GfK-Index: Sorgenchampion auf dem absteigenden Ast

KommentarGfK-Index: Sorgenchampion auf dem absteigenden Ast

von Konrad Fischer

Die Eurokrise schlägt auf die Stimmung in Europa: Eine GfK-Befragung zeigt, dass sich die Deutschen immer weniger Sorgen machen – während andere immer mehr ins Grübeln kommen.

Keine Sorge, diesen Titel nimmt uns so schnell keiner ab. Nach wie vor gibt es kein Land auf dem Kontinent, in dem sich die Menschen so viele Sorgen machen wie in Deutschland, so das Ergebnis einer Studie des wissenschaftlichen Zweigs der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), des GfK-Vereins. "Challenges of Europe" heißt die Studie, in der einmal im Jahr Bürger danach befragt werden, um welche Themen sie sich zurzeit am meisten Sorgen machen. Da die Deutschen dieses Ranking seit eh und je dominieren, ist der Titelgewinn allein aber keine Nachricht. Viel bedeutender ist, dass Deutschland das einzige Land auf dem Kontinent ist, in dem die Sorgen zuletzt weniger geworden sind. In Deutschland geben die Befragten dabei im Durchschnitt 2,5 Probleme an (Vorjahr: 2,6), im nahezu sorgenfreien Schweden sind es nur 1,1 Sorgen. Der Durchschnitt liegt bei genau zwei genannten Problemen. Vor allem die Sorge vor der Arbeitslosigkeit hat in Deutschland abgenommen, während sie im Süden Europas um sich greift. Aber auch die Skepsis über die wirtschaftliche Stabilität ist in Deutschland deutlich zurückgegangen.

Weitere Artikel

Anzeige

Für die Konsumforscher dürften diese Rückgänge keine Überraschung gewesen sein. Seit einiger Zeit ist im Konsumklimaindex, mit dem die GfK regelmäßig die Kauflaune der Deutschen misst, ein deutlicher Aufwärtstrend zu erkennen. Inzwischen ist der Konsum sogar zum entscheidenden Faktor für das, wenn auch geringe, Wachstum hierzulande anzusehen. Die Deutschen scheinen sich offenbar von ihrer oft gegeißelten Skepsis in Bezug auf die eigene Lage zu verabschieden. Denn während sich im Süden Europas in den vergangenen Jahren die wirtschaftlichen Probleme häuften, wurde den Deutschen gerne vorgehalten, dass sie den heimischen Boom zu wenig in Konsum umsetzten, um die Ausfälle im Süden zu kompensieren.

Politik und Wirtschaft im europäischen Ausland werden nun hoffen, dass sich die neue deutsche Sorglosigkeit bald in hemmungslosen Konsum italienischer Möbel und französischer Autos umsetzt. Es ist dann nur zu hoffen, dass sie es dabei nicht in dem Maße übertreiben, wie es ihnen in den Blasenjahren in Spanien oder Irland vorgemacht wurde. Doch in dieser Hinsicht scheint auf den deutschen Konsumenten Verlass zu sein: Zwar ist die durchschnittliche Zahl der Sorgen laut Studie gesunken, die Angst um Inflation nahm dafür zu.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%