Gigaliner: Umweltverbände klagen gegen Lang-Lkw

Gigaliner: Umweltverbände klagen gegen Lang-Lkw

, aktualisiert 05. April 2017, 17:14 Uhr
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Die Lang-Lkw werden von Umweltverbänden stark kritisiert.

Quelle:Handelsblatt Online

Auf knapp 12.000 Kilometer Straße sind die Gigaliner seit diesem Jahr beheimatet. Die Skepsis gegenüber den superlangen Lastwagen ist groß. Das Verkehrsministerium bestreitet jegliche Vorwürfe.

BerlinMehrere Umwelt- und Bahn-Verbände wollen Riesen-Lkw per Klage von den deutschen Straßen verbannen. Der Betrieb der über 25 Meter langen Lastwagen sei nicht nur offenkundig rechtswidrig, sondern auch klimafeindlich und verkehrsgefährdend, begründeten die Verbände am Mittwoch ihre Klage vor dem Berliner Verwaltungsgericht. „Der Freifahrtschein für Riesen-Lkw ist ein unzeitgemäßes Geschenk des Bundesverkehrsministers an die Lkw-Lobby.“ Die Güterbahnen würden so weiter benachteiligt. Die maximale Länge der Lkw sei im EU-Recht vorgeschrieben, davon dürfe nur in Ausnahmefällen abgewichen werden.

Verkehrsminister Alexander Dobrindt hatte einen mehrjährigen Testlauf mit den sogenannten Gigalinern mit Beginn des Jahres in einen Regelbetrieb münden lassen. Das Streckennetz für die Lkw legen die Bundesländer fest. Es bemisst sich inzwischen auf fast 12.000 Kilometer. Sein Ministerium erklärte, die Ausnahmeverordnung stehe im Einklang mit EU-Recht. Die Auswertung des Feldversuchs habe zudem ergeben, dass die Lang-Lkw keinen Verkehr von der Schiene abzögen. Dagegen ersetzten zwei der Gigaliner drei herkömmliche Laster.

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Die Deutsche Umwelthilfe (DUH), der BUND sowie die Allianz Pro Schiene warnten dennoch, durch die Riesen-Lkw gebe es rund 7000 zusätzliche Fahrten im Jahr. Der Kostenvorteil für die Spediteure liege bei gut 25 Prozent gegenüber den herkömmlichen Fahrzeugen mit knapp 19 Meter Länge. Obwohl die Gesamtlast auf 44 Tonnen beschränkt bleibt, führe dies dazu, dass noch mehr Verkehr von der umweltfreundlichen Schiene auf die Straße verlagert werde. Dabei sei der Verkehrssektor jetzt schon das Sorgenkind der Klimapolitik. Der CO2-Ausstoß hat sich trotz effizienterer Motoren wegen der Tendenz zu mehr Transporten auf der Straße und immer stärkeren Pkw-Motoren im Vergleich zu 1990 nicht verringert.

Die Verbände argumentieren, dass laut Umfragen drei Viertel der Deutschen die Lang-Lkw ablehnten und Lastwagen schon jetzt an jedem fünften tödlichen Unfall beteiligt seien. Geeignete Autobahn-Parkplätze gebe es nicht ausreichend, Tunnel und Bahn-Übergänge müssten kostspielig erweitert werden.

Der Lkw-Transport allgemein werde zudem schon durch eine reduzierte Maut sowie niedrige Dieselpreise gegenüber den Bahnen bevorzugt, während diese immer höhere Trassengebühren und mehr für Strom zahlen müssten. Das Verkehrsministerium war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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