Gefallener CSU-Star: Mehrheit traut Guttenberg Parteigründung zu

Gefallener CSU-Star: Mehrheit traut Guttenberg Parteigründung zu

, aktualisiert 03. Dezember 2011, 10:46 Uhr
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Karl-Theodor zu Guttenberg inszeniert seinen politischen Neubeginn.

Quelle:Handelsblatt Online

Karl-Theodor zu Guttenberg steht vor einem zweiten politischen Frühling - zumindest, wenn es nach Umfragen geht. Unions-Kollegen glauben jedoch nicht an einen CSU-Phönix. Zu Guttenberg solle lieber klug werden.

Berlin/Halle/Baden-BadenDer ehemalige Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ist nach Ansicht vieler Bürger für die Neugründung einer konservativen Partei am besten geeignet. 30 Prozent trauen ihm einen solchen Schritt zu, wie eine am Samstag veröffentlichte Umfrage von TNS Emnid im Auftrag von „Focus“ ergab.

Deutlich hinter dem über eine Plagiatsaffäre gestürzten CSU-Politiker liegt mit 20 Prozent der ehemalige CDU-Politiker Friedrich Merz, den seit seinem Rückzug aus der Politik immer wieder Gerüchte um eine Parteigründung begleiten. Ex-BDI-Chef Hans-Olaf Henkel, der selbst entsprechende Spekulationen genährt hatte, halten dagegen nur acht Prozent der Befragten für geeignet, den CSU-Rebell Peter Gauweiler sechs Prozent. Befragt wurden 1.000 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger.

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Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hat gelassen auf das Wiederauftauchen seines Amtsvorgängers zu Guttenberg reagiert. „Wir sollten Karl-Theodor zu Guttenberg und seine momentanen Aktivitäten nicht so wichtig nehmen“, sagte der CDU-Politiker der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ und fügte hinzu: „Das gilt für alle: für ihn selbst, für die Politiker, aber auch für die Medien. Damit wäre allen am meisten gedient, auch ihm.“

Guttenberg schreibt in einem kürzlich erschienenen, mehr als 200 Seiten starken Interview-Buch, de Maizière habe 95 Prozent von seinen, Guttenbergs, Reformplänen für die Bundeswehr übernommen. Darauf angesprochen sagte der Verteidigungsminister: „Ich habe die Antwort auf die Frage, was ich an Reformplänen vorgefunden habe, schon zu Beginn meiner Amtszeit verweigert. Dabei bleibt es.“

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat dem ehemaligen Verteidigungsminister zu seinem 40. Geburtstag am 5. Dezember Klugheit gewünscht. „Er wird 40. Ich wünsche ihm alles Gute. Wenn er Schwabe wäre, dann würde er jetzt klug“, sagte er der in Halle erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“ (Online-Ausgabe). Die Zeit ab dem 40. Geburtstag gilt als „Schwabenalter“, da der Schwabe angeblich erst mit 40 Jahren vernünftig wird. Schäuble spielte mit seiner Äußerung auf Guttenbergs jüngste Interviewäußerungen in dem Buch „Vorerst gescheitert“ an.

In den Bestsellerlisten liegt zu Guttenbergs neues Buch „Vorerst gescheitert“ entgegen dem Titel weit vorn. Der Gesprächsband rangiert diese Woche nahezu gleichauf mit der autorisierten Biografie von Apple-Gründer Steve Jobs an der Spitze der Sachbuchverkäufe, wie aus der am Freitag veröffentlichten Marktstatistik von Media Control hervorgeht. Jobs' Lebensgeschichte ist demnach seit rund einem Monat das meist verkaufte Sachbuch in Deutschland. Berücksichtigt wurden die Verkaufszahlen von etwa 3.500 Buchhändlern.

Nach Angaben des Herder-Verlags wurden inzwischen 80.000 Exemplare des Buchs, indem Guttenberg mit „Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo debattiert, an die Händler ausgeliefert. Weitere 35.000 Ausgaben würden derzeit nachgedruckt, sagte ein Sprecher.

Quelle:  Handelsblatt Online
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