Gabriele Pauli: Ex-CSU-Rebellin rollt Sylt auf

Gabriele Pauli: Ex-CSU-Rebellin rollt Sylt auf

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Gabriele Pauli

von Hermann J. Olbermann

Das Hoch im Norden – so wirbt Sylt für sich. Die Ex-CSU-Rebellin Gabriele Pauli nimmt das wörtlich: Sie will hoch hinaus, und zwar auf der Insel. Am Sonntag entscheidet sich ihr Schicksal.

Was war sie nicht schon alles: Ex-Landrätin in Bayern, Ex-Rebellin der CSU, Ex-Latex-Lady, Ex-Parteigründerin, Ex-Landrätin – jetzt peilt Gabriele Pauli einen neuen Posten an. Sie will Bürgermeisterin von Sylt werden.

Darum kämpft sie, dafür wirbt sie seit Wochen auf der Insel und darüber hinaus. Die erste Wahl im Dezember hat sie gewonnen. 30,6 Prozent der Stimmen entfielen auf sie. Alle fünf Gegenkandidaten – allesamt Männer – schnitten schlechter ab.

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Da sie aber unter 50 Prozent blieb, muss sie an diesem Sonntag in die Stichwahl und gegen Nikolas Häckel antreten, Bauamtsleiter vom Festland, aus der Nähe von Kiel. Er kam in der ersten Runde auf 27 Prozent, wird jetzt aber von der SPD, der Sylter Wählergemeinschaft und dem SSW unterstützt.

Pauli und Sylt – passt das nicht zusammen wir Ebbe und Flut? Eine schillernde Ex-Politikerin will Chefin von Deutschlands Promi-Insel werden?

Schon das ist ein Irrtum. Zu vergeben ist nicht der Bürgermeisterposten von Sylt, sondern nur der von der Gemeinde Sylt – eine von mehreren Gemeinden auf der Insel, wenn auch der wichtigsten mit dem Hauptort Westerland. Zudem hat der Bürgermeister in Schleswig-Holstein und damit auf Sylt weniger zu sagen als sein Kollege aus Paulis bayrischer Heimat. Im Grunde führt der norddeutsche Bürgermeister nur aus, was der Gemeinderat beschlossen hat.

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Aber was soll’s? Ein Ziel hat Pauli schon erreicht: Sie steht wieder im Scheinwerferlicht, und nicht nur Sylt blickt auf sie. Und überraschende Vorschläge hat sie auch schon präsentiert: 5000 Euro für jede Sylter Familie, die ein Kind bekommt – nicht auf der Insel. Der einzige Kreissaal wurde gerade geschlossen.

Auch das will Pauli ändern und ihn wieder öffnen. Und die Autos auf der Insel sollen ein neues Kennzeichen bekommen: SYL. Derzeit müssen sie mit NF fahren – wie die Autobesitzer auf dem nordfriesischen Festland. Auch preiswerte Wohnungen will sie schaffen, da wegen der hohen Mieten immer mehr Insulaner aufs Festland ziehen müssen.

Wie sie das konkret umsetzen will, ist zwar unklar. Aber zu entscheiden hat Sylts Bürgermeister ja ohnehin wenig. Umso größer ist das Aufsehen. Und vielleicht reicht Pauli schon das.

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