Gesetzliche Regelung geplant: Von der Leyen heizt den Kampf um die Frauenquote an

Gesetzliche Regelung geplant: Von der Leyen heizt den Kampf um die Frauenquote an

, aktualisiert 16. Juni 2011, 15:51 Uhr
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Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen.

Quelle:Handelsblatt Online

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen will eine gesetzlich vorgeschriebene Quote noch in dieser Legislatur auf den Weg bringen. Bisher stand sie damit in der Regierung allein, doch der Widerstand bröckelt.

Der Druck auf die Wirtschaft in punkto Frauen in Führungspositionen steigt. Im Gespräch mit dem Handelsblatt erklärt Bundessarbeitsministerin Ursula von der Leyen: "Mein Ziel ist, die Quote noch diese Legislatur auf den Weg zu bringen." Auf die erklärten Selbstverpflichtungen der Konzerne will sich von der Leyen nicht länger verlassen. "In den Großkonzernen, hat sich fast nichts getan. Dort sind die meisten Vorstände immer noch frauenfreie Zonen mit blamablen drei Prozent Frauenanteil im Schnitt. Nach zehn Jahren fruchtloser Lippenbekenntnisse, brauchen wir echte Ziele und Zeitleisten. Damit meine ich nicht selbst gesteckte Unternehmensvorgaben von wenigen Prozent Frauen in Führungspositionen für die nächste Dekade. Damit lösen wir das Problem nicht."

Als Arbeitsministerin treibt von der Leyen dabei der prognostizierte Fachkräftemangel an. "Der Fachkräftemangel ist die zentrale Herausforderung für die deutsche Wirtschaft in den kommenden Jahren. Experten gehen davon aus, das im Jahr 2025 rund 6,5 Millonen Arbeitskräfte fehlen, wenn wir nicht handeln. Wir brauchen alle Talente. Ein riesiges Potenzial schlummert bei den Frauen. Ein Viertel der Frauen im erwerbsfähigen Alter ist nicht berufstätig, in Summe rund sechs Millionen. Wir könnten bis 2025 mit Blick auf die Frauen bis zu 1,5 Millionen Vollzeit-Fachkräfte dazu gewinnen", erklärte von der Leyen auf der Veranstaltung "Frauen in Führung" vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und Handelsblatt in Köln.

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Bisher steht von der Leyen in der Bundesregierung allerdings noch recht allein da. Die für Frauen zuständige Familienministerin Kristina Schröder (CDU) will die Unternehmen lediglich zu einer Selbstverpflichtung zwingen: Danach müssten sie ein Ziel öffentlich festlegen und dann innerhalb von zwei Jahren erreichen.

Auch Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) ist gegen eine starre Quote, verschärfte aber zuletzt den Ton: Staatlicher Zwang sei nur solange verzichtbar, "wie freiwillige Lösungen zu signifikanten Veränderungen führen", sagte sie vergangene Woche. Rechtlich wäre eine Quotenregelung machbar. Die Kanzlerin hält noch schützend die Hand über die Wirtschaft. Auch sie bezeichnet es allerdings als "ziemlichen Skandal", dass in den 200 größten deutschen Unternehmen nur drei bis vier Prozent der Führungsjobs mit Frauen besetzt sind.

Das Handelsblatt startet mit der morgigen Zeitungsausgabe die neue zehnteilige Serie "Die 100 einflussreichsten Geschäftsfrauen der Welt".

Quelle:  Handelsblatt Online
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