Führungsstruktur: Lucke soll die AfD alleine führen

Führungsstruktur: Lucke soll die AfD alleine führen

Bei der Alternative für Deutschland tut sich was. Laut Medienberichten soll Bernd Lucke künftig alleiniger Parteisprecher werden, das Prinzip der gleichberechtigten Sprecher abgeschafft werden. Die Mitglieder müssen nur noch ihren Segen geben.

Derzeit stehen drei Menschen an der Spitze der Partei "Alternative für Deutschland" (AfD): Bernd Lucke, Frauke Petry und Konrad Adam sind gleichberechtigte Parteisprecher. Hinter ihnen stehen diverse Stellvertreter und Beisitzer. Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung soll diese Art der Parteiführung künftig umgekrempelt werden. Statt des Dreiklangs soll nur noch einer das Amt des Parteisprechers inne haben - Bernd Lucke. Die Mitglieder des Bundesvorstandes und des Parteikonvents haben einem entsprechenden Entwurf bereits zugestimmt. Nun müssen nur noch die Delegierten des Bundesparteitages in Erfurt am 22. und 23. März ihren Segen geben. Dann steht Lucke nichts mehr im Wege. "Gerade eine noch ungefestigte Partei wie die unsere brauchte eine klare, unangefochtene Führungsstruktur, zitiert die FAZ aus einer Mail Luckes an die AfD-Mitglieder.

Die wichtigsten Köpfe in der AfD

  • Bernd Lucke

    Professor, Gründer des Plenums der Ökonomen

    Der 51-Jährige wurde bei Gründung der AfD ihr Sprecher. Der Vater von fünf Kindern lehrt Makroökonomie an der Universität Hamburg. Über 300 Wissenschaftler schlossen sich seinem „Plenum der Ökonomen“ an, das als Netzplattform Wirtschaft erklärt. Nach 33 Jahren trat Lucke Ende 2011 aus der CDU aus. Er trat als Spitzendkandidat der AfD für die Europawahlen an und wechselte im Sommer 2014 nach Brüssel.

  • Beatrix von Storch

    Anwältin, Gründerin der Zivilen Koalition

    Die Juristin, die zunächst 2012 Mitglied der FDP war, ist seit 2013 Mitglied der AfD. Sie wird dem rechtskonservativen Flügel der Partei zugerechnet. Sie engagiert sich neben der Euro-Rettung vor allem für eine christlich-konservative Familienpolitik. Am 25. Januar 2014 wurde von Storch vom Bundesparteitag der AfD in Aschaffenburg mit 142 von 282 Stimmen auf Platz vier der Liste zur Europawahl gewählt - und zog anschließend ins Europaparlament ein.

  • Joachim Starbatty

    Emeritierter Professor für Volkswirtschaft

    Im Kampf gegen den Euro hat er die größte Erfahrung: 1998 klagte er gegen dessen Einführung vor dem Bundesverfassungsgericht, 2011 gegen die Rettungsmaßnahmen. Der 72-Jährige, einst Assistent von Alfred Müller-Armack, führt den wissenschaftlichen Beirat der AfD – so etwas hat keine andere Partei.

  • Frauke Petry

    Promovierte Chemikerin und Unternehmerin

    Nach dem Studium gründete die Mutter von vier Kindern 2007 ihr eigenes Chemieunternehmen Purinvent in Leipzig – mit dem Patent auf ein umweltfreundliches Dichtmittel für Reifen. Sie fürchtet, ihre demokratischen Ideale würden „auf einem ideologisierten EU-Altar geopfert“. Seit 2013 ist sie eine von drei Parteisprechern und Vorsitzende der AfD Sachsen

  • Konrad Adam

    Journalist, Publizist, Altsprachler und Historiker

    Bei den bürgerlichen Blättern – 21 Jahre im Feuilleton der „Frankfurter Allgemeinen“, sieben Jahre als politischer Chefkorrespondent der „Welt“ – erwarb er sich den Ruf als konservativer Vordenker. Sozial-, Bildungs- und Wissenschaftspolitik sind auch im Sprecheramt der AfD seine Schwerpunkte.

  • Alexander Gauland

    Beamter, Politiker, Herausgeber, Publizist

    Der promovierte Jurist leitete die hessische Staatskanzlei unter CDU-Ministerpräsident Walter Wallmann. Dann Geschäftsführer und Herausgeber der „Märkischen Allgemeinen“ in Potsdam. Führte die brandenburgische AfD bei den Landtagswahlen zu einem überraschend starken Ergebnis und führt nun die Fraktion im Landtag an.

Mit diesem Schritt sollen Querelen wie im hessischen Landesverband vermieden werden. Deshalb verteidigt auch Konrad Adam, der mit einer neuen Parteisatzung faktisch entthront wird, die Pläne: "Man darf nicht nur die persönlichen Ambitionen und Eitelkeiten sehen, sondern muss sich auch der Frage stellen: Nutzt das der Partei?", sagte Adam der FAZ. Die Partei müsse sich den "Gepflogenheiten des politischen Betriebs" anpassen und eine effiziente Führungsstruktur entwickeln. Konträr dazu steht allerdings eine weitere Änderung in der Satzung der AfD: So hat Lucke nach Informationen des Spiegels außerdem vorgeschlagen, die Teilnahme an Parteitagen künftig auslosen zu lassen. Zudem will er die Kandidatur von Mitgliedern für Ämter drastisch einschränken. Unliebsame Vorstandsmitglieder sollen mit einfacher Mehrheit kaltgestellt werden können.

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Damit das nicht zu häufig vorkommt, soll Lucke seine Lieblinge innerhalb der Partei zu seinem persönlichen Gremium zusammenstellen können, in dem er eine beliebige Zahl zusätzlicher Vorstände vorschlagen kann. Einen unabhängigen Schatzmeister soll es dafür im Vorstand nicht mehr geben. Darüber hinaus soll der Parteivorstand "Ordnungsmaßnahmen" gegen Mitglieder verhängen können, wenn sie der Partei einen "Ansehensverlust" bescheren. Der Vorgang soll ohne ein Schiedsgericht ablaufen. "Abweichler stehen im Vorstand ständig in der Gefahr, ausgeschaltet zu werden. Das verletzt die verfassungsrechtlich vorgeschriebene innerparteiliche Demokratie", sagte Parteienrechtler Jörn Ipsen von der Universität Osnabrück gegenüber dem Spiegel.

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