Fresenius: Dax-Konzernchef wettert gegen die Frauenquote

Fresenius: Dax-Konzernchef wettert gegen die Frauenquote

von Jürgen Salz

Im Interview mit der WirtschaftsWoche findet Ulf Schneider, Chef des Gesundheitskonzerns Fresenius, deutliche Worte – und kritisiert  Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen.

So deutlich hat sich bislang kaum ein Chef eines Dax-Konzerns gegen die Frauenquote ausgesprochen. „Wir lassen uns nicht diktieren, wie wir unsere Führungsposten zu besetzen haben. Wir besetzen nach Qualifikation“, sagt Fresenius-Chef Ulf Schneider im Interview mit der WirtschaftsWoche. Schneider hält die Quote für einen „unzulässigen Eingriff in das Eigentumsrecht der Aktionäre und Unternehmen“.  

Fresenius ist – neben dem Baustoffzulieferer HeidelbergCement – einer der wenigen Dax-Konzerne, bei dem weder im Vorstand noch im Aufsichtsrat eine Frau sitzt. Auch bei den jüngsten personellen Umbesetzungen im Konzern gingen die Frauen leer aus. Unter den 190 Vorstandsmitgliedern in Dax-Konzernen finden sich derzeit nur zwei Handvoll Frauen.

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Schuld hat die Politik

Nicht die Unternehmen, sondern die Politik sei schuld, dass es zu wenig Frauen in Führungspositionen gebe, sagt Schneider: „Ich finde, dass sich die Politik damit aus der Verantwortung stiehlt. Wer heute mehr Frauen im Top-Management haben will, hätte eben vor 30 Jahren mehr für die Ausbildung von Frauen oder mehr für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie tun müssen.“

Schneider bezieht auch Position gegen Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen, die für eine gesetzliche Quote plädiert: „Ich verstehe auch nicht, warum nur börsennotierte Aktiengesellschaften eine Quote erfüllen sollen. Warum nicht auch Familienunternehmen? Warum nicht auch Behörden und Ministerien? Frau von der Leyen weiß, wo sie anfangen kann.“

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Der Konzernchef verweist darauf, dass der Frauenanteil im Führungskreis von Fresenius bei 27 Prozent liege: „Wir sind schon da, wo andere Unternehmen noch hinwollen.“ Auf Nachfrage räumt Schneider allerdings ein, dass es Frauen bei Fresenius noch nicht in die oberste Führungsebene geschafft haben, sondern „eher auf der zweiten, dritten und vierten Führungsebene zu finden“ sind: „In den für uns relevanten Studienfächern, also insbesondere in den Natur- und Ingenieurwissenschaften gab es vor 20, 30 Jahren nur wenige Frauen. Das wirkt bis heute nach.“    

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