Freytags-Frage: Was wird 2014 bringen?

kolumneFreytags-Frage: Was wird 2014 bringen?

Kolumne von Andreas Freytag

Die Regierung von Angela Merkel verfolgt wenig ehrgeizige Ziele. Krisen dürften einmal mehr verdrängt und Probleme vergrößert werden. Oder gibt es eine Überraschung?

Für das neue Jahr nimmt man sich immer viel vor. Erfahrungsgemäß wird dann nur wenig daraus; es ändert sich im Grunde nur wenig. Was für den Einzelnen gilt, dürfte in der Politik auf kollektiver Ebene ebenfalls stimmen.

Allerdings ist nicht immer klar, was sich Politik vornimmt. Die Ziele sind in der Regel schwammig formuliert, und dies aus gutem Grund. Denn zu konkrete Vorgaben können zwar leicht überprüft, aber angesichts der enormen weltweiten Vernetzung nur sehr schwer erreicht werden. Insofern ist diese Zurückhaltung nachvollziehbar. Gleiches gilt natürlich auch für die Schritte zur Erreichung der Ziele; sie bleiben ebenfalls im Ungefähren.

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Dennoch gibt es Unterschiede. So mag es Jahre geben, in denen Politiker ehrgeizige Ziele verfolgen, und andere Jahre, in denen nicht viel angestrebt wird. 2014 scheint eher ein Jahr der zweiten Kategorie zu werden. Die Regierungskoalition in Deutschland hat angekündigt (wenigstens implizit), die drängenden Probleme nicht anzugehen und stattdessen Maßnahmen voranzutreiben, die die bestehenden Probleme eher vergrößern werden. Dies klingt recht negativ, und es gibt entsprechend düstere Prognosen. Allerdings ist auch hier Vorsicht geboten. Denn wenn erfreuliche Vorsätze sich nur selten umsetzen lassen, dann kann dies natürlich auch für Pläne mit schädlichen Konsequenzen gelten.

Durchbruch auf Bali Erster Welthandelspakt seit Bestehen der WTO

Harte Verhandlungen, tage- und nächtelang. Rückschläge, Kompromisse und dann der Durchbruch: Bali steht künftig auch als ein Synonym für das erste globale Handelsabkommen im Rahmen der WTO.

Der indische Handelsminister Anand Sharma hat die Welthandelskonferenz wahrscheinlich überzeugt. Quelle: REUTERS

Im Folgenden wird ein wenig darüber spekuliert (nicht prognostiziert), was das Jahr 2014 bringen wird. Die Wahl der Themen ist willkürlich, und die Liste ist unvollständig:

  • Weltpolitisch dürfte sich die wirtschaftliche Erholung fortsetzten. Dazu tragen die vermutliche Erholung in den USA und der Durchbruch der WTO-Verhandlungen in Bali im Dezember 2013 bei. Davon hat auch die deutsche Wirtschaft etwas, sodass auch in Deutschland eine positive Wachstumsrate erwartet wird (bis zu knapp 2 Prozent).

  • Der vielfach zitierte Vergleich mit dem Schreckensjahr 1914 gehört in die Mottenkiste und das „Historienfernsehen“. Das Thema wird sich bald erledigt haben.

  • Europapolitisch dürfte nicht viel passieren. Irland wird sich weiter erholen, Spanien und Portugal eventuell auch. Frankreich und Italien werden weiterhin eine Bedrohung für die Stabilität der Eurozone darstellen und deshalb auch in 2014 günstige Finanzierungsbedingungen für ihre Staatsanleihen fordern und durchsetzen. Griechenland wird ein neues Hilfsprogramm beantragen und erhalten (der Bundestag wird vermutlich sechs Minuten darüber debattieren…). Die Eurokrise dümpelt somit weiter vor sich hin.

  • In der Europawahl im Mai werden einige Euroskeptiker ins Europäische Parlament gewählt werden. Dies ist einerseits negativ zu beurteilen, weil es wohl mehr dumpfe nationalistische Beiträge geben wird. Positiv könnte sich der Umstand auswirken, dass die Eurokrise und ihre Lösung im Parlament und in der Öffentlichkeit diskutiert werden müssen. Die europäischen (und nationalen) Eliten müssen besser begründen, was sie tun, und im besten Fall wirkliche Lösungen der Krise anbieten.

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