Freytags-Frage: Was bedeutet ein Präsident Trump für Deutschland?

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kolumneFreytags-Frage: Was bedeutet ein Präsident Trump für Deutschland?

Kolumne von Andreas Freytag

Donald Trump hält nichts von den Handelsverträgen, die sein Land geschlossen hat und droht mit einem Handelskrieg, sollte er Präsident werden. Was das für Deutschland und die Europäer bedeuten würde.

Am Montagabend saß ich staunend vor dem Fernseher und habe in den USA die erste Präsidentschaftsdebatte verfolgt. Dort standen sich nun also die beiden Kandidaten gegenüber und debattierten miteinander. Wer eine inhaltliche Auseinandersetzung und anschließende Bewertung der Inhalte durch sachkundige Journalisten erwartet hat, wurde schwer enttäuscht.

Nur die demokratische Kandidatin Hillary Clinton war an Inhalten interessiert; sie war gut vorbereitet und hatte auf jede Sachfrage eine Antwort. In Deutschland wäre das ein klares Signal, dass sie die Debatte gewann, zumal ihr Gegenspieler, der republikanische Kandidat Donald Trump gar nicht erst den Anschein erwecken wollte, inhaltliche Aussagen zu machen, die über das intellektuelle Niveau von Stammtischdebatten zu später Stunde hinausgehen.

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Er präsentierte sich als weinerliches Großmaul, der mehrfach dazwischen quakte, wenn Frau Clinton etwas sagte, und ansonsten ständig darauf hinwies, dass er “…did a great job“ und “…was endorsed“. Er war stolz darauf, keine Steuern zu zahlen und fand sich großartig darin, dass er aus der Finanzmarktkrise als Gewinner hervorging, indem er die Häuser der Opfer unter Preis erwarb; so zumindest muss man seine Einwürfe verstehen.

TV-Duell Trump vs. Clinton Spielen Fakten überhaupt noch eine Rolle?

Es kommt bei der ersten Fernsehdebatte nicht zum offenen Eklat, Umfragen sehen Clinton vorne. US-Experten sind trotzdem verunsichert: Ist Trump endgültig das Kunststück gelungen, dass den Menschen die Fakten egal sind?

Donald Trump und Hillary Clinton schütteln sich die Hand nach dem ersten TV-Duell Quelle: AP

Das einzige Feld, in dem er inhaltlich punktete – wenigstens nach Auffassung der Beobachter – war die Handelspolitik. Er nannte die Handelsverträge der USA die schlechtesten jemals beschlossenen Verträge und zeigt damit eher, dass er den Außenhandel fundamental nicht verstanden hat. Dies ist jedoch ein Feld, mit dem die Amerikaner schon lange hadern. Sie mögen Handel einfach nicht, obwohl sie wissen, dass ihr Reichtum darauf basiert. Anstatt politisch verantwortlich zu argumentieren, gießt Trump hier Öl ins Feuer.

Außer zum Außenhandel kam von ihm wenig Inhaltliches am Montag, und wenn, dann nur indirekt. Trumps im Wahlkampf geäußerte Vorstellungen zur Einwanderung, zur Religionsfreiheit, zu Fragen der Beziehungen zwischen Geschlechtern und ethnischen Gruppen in den USA sind allerdings rückwärtsgerichtet und teilweise menschenverachtend. In der Sicherheitspolitik strahlt der Kandidat nur ein geringes Verständnis für die Zusammenhänge aus; seine Ausführungen zur NATO und zum Iran waren inkonsistent und oberflächlich. Zu weiteren wirtschaftspolitisch wichtigen Fragen wie Gesundheit oder Infrastruktur scheint er gar keine Haltung zu haben. Vor allem fällt auf, dass es keine konkreten Pläne gibt: „Make America great again!“ ist keine Agenda.

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