Gleichberechtigung: Merkel hält Zank um Ehe für alle „völlig unnötig“

Gleichberechtigung: Merkel hält Zank um Ehe für alle „völlig unnötig“

, aktualisiert 28. Juni 2017, 16:00 Uhr
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Die Bundeskanzlerin hat den Weg für die „Ehe für alle“ freigemacht.

Quelle:Handelsblatt Online

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält den entbrannten politischen Streit um die Ehe für alle „traurig“ und „völlig unnötig“. Sie kritisiert, dass am Freitag im Bundestag über das Vorhaben abgestimmt werden soll.

DüsseldorfBundeskanzlerin Angela Merkel hat kritisiert, dass der Bundestag auf Druck der SPD schon am Freitag über die Ehe für alle abstimmen soll. In einem Interview mit der WirtschaftsWoche sagte sie: „Wir sprechen hier nicht über eine gesetzliche Fußnote, sondern über Artikel 6 unseres Grundgesetzes und eine Entscheidung, die die tiefsten Überzeugungen von Menschen und die Ehe, einen Grundpfeiler unserer Gesellschaft, berührt. Mir ist es fremd, wie eine solche Entscheidung genau in dem Moment, als sich die realistische Aussicht auf ein fraktionsübergreifendes Vorgehen ergab, in eine parteipolitische Auseinandersetzung gezogen wurde. Das ist traurig, und es ist vor allem auch völlig unnötig. Jeder Abgeordnete soll seinem Gewissen folgen können und ich wünsche mir, dass wir das gerade auch in Zukunft in großem Respekt voreinander und vor den unterschiedlichen Sichtweisen tun . Ich jedenfalls werde alles dafür tun.“

Merkel war am Montag überraschend vom klaren Nein der Union zur Ehe für alle abgerückt, was in ihrer Partei auf Widerstand stieß – und die SPD veranlasste, auf eine rasche Abstimmung zu drängen.

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Die Kanzlerin sagte der WirtschaftsWoche weiter: „Seit vielen Jahren leitet mich die Überzeugung, dass in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften die gleichen Werte wie in der Ehe von Mann und Frau gelebt werden: Liebe, Fürsorge und Verantwortung füreinander und für ihre Kinder. Deswegen haben wir Schritt für Schritt und Rechtsgebiet für Rechtsgebiet noch bestehende Diskriminierungen aufgehoben. Jetzt hat sich in der Tat die grundsätzliche Frage, ob die Ehe auch für gleichgeschlechtliche Partner geöffnet werden soll, noch einmal neu gestellt.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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