Gesundheitspolitik: Lauterbach bestätigt schleichende Rationierung medizinischer Leistungen

Gesundheitspolitik: Lauterbach bestätigt schleichende Rationierung medizinischer Leistungen

Kurz vor dem 112. Deutschen Ärztetag hat SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach die von den Ärztefunktionären im Vorfeld kritisierte schleichende Rationierung medizinischer Leistungen bestätigt.

Lauterbach sieht diese vor allem in zwei Bereichen: „Zum einen gibt es viele Spitzenmediziner, insbesondere an Uni-Kliniken, die den gesetzlich Versicherten nicht zur Verfügung stehen, weil sie sich lieber den Privatpatienten widmen. Gesetzlich Versicherte sind da Versicherte zweiter Klasse“, sagte Lauterbach auf wiwo.de. Zum anderen sieht er Engpässe bei Hausärzten und Kinderärzten in ländlichen Regionen und bestimmten Ballungsgebieten. „Das hat etwas damit zu tun, wie die Ärzte untereinander die Honorare verteilen. Haus- und Kinderärzte kommen da zu kurz“, so Lauterbach.

Gleichwohl erteilt der Kölner Gesundheitsökonom, der für die SPD im Bundestag sitzt, dem Vorschlag einer Prioritätenliste bei der Behandlung eine klare Absage. „Ich finde es völlig absurd, wenn die Ärztefunktionäre nun fordern, Krankheiten nach Dringlichkeit zu klassifizieren und eine Debatte über Rationierung führen wollen“, sagte er. Im deutschen Gesundheitswesen gebe es Über-, Unter- und Fehlversorgung gleichzeitig. „Vor allem haben wir Überversorgung“, so Lauterbach und nennt die Beispiele Röntgen, Herzkatheter-Untersuchungen und 100-Millionen Euro teure Anlagen für die Protonen-Therapie. „So lange so viel Geld verschwendet wird, weigere ich mich, über gezielte Rationierung zu reden.“

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Eine höhere Praxisgebühr, wie sie der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein vorschlägt, lehnt Lauterbach ab. „Wenn jemand 600 Euro Krankenkassenbeitrag im Monat zahlt, wie soll der verstehen, dass er 25 Euro drauflegen muss, wenn er mal zum Facharzt geht“, sagte Lauterbach. Angesichts der Wirtschaftskrise und den weg brechenden Einnahmen der Kassen schließt der SPD-Gesundheitsexperte einen höheren Krankenkassenbeitrag 2010 nicht aus. „Ich würde Beitragssatzsteigerungen nicht ausschließen“, sagte der, „aber jede konkrete Zahl wäre Ruß-Leserei.“

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