Giorgos Papandreou: Herr im feinen Zwirn begeistert Grüne

Giorgos Papandreou: Herr im feinen Zwirn begeistert Grüne

Bild vergrößern

Die Grünen haben gerufen, Papandreou kam

von Cordula Tutt

Polit-Freundschaft: Der griechische Ex-Premier Papandreou spricht auf dem Bundesparteitag der Grünen. Freund Özdemir hatte geladen


Als guter Freund von Grünen-Parteichef Cem Özdemir ist er gekommen. Doch muss sich der Gast aus Athen zunächst den sehr speziellen Gepflogenheiten der Alternativpartei unterwerfen. In der Kieler Sparkassen-Arena, wo sonst die Handballer vom THW Tore ballern, darf erst der Delegierte vom Grünen-Kreisverband Gießen seine Haltung zu Europa vortragen, dann ist weit nach halb zehn Uhr abends der bisherige griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou als Gastredner dran.
Kerzengerade und im feinen Zwirn richtet sich der 59Jährige an die rund 900 versammelten Grünen-Vertreter. Özdemir kennt Papandreou seit Jahren und hatte ihn bereits eingeladen, als der Grieche noch Regierungschef in Athen war. Anfang November stürzte der Sozialdemokrat mit seiner Regierung im hoch verschuldeten Euro-Land. Unter den Euro-Regierungen war Griechenland zum Paria geworden, weil es die Sparauflagen für das Hilfsgeld der anderen Europäer nicht einhielt. Dann hatte er auch noch ein Referendum über die Rosskur angestrebt. Die eigene Bevölkerung protestierte heftig gegen Sparzwang und dagegen, dass die Kürzungen sehr unterschiedlich ankommen.

Griechenland war schlecht regiert
Neben Özdemir ist Papandreou der einzige, der Krawatte trägt, doch der Grieche weiß, wie Grüne ticken und überwindet den Unterschied mit den richtigen Hinweisen auf die deutsche Politik. "Danke für die Solidarität, die ihr dem griechischen Volk in diesen schweren Zeiten entgegen gebracht habt", beginnt er in geschliffenem Englisch.
Er spricht von großen Versäumnissen in Griechenland vor allem in den Jahren vor seinem Antritt als Premier vor zwei Jahren. Und zitiert den deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble, der ihm versichert habe, dass die Kürzungen, die er den Griechen auferlegt habe, auf deutsche Dimensionen gerechnet etwa 125 Milliarden Euro ausmachten. Er beharrt darauf: "Griechenland ist kein armes Land, es war lange ein schlecht geführtes." Viele hielten an Privilegien fest, manche drückten Sonderinteressen durch. Die Aufgabe seiner Regierung sei zu groß gewesen für die Zeit, die ihm die anderen Europäer zugestanden hätten.

Anzeige
Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%