Freytags-Frage: Warum ist das Unternehmerbild in Deutschland so unterbelichtet?

ThemaMittelstand

kolumneFreytags-Frage: Warum ist das Unternehmerbild in Deutschland so unterbelichtet?

Kolumne von Andreas Freytag

In der öffentlichen Wahrnehmung spielt der Typus des Unternehmers nur eine untergeordnete Rolle, sein Einfluss auf die Tagespolitik kann man getrost eher gering bezeichnen.

Die berechtigte Kritik an den Rentenpaketen der GroKo, die von Unternehmern und ihren Verbänden zu hören war, wurde von der Politik nicht einmal kommentiert, schon gar nicht berücksichtigt. In der Schule gar wird gelehrt, dass Unternehmer eine sehr gefährliche Spezies seien, deren Ziel vor allem die Ausbeutung der Armen sei. So steht es in vielen Schulbüchern, und so wird es oft im Unterricht transportiert.
Dies ist umso verwunderlicher, als viele Menschen ganz andere Erfahrungen mit Unternehmern machen. Immerhin stellen die kleinen und mittleren Unternehmen die überwältigende Mehrheit an zentralen wirtschaftlichen Akteuren in diesem Land. Etwa 0,25 Prozent der über 2 Millionen Unternehmen beschäftigen jeweils mehr als 499 Mitarbeiter. Am anderen Ende der Skala sind rund 1,4 Millionen Arbeitnehmer in Unternehmen mit weniger als sechs Mitarbeitern beschäftigt. Gerade, aber nicht ausschließlich, in ländlichen Raum sind die Unternehmer wichtige ‚Stützen der Gesellschaft‘,


• denn sie sorgen erstens dafür, dass viele Menschen Arbeit finden. Dies ist für sich genommen schon einmal eine gute Nachricht.

Anzeige

Strenge Sanktionen bei Fehlverhalten
• Sie bilden darüber hinaus im Rahmen der dualen Berufsbildung junge Leute in anerkannten und zukunftsträchtigen Ausbildungsberufen aus, und dies oft über den eigenen Bedarf hinaus. Die Bedeutung dieser Funktion erkennt man unschwer daran, dass die Jugendarbeitslosigkeit in diesem Land zu den weltweit geringsten zählt. Sogar die OECD hat dies inzwischen – allen Pisa-Tests zum Trotz – erkannt und eingeräumt.

Innovations-Ranking Das sind Deutschlands innovativste Mittelständler

Eine Exklusiv-Studie im Auftrag der WirtschaftsWoche präsentiert die erfolg- und ideenreichsten deutschen Mittelständler. Mit welchen Methoden es den Besten gelingt, unablässig Neues auf den Markt zu bringen.

Quelle: Stefan Kröger für WirtschaftsWoche

• Dabei nehmen sie auch Verantwortung derart wahr, dass sie nicht jede Personalentscheidung danach fällen, ob die Rendite maximiert wird. Vielmehr sind Unternehmer auch oft so etwas wie die Betreuer ihrer Mitarbeiter, sie versuchen, die Arbeiter und Angestellten zu verstehen. Ein Freund, der ein mittelständisches Unternehmen in Schleswig-Holstein sein Eigen nennt, sagte mir einmal, seine Abteilungsleiter hätten die Pflicht, sich ihren Mitarbeitern gegenüber fair und mit Verständnis zu verhalten. Die Sanktionen bei Fehlverhalten seien streng.


• Es sind die Unternehmerpersönlichkeiten wie Ernst Abbe, Gottlieb Daimler, Alfried Krupp, Otto Schott oder Klaus Tschira, die mit innovativen Produktideen aufwarten und den technischen Fortschritt, der dann auch sozialen Fortschritt ermöglicht, schaffen. Eine Gesellschaft ohne Unternehmertum hinkt technologisch hinterher; dies hat die Geschichte des kalten Krieges demonstriert.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%