eine freiwillige Rente mit 70 Jahren.

Wer fit ist, soll auch mit 70 Jahren noch arbeiten dürfen, fordert BA-Chef Weise Quelle: dpa

Weise ist aufgrund seiner Funktion nicht so leicht angreifbar. Und die Idee ist nach wie vor richtig. Denn aufgrund des demografischen Wandels lässt sich das Anwachsen der Rentnerzahl nur durch drei Maßnahmen finanziell ausgleichen: entweder höhere Beiträge oder niedrigere Auszahlungen oder späterer Renteneintritt.

Weises Vorschlag ist die gute Verbindung aus Entscheidungsfreiheit und marktwirtschaftlicher Lösung. Wer möchte, kann bis zum 70. Lebensjahr arbeiten und bekommt dann auch eine höhere Rente – schließlich hat er oder sie länger eingezahlt und bekommt die eingebrachte Leistung rein statistisch über einen kürzeren Zeitraum. Dann kann der Betrag auch höher sein. Am unteren Ende bliebe alles wie im vergangenen Jahr beschlossen: Wer 45 Beitragsjahre zusammen hat, kann ohne Abschläge mit 63 Jahren in den Ruhestand gehen. Später steigt die Grenze auf 65 Jahre (wenn für alle übrigen der Ruhestand mit 67 Standard ist).

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Eine freie Wahl zwischen 65 und 70 Jahren wäre der richtige Weg. Jetzt muss Frank-Jürgen Weise nur noch ausreichend viele mutige Politiker finden, die sich trauen, diese Lösung den Deutschen nahe zu bringen. Der Wirtschaftsflügel von CDU und CSU sind dafür, alle anderen sind im günstigsten Fall abwartend. Denn der Parteitagsbeschluss der CDU ist geduldig.

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