Freytags-Frage: Wann hört die GroKo auf die jungen Wilden?

kolumneFreytags-Frage: Wann hört die GroKo auf die jungen Wilden?

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Eine Gruppe des CDU-Nachwuchses übt Kritik an der Rentenpolitik der Koalition und fordert eine Agenda 2020.

Kolumne von Andreas Freytag

Eine Gruppe von jungen Konservativen, genannt "CDU 2017", hat ein Positionspapier erarbeitet. Darin finden sich viele gute wirtschaftspolitische Ansätze. Kanzlerin Angela Merkel ignoriert es - bis jetzt.

In Deutschland herrscht zur Zeit eine große Zufriedenheit. Die Krise der Eurozone scheint gemeistert, die Regierungschefin erfreut sich großer Beliebtheit, die Mehrheit der Bevölkerung scheint mit den sozialpolitischen Anstrengungen der Regierung im Einklang zu sein. Einzig Pep und seine Taktik machen uns kollektiv Sorgen!

Die Regierung tut alles, um diesen Zustand zu bewahren. Inhalte werden gar nicht diskutiert, wie der Fall des Positionspapieres einer „Dissidentengruppe“ innerhalb der CDU, der sog. CDU 2017, deutlich macht. Grundsätzlich, so wird berichtet, hätte die Kanzlerin Sympathien für die jungen Leute, aber Inhalte hätten Wahlkampf wohl doch nichts zu suchen.

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Dabei sieht die Lage viel besser aus, als sie ist, vor allem als sie sein wird, realisiert die GroKo ihre zahlreichen Pläne zur deutlichen Verschlechterung des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Die Verteuerung der Arbeit vor allem durch nicht-nachhaltige Rentenpolitik und Mindestlohn in einem harten internationalen Wettbewerbsumfeld sowie die Eingriffe in Energie- und Wohnungsmarkt haben potentiell dämpfende Effekte auf Investitionen und Beschäftigung.

Obwohl das Publikum begeistert applaudiert, haben Wissenschaftler, z.B. die Mitglieder des Sachverständigenrates oder der Monopolkommission, die Probleme längst identifiziert. In Zahlreichen Kommentaren und Aufsätzen weisen Volkswirte auf die Schwächen der Regierungspläne hin. In der Qualitätspresse wird darauf seit Beginn der Koalitionsverhandlungen verwiesen, jüngst erst hat der Economist in London im Zusammenhang mit diesen Maßnahmen von „Easy politics and bad policies“ gesprochen und die Reformrückschritte in klaren Worten beklagt. Zu erwähnen ist auch der Bund der Steuerzahler, der unermüdlich auf die weltrekordverdächtige Belastung der deutschen Steuerzahler verweist und es immerhin geschafft hat, die kalte Progression auf die politische Agenda zu setzen, vermutlich leider ohne Wirkung. Auch die deutsche Wirtschaft ist bereits auf Distanz gegangen und fremdelt mit der Politik.

Nun sind die Sorgen auch in der Politik angekommen. Offenbar hin- und hergerissen zwischen der Loyalität zur Regierung und ihrer Verantwortung gegenüber dem Wahlvolk haben die in der Gruppe CDU 2017 organisierten jungen Abgeordneten und Amtsträger der CDU bereits zum zweiten Male ihr Unwohlsein geäußert und dabei eine Agenda 2020 gefordert, die sie in einem Positionspapier gleich vorgestellt haben. Zentral sind Haushaltskonsolidierung, Abbau der kalten Progression, Investitionen in die Zukunft, Bekenntnis zur Industrie, eine nachhaltige Alterssicherung (also das Gegenteil dessen, was ihre Leitung vorhat), vermehrte Anstrengungen in der Bildungspolitik (mit Fokus auf denjenigen mit Bildungsproblemen) und in der Einwanderungspolitik sowie abschließend die Forderung, die Verhandlungen zum transatlantischen Freihandelsabkommen erfolgreich abzuschließen. Insgesamt klingen die Forderungen moderat, nachvollziehbar und keineswegs wie eine marktradikale Abkehr von der Sozialen Marktwirtschaft. Die Position war im Wesentlichen einmal Mainstream in der deutschen Politik.

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