Freytags-Frage: Warum sind so viele Spitzenpolitiker bei Fußballspielen?

kolumneFreytags-Frage: Warum sind so viele Spitzenpolitiker bei Fußballspielen?

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Es ist teilweise etwas beunruhigend, dass die millionenfache Sportbegeisterung die politischen Prioritäten verschiebt.

Kolumne von Andreas Freytag

Immer mehr politische Akteure tragen eine Begeisterung für den Fußball zur Schau, die es früher nicht zu beobachten gab. Haben die Damen und Herren Politiker nichts Wichtigeres zu tun?

Nun geht es wieder los. Die Fußball-Bundesligisten steigen morgen in den Spielbetrieb ein, wenn der Pokal seine eigenen Gesetze anwendet, um einmal ein der vielen gängigen und liebenswerten Plattitüden zu bemühen, die im Sport Anwendung finden. Eigentlich eine tolle Sache, die am Samstag regelmäßig vielen Freude bereitet.

Weniger Freude bereitet der Umstand, dass die Fußballnachrichten inzwischen so wichtig geworden sind, dass andere Nachrichten es gar nicht erst in die Massenmedien, zumindest dort nicht nach vorne schaffen. Der neue Bayern-Trainer leitet das erste Training - auf allen Kanälen! Hingegen: Griechenland macht schon wieder keine Reformforstschritte - besser nicht darüber reden.

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Zyniker werden jetzt einwenden, dass Griechenlands mangelnder Reformeifer wirklich keine Überraschung, die Verpflichtung eines Weltstars durch eine deutsche Mannschaft aber schon etwas Besonderes sei. Insofern stimmt die Betonung im deutschen Fernsehen schon, oder?

Etwas beunruhigend ist es dennoch, dass die millionenfache Sportbegeisterung die politischen Prioritäten verschiebt. Denn immer mehr politische Akteure tragen nun ebenfalls eine Begeisterung für den Fußball zur Schau, die es früher nicht zu beobachten gab. Bei nahezu jedem wichtigen Spiel ist Frau Merkel im Stadion dabei, ob Champions League-Finale oder WM-Halbfinale; viele Politiker lassen uns wissen, für wen sie fiebern. Warum ist das so? Haben die Damen und Herren Politiker nichts Wichtigeres zu tun?

Eklat im Bundestag Sitzung mangels Abgeordneter abgebrochen

Die Sitzung des Bundestags musste abgebrochen werden: Weniger als die Hälfte der 620 Abgeordneten war anwesend und der Bundestag damit beschlussunfähig. Die Linke hatte den Hammelsprung beantragt.

Saaldiener räumen den Plenarsaal des Bundestages in Berlin auf. Die Sitzung wurde beendet, weil nicht genügend Abgeordnete anwesend waren. Quelle: dpa

Warum z.B. war Frau Merkel während des Wochenendes des Champions League Finals nicht in Addis Abeba beim 50-jährigen Jubiläum der Afrikanischen Union. Das hätte ein echtes Zeichen gesetzt, dass Europa sich auf dem afrikanischen Kontinent engagiert. Es wäre übrigens auch im deutschen Eigeninteresse gewesen, denn die wirtschaftliche Lage in Europa scheint so desolat zu sein, dass Afrika für die deutsche Exportwirtschaft in Zukunft eine zunehmend bedeutende  Rolle spielen dürfte.

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