Gesundheit: Wissenschaftler befürchten: Bald auch schlechtere Medikamente für Kassenpatienten

Gesundheit: Wissenschaftler befürchten: Bald auch schlechtere Medikamente für Kassenpatienten

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"Gesetzlich Versicherte könnten vom Zugang zu innovativen Medikamenten abgeschnitten werden", befürchtet Gesundheitsökonom Wolfgang Greiner von der Universität Bielefeld

Kassenpatienten warten beim Arzt nicht nur länger als Privatversicherte, schon bald werden sie wahrscheinlich auch schlechtere Medikamente bekommen.

„Gesetzlich Versicherte könnten vom Zugang zu innovativen Medikamenten abgeschnitten werden“, befürchtet Gesundheitsökonom Wolfgang Greiner von der Universität Bielefeld. Wie die WirtschaftsWoche berichtet, hat er mit 28 Kollegen des renommierten Vereins Socialpolitik eine dreiseitige Stellungnahme an das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) geschickt.  Das IQWIG ist im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums maßgeblich an den Entscheidungen beteiligt, welche Arzneimittel und Therapien von gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden und welche nicht.

Wieviel kostet Leben?

Nach der Gesundheitsreform soll das Institut auch feststellen, ob die Kosten, die für neue Medikamente anfallen, im richtigen Verhältnis zu dem Nutzen stehen, den die Produkte den Patienten bringen. Gestritten wird über die Methodik. Dabei geht es um ethisch heikle Fragen: Wie viel darf ein zusätzliches Lebensjahr kosten? Soll die Versichertengemeinde für Medikamente zahlen, die Erkrankten nur eine höhere Lebensqualität, nicht aber mehr Lebenszeit bringen? Und wie beurteilt man Medikamente, zu denen es noch keine ausreichenden Studien gibt?

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„So wie das geplant ist, schadet das der Forschung und damit auch den Patienten“, kritisiert Jürgem Wasem von der Universität Duisburg-Essen, ebenfalls Unterzeichner des Protestbriefes. Greiner ergänzt: „Werden die Vorschläge so umgesetzt, hängt es zukünftig von Zufälligkeiten ab, ob Arzneimittel erstattet werden.“ Kritisch äußerte sich auch Wolfram-Arnim Candidus, Präsident der Deutschen Gesellschaft  für Versicherte und Patienten: „Ich habe die große Sorge, dass es nur noch ums Kostensenken geht und nicht mehr um Lebensqualität. Wir steuern immer mehr in ein System, in dem eine unsoziale Mangelverwaltung und schleichende Rationierung herrschen. 

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