Freytags-Frage: Sollen wir uns Olympische Spiele leisten?

kolumneFreytags-Frage: Sollen wir uns Olympische Spiele leisten?

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Die Sommerolympiade hat viele Nachteile für Hamburg aber auch Möglichkeiten

Kolumne von Andreas Freytag

Hamburg will die Sommerspiele 2024 ausrichten. Das dürfte teuer werden. Es ist fragwürdig, warum die Bürger in Kahla, Duisburg und Brandenburg mit ihren Steuergeldern teure Infrastruktur in Hamburg zahlen sollen.

Seit dem Wochenende herrscht große Euphorie in Hamburg. Denn die Olympischen Spiele 2024 sollen in die Hansestadt geholt werden. Die Stadt hat sich denkbar knapp im nationalen Vorentscheid gegen Berlin durchgesetzt. Nun sind alle Hamburger!

Alle? Vielleicht sollte man abwarten, wie die Hamburger selber entscheiden. Denn auf ihre Stimme wird es ankommen bei der Frage, ob der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) gemeinsam mit Hamburg die Bewerbung wirklich vornehmen wird. Die Stadt ist entschlossen, ein Referendum durchzuführen.

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Im Herbst diesen Jahres wird es zunächst eine gemeinsame Interessensbekundung der Stadt und des DOSB geben, danach sollen die Bürger in einem Referendum entscheiden, bevor im Falle eines positiven Votums eine vorläufige Bewerbung abgegeben wird (Mini Bid Book). Auf dieser Grundlage wählt das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Kandidaten aus, die dann im Januar 2017 zu einer ausführlichen Bewerbung (Bid Book) aufgefordert werden. Im Herbst 2017 wird dann die Entscheidung fallen.

Die geplante "Olympic City" auf dem Kleinen Grasbrook in Hamburg

Quelle: dpa

Viele Bürger sind gegen Olympia

Das also wird ein langer Weg werden. Die erste Hürde ist das Referendum. In München und Oberbayern haben die Bürger vor anderthalb Jahren gegen eine Bewerbung gestimmt. Auch in Hamburg gibt es kritische Stimmen, die etliche Probleme sehen, sollten die Olympischen Spiele in Hamburg stattfinden. Der Senat hat auf entsprechende Fragen recht umfassend, aber auch sehr ausweichend geantwortet.

Dies hat seine Gründe, denn die wesentlichen Fragen der Kritiker betrafen die ethischen Probleme des IOC, die Wirtschaftlichkeit und die Umweltverträglichkeit der Spiele.

  • Das Internationale Olympische Komitee ist notorisch korrupt, möglicherweise weniger als die FIFA (aber mehr geht ja auch kaum!). Immer wieder gibt es Berichte zu Zahlungen von Bewerberstädten und –verbänden an Mitglieder des IOC im Vorfeld von Vergabeentscheidungen. Auch fällt auf, dass die Auflagen der Vergabe sich regelmäßig über die Interessen der Menschen in den Olympiastädten hinwegsetzen. Die Interessen der Sponsoren scheinen eindeutig höher gewichtet zu werden.
  • Dies hat sicherlich mit dem Gigantismus und dem Größenwahn der Sportfunktionäre zu tun. Die Anlagen müssen perfekt und groß sein, bereits Bestehendes hat nur geringe Aussichten, genutzt zu werden. Da hat die Stadt zum Glück schon einmal vorgebaut und in ihrem Konzept etliche bereits existierende Anlagen, z.B. die Bundesligastadien in Norddeutschland angegeben.

Olympia Warum Hamburg die bessere Wahl ist

Hamburg soll die Sommerspiele 2024 bekommen. Richtig so. Denn die Analyse zeigt: Antreten sollte die Stadt, die Bürgerbegeisterung, wirtschaftliche Potenz und urbane Fantasie überzeugend verbindet – Vorteil Hansestadt.

Luftbild des Entwurfs für Hamburgs Olympia-Bewerbung: Ein Stadion am Wasser. Quelle: dpa-Picture-Alliance - gmp, Büro-Gärtner-und-Christ

Dennoch wird die Wirtschaftlichkeit der Spiele zu Recht in Frage gestellt. Sportökonomen zeigen immer wieder, dass sportliche Großereignisse kein Geschäft sind. Es werden enorme Verluste erzeugt, die dann beim Steuerzahler abgeladen werden. Die Sommerspiele 1972 in München haben für die Stadt München einiges gebracht, den deutschen Steuerzahler aber viel Geld gekostet.      

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