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Fußball-WM: Nur Geldmeister werden Weltmeister

von Mark Fehr

Die Spanier haben den Cup geholt, doch für Ökonomen ist das nichts Neues. Sie kannten den Sieger schon, bevor das WM-Turnier losging.

WM-Sieger Spanien Quelle: dpa
WM-Sieger Spanien Quelle: dpa

Fußballbegeisterte überall auf der Welt haben in den vergangenen vier Wochen nur ihre Zeit verschwendet. Die Anspannung vor dem Spiel, die Wut über den Schiedsrichter, das Zittern beim Elfmeterschießen – all das hätte nicht sein müssen, denn der Weltmeister stand schon vor dem Eröffnungsspiel fest.

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Die Sozioökonomen Jürgen Gerhards und Gert Wagner vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) haben bereits in ihrem Forschungspapier aus dem Juni 2010 prognostiziert, dass der Fußball-Weltmeister 2010 Spanien heißen würde. So viel hellseherische Fähigkeit dürfte selbst Paul den Kraken neidisch machen.

Wem oder was haben die beiden Wissenschaftler ihren erstaunlichen Durchblick zu verdanken? Die Antwort ist ganz einfach: Geld schießt Tore. Des Rätsels Lösung liegt im Marktwert der Profis.

Die teuersten Spieler entscheiden

Je besser ein Spieler, desto mehr verdient er in seinem Verein. Weltmeister wird daher die Mannschaft mit dem wertvollsten Kader, so das banale aber treffsichere Kalkül der DIW-Forscher. Tatsächlich ist Champion Spanien mit 650 Millionen Euro die teuerste Mannschaft des Turniers – und offensichtlich auch die beste.

Wertvollster Spieler ist der Argentinier Lionel Messi, dessen Team jedoch im Viertelfinale gegen Deutschland ausschied. Gleich vier der zehn weltweit teuersten Fußballer spielten für die spanische Auswahl.

Auf Platz zwei des DIW-Marktwert-Rankings liegt England mit 541 Millionen Euro, gefolgt von Argentinien mit 388 Millionen Euro. Der WM-Dritte Deutschland belegt Platz sieben hinter der Nationalmannschaft Brasiliens, denn die deutschen Spieler verdienen insgesamt 308 Millionen Euro.

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 16.07.2010, 18:04 UhrAnonymer Benutzer: Stephan Locher

    Nun kann ich beruhigter schlafen, die Ökonomen treffen wieder...

    ...dumm nur, daß, ginge es wirklich nach dem Marktwert, weiterhin folgende Plazierungen zu erwarten gewensen wären:
    * England Zweiter (ausgeschieden im Achtelfinale),
    * Argentinien Dritter (ausgeschieden im Viertelfinale).

    Kurzum: die "Experten" haben nur einen einzigen Treffer gelandet.
    Von 32 möglichen, wenn wir von allen Plazierungen ausgehen.
    Eine ähnliche Trefferquote haben sie wohl auch bei ihrer Einschätzung der Finanzlage und Konjunktur.
    Vernichtend.

  • 14.07.2010, 10:56 UhrAnonymer Benutzer: Werner Varnhorn

    ich schliesse mich dem Kommentar "Wirtschaftskrise verschlafen" an. blöde Prognosen und einfach ein bißchen Glück mit dem Tip, den auch viele andere Experten abgegeben haben.

  • 13.07.2010, 12:04 UhrAnonymer Benutzer: Chicago-Schüler

    Toll, dass Ökonomen die Fussball-WM vorhersagen können, aber die letzte Wirtschaftskrise grandios verschlafen Haben.

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