GIZ-Chefin Gönner: Deutsche Unternehmen sollen von Entwicklungshilfe profitieren

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Tanja Gönner findet, dass deutsche Firmen künftig stärker von Aufträgen der Entwicklungshilfe profitieren sollten

von Bert Losse

Deutsche Unternehmen sollen künftig stärker von Aufträgen der deutschen Einwicklungshilfe profitieren.

„In vielen Ländern hat das Zusammenspiel von staatlicher Entwicklungspolitik und dem Geschäftsinteresse heimischer Firmen Tradition, denken Sie nur an Frankreich oder China. Als Deutsche sollten wir diese Berührungsängste abbauen“, sagte Tanja Gönner, Vorstandssprecherin der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), im Interview mit der WirtschaftsWoche. Zwar seien staatliche Entwicklungshilfe und entwicklungspolitische Zusammenarbeit „nicht die Akquise-Abteilungen der deutschen Wirtschaft“, so Gönner. „Ich bin aber zugleich strikt dagegen, hier Mauern hochzuziehen.“

Die staatliche GIZ hat daher im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 30 sogenannte Scouts eingestellt und an Industrie-und Handelskammern und andere Wirtschaftsverbände entsandt. „Diese Experten sollen vor allem Mittelständlern die Geschäftschancen in Entwicklungsländern verdeutlichen.“ Ausbauen will die GIZ, die weltweit 17.000 Mitarbeiter beschäftigt, auch das eigene, kommerzielle Beratungsgeschäft. Rund zehn Prozent des Umsatzes von mehr als zwei Milliarden Euro 2012 erwirtschafte die GIZ mit Aufträgen von Privatunternehmen, Stiftungen, der EU und Regierungen. „In diesem Jahr dürfte der Bereich „International Services“, wie wir das Tätigkeitsfeld nennen, wachsen. Es sind noch keine Riesensprünge, aber das Potenzial ist hoch", sagte Gönner der WirtschaftsWoche“.

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So hat die GIZ einen Auftrag aus Saudi-Arabien erhalten, das Land bis 2015 beim Aufbau des beruflichen Bildungssystems zu beraten. „Mit der Regierung von Katar sind wir im Gespräch über ein Projekt, das die Reorganisation des Umweltministeriums und den Aufbau einer Umweltbehörde nach dem Vorbild des Bundesumweltamtes umfasst“, so Gönner. „Für die EU beraten wir potenzielle Beitrittskandidaten bei der Modernisierung ihrer Verwaltung. Und im Auftrag von Shell organisieren und begleiten wir in einem entlegenen Teil von Gabun den Bau einer Straße.“

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