Freytags-Frage: Sollten die Öffentlich-Rechtlichen den Confed-Cup übertragen?

kolumneFreytags-Frage: Sollten die Öffentlich-Rechtlichen den Confed-Cup übertragen?

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Logo des Confederations Cup

Kolumne von Andreas Freytag

Hooligans, Menschenrechtsverletzungen, Steuerhinterziehung: Immer mehr Skandale erschüttern den Fußball. Die Öffentlich-Rechtlichen schauen zu und übertagen brav den Confed-Cup. Dabei haben sie eine ganz andere Aufgabe.

Morgen beginnt das Vorbereitungs-Turnier für die nächste Fußball-Weltmeisterschaft in Russland, der Confed-Cup. Deutschland ist als Weltmeister dabei, doch die öffentlich geäußerte Vorfreude bei Spielern, Trainern und Fans hält sich in Grenzen. Inwieweit das an den schlechten Nachrichten liegt, die derzeit auf den Fußball einprasseln, kann nicht gesagt werden. Doch die Nachrichten könnten zumindest den Anlass bilden, sich vom Fußball und vor allem von diesem Turnier abzuwenden.

Da sind zunächst die Menschenrechtsverletzungen auf den russischen Baustellen der Stadien, die für Aufsehen sorgen. Das kennt man schon aus Katar. Nichtregierungsorganisation haben gezeigt, wie unwürdig Arbeitnehmer – zumindest zum Teil – in Russland behandelt werden. Aber die FIFA scheint es nicht zu kümmern. Wieder eine Erinnerung an Katar.

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Etwas älter schon, aber ebenso beunruhigend sind die Nachrichten von Ausschreitungen im Zusammenhang mit Fußballspielen. Es fällt schwer, bei Menschen, die beispielsweise zu hunderten in Camouflage-Uniformen durch Städte ziehen, eigene Spieler bei Niederlagen verprügeln oder gegnerische Spieler beschimpfen, von Fußballfans zu sprechen. Trotzdem werden diese Leute von den Vereinen weiterhin mit Samthandschuhen angefasst. Es mag sich um ein gesellschaftlich verursachtes Problem handeln, dennoch sollte der organisierte Fußball nicht wegsehen.

Champions League Sky darf einige Spiele im Free-TV zeigen

Der Pay-TV-Anbieter Sky Deutschland könnte einzelne Begegnungen der Champions-League auf dem kostenfreien Nachrichtenkanal Sky Sport News zeigen.

Der Pay-TV-Anbieter Sky Deutschland sendet die nächste Runde der Champions-League. Quelle: REUTERS

Als nächstes erfährt man, dass gegen den wohl bekanntesten Fußballstar Christiano Ronaldo wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung – die Rede ist von 14 Millionen Euro – ermittelt werden soll. Sein ebenfalls berühmter und reicher Kollege Lionel Messi scheint ein ähnliches Problem zu haben. Auch bei uns gibt es Fälle. Insgesamt gewinnt man den Eindruck, dass der organisierte Fußball sich außerhalb der regulären Ordnung wähnt: Steuerhinterziehung, Menschenrechtsverletzungen? Kein Problem, solange die Finanzen stimmen. Die Politik schaut zu.

Vielleicht ist ja diese Art von Finanzproblem beim kickenden Personal der Grund dafür, dass die Champions League im europäischen Fußball ab der Saison 2018/19 nur noch im bezahlten Fernsehen ausgestrahlt werden soll – eine weitere aktuelle Nachricht aus der Welt des Fußballs. Das passt zum Bestreben, noch mehr Geld mit dem „Premiumprodukt“ Bundesliga zu verdienen, an dem sich zum Beispiel auch die Deutsche Fußballliga (DFL) beteiligt. Auf der Suche nach noch mehr Gelquellen stört es wahrscheinlich nur, wenn man auf Menschenrechtsverletzungen reagiert und die Hooligans stellt.

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