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Gesundheitssystem: Herkulesarbeit für Gesundheitsminister Philipp Rösler

von Henning Krumrey

Der neue Gesundheitsminister muss es schaffen, die Widersprüche von CDU, CSU und FDP unter einen Hut zu kriegen.

Der neue Gesundheitsminister Quelle: dpa
Der neue Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) Quelle: dpa

Ulla Schmidt hatte sich für ihren letzten Auftritt als Chefin im Gesundheitsministerium noch eine Gemeinheit ausgedacht. In ihrer Ansprache bei der Amtsübergabe an ihren Nachfolger Philipp Rösler (FDP) lobte sie nicht nur die Mitarbeiter, sondern warnte die schwarz-gelbe Truppe vor deren eigenem Koalitionsvertrag.

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„Es gibt den Big Bang nicht“, mahnte sie, die große Reform, nach der man dann für eine Weile Ruhe hätte. „Wenn es die gäbe, dann hätten die Männer und Frauen in diesem Ministerium sie schon aufgeschrieben.“ Und der soziale Ausgleich zwischen den Versicherten könne so gut wie heute „nie über Steuerzuschüsse funktionieren“. Die Neuen empfanden die Rede als Unverschämtheit, langjährige Mitarbeiter verabschiedeten sich dagegen schluchzend von der ebenfalls weinenden Chefin.

Rösler: Gute Zusammenarbeit gewünscht

Rösler reagierte verhalten. Die Bewerbung für eine Parteikandidatur hatte der 36-Jährige vietnamesischer Herkunft einmal mit dem flotten Spruch begonnen: „Ich sehe zwar anders aus als Sie, aber ich will politisch dasselbe.“ Für die erste Ansprache im Ministerium passte das nicht. Der letzte FDPler hat das Haus vor vier Jahren verlassen, seitdem agieren dort nach CDU-Schätzung 15 Prozent Schwarze und 85 Prozent Rote. Trotzdem setzt Rösler auf gute Zusammenarbeit: „Bei mir gilt die Kraft der Argumente. Die Diskussion ist die Mutter aller Entscheidungen.“

An Debatten wird es nicht mangeln. Der Koalitionsvertrag sieht nicht weniger vor als den Totalumbau der gesetzlichen Krankenversicherung. So jedenfalls interpretiert die FDP die Passage auf Seite 86: „Langfristig wird das bestehende Ausgleichssystem überführt in eine Ordnung mit mehr Beitragsautonomie, regionalen Differenzierungsmöglichkeiten und einkommensunabhängigen Arbeitnehmerbeiträgen, die sozial ausgeglichen werden. Der Arbeitgeberanteil bleibt fest.“

11 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 15.11.2009, 20:44 UhrAnonymer Benutzer: Manfred

    Rösler und seine FDP wollen die Versicherten zu mehr Eigenverantwortung erziehen. ich weiss nicht, was daran verwerflich sein soll. Wer sich z.b. seine Lunge zuqualmt, ist selbst schuld, wenn er dadurch Lungenkrebs bekommt. Dass die anderen Versicherten innerhalb des Solidarsystems mit dafür aufkommen sollen, sehe ich nicht ein. Wir sollten uns langsam aber sicher unser Anpruchsdenken abgewöhnen.

  • 04.11.2009, 13:19 UhrAnonymer Benutzer: Leister

    Leutinger
    Noch selten habe ich grösseren blödsinn gelesen. Die sogenannten besserverdienenden wählen grün, sozialdemokratisch und privatversichert. Der armen Krankenschwester, dem Opel-Arbeiter fehlt nur noch der Dachdecker dann sind sämtliche schlichte beispiele erwähnt worden. Die Ausdrucksweise ist unter aller Sau!

  • 04.11.2009, 09:11 UhrAnonymer Benutzer: Kurt

    @ Karl - Wie Sie an meinem Kommentar sehen, bin ich grundsätzlich ihrer Meinung. Vor allem bzgl. der Verschiebung an die eigene Klientel. Und das sind bei der FDP nun halt mal die besserverdiener. Zum armen Vaterland muss man aber immerhin anmerken, dass diese Leute ja gewählt, oder noch schlimmer, durch Nichtwählen ermöglicht wurden. Und da ist für mich der Punkt wo Deutschland wirklich arm ist. Dass eine Mehrheit, anscheinend Desinteressierter, es möglich macht, dass zur Regierung eine Mehrheit möglich ist, die sicher nicht die Mehrheit der bevölkerung wiederspiegelt. Zumindest nicht in bezug auf die Einkommensverhältnisse und die nötigen Reformen. Denn damit, dass noch mehr in Richtung besserverdiener verschoben wird, ist der überwiegenden Mehrheit der Deutschen sicher nicht gedient. DAS haben WiR (wer auch immer) aber gewählt!!!

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