Gauland gegen Pretzell: Wieder offener Machtkampf in der AfD

Gauland gegen Pretzell: Wieder offener Machtkampf in der AfD

, aktualisiert 23. November 2016, 19:32 Uhr
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Im Bundesvorstand gelten Petry und Pretzell als isoliert.

Quelle:Handelsblatt Online

In der AfD ist der Machtkampf wieder ausgebrochen. Alexander Gauland und Björn Höcke kritisieren Petrys Lebensgefährten, Marcus Pretzell, wegen „Mauscheleien in Hinterzimmern“. Es soll geheime Absprachen gegeben haben.

BerlinIn der AfD ist der Machtkampf zwischen Anhängern von Parteichefin Frauke Petry und ihren Gegnern wieder offen ausgebrochen. Die Landesvorsitzenden von Brandenburg und Thüringen, Alexander Gauland und Björn Höcke, kritisierten am Mittwoch „Mauscheleien in Hinterzimmern“, die dem Co-Landesvorsitzenden von Nordrhein-Westfalen und Lebensgefährten Petrys, Marcus Pretzell, zugeschrieben werden. Das Magazin „Stern“ berichtete, er und seine Anhänger hätten bei der Aufstellung der nordrhein-westfälischen Kandidaten für die Bundestagswahl mit Absprachen ihnen genehme Parteimitglieder durchgesetzt. Gauland und Höcke forderten eine Überprüfung. Im Bundesvorstand gelten Petry und Pretzell als isoliert. Allerdings soll Petry von allen Spitzenfunktionären den größten Rückhalt an der Basis haben.

Der „Stern“ berief sich in seinem Bericht auf eine Chatgruppe im Kurznachrichtendienst WhatsApp. Demnach wurden Wahlparteitage in NRW über WhatsApp gesteuert. Die Delegierten seien dabei „lenkbares Stimmvieh“ gewesen und hätten geheime Anweisungen der Gruppe bekommen, die sich aus Landesvorständen und anderen Funktionären zusammengesetzt habe. Es seien nur Kandidaten protegiert worden, die Pretzell gewogen seien. Eine Sprecherin der NRW-AfD sagte, der Landesvorstand beschäftige sich mit den umfangreichen Protokollen. Pretzell wolle sich noch am Mittwoch auf Facebook äußern.

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Gauland und Höcke kritisierten: „Mit Befremden haben wir die Berichte über die Vorgänge bei der Wahl der NRW-Landtagskandidaten zur Kenntnis genommen.“ Es werde das Bild eines tief gespaltenen Landesverbandes gezeichnet, bei dem von einer Seite wohl unlautere Mittel eingesetzt würden. Die Protokolle seien ein erschütterndes Zeugnis der Instrumentalisierung der AfD für eigene Karriereziele. „Angesichts der vorliegenden Dokumente vom Listenparteitag scheint fraglich, ob bei der Kandidatenwahl alles mit rechten Dingen zugegangen ist“, hieß es in der gemeinsamen Erklärung. „Darum sollte die Listenwahl von einem Schiedsgericht überprüft werden.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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