Gleichstellung der Geschlechter: Wie uns die Frauenquote die Freiheit raubt
Verweigert eine gesetzliche Frauenquote Frauen prinzipiell ihren Status als unabhängige, selbstverantwortliche, und selbständig entscheidende Individuen?
Foto: dpaSage keiner, wir kämpften nicht. Vor rund einem Jahr schrieben Ärztinnen, Wissenschaftlerinnen, Medizinstudentinnen und andere Beschäftigte des Gesundheitswesens einen Brief an den Bundesminister für Gesundheit, die Vorstände von Hartmannbund, Marburger Bund sowie an Krankenhausdirektoren. Darin machten sie sich für eine Frauenquote stark. „Die Zukunft der Medizin ist weiblich“ heißt es in dem Schreiben. „Heute sind mehr als 60 Prozent der Studierenden im Fach Medizin Frauen. Auf den Führungspositionen der Medizin stagniert die Quote von Ärztinnen seit Jahren unter 10 Prozent, an der Spitze stehen über 90 Prozent Männer“, beschwerten sich die Verfasserinnen. „Erst wenn auch Ärztinnen an entscheidenden Stellen tätig sind und Therapiekonzepte und Strukturen gestalten, werden wir den Gegebenheiten und Anforderungen unseres Gesundheitswesens gerecht – denn auch mehr als die Hälfte unserer Patienten sind weiblich“, schrieben die Autorinnen.
Mit dem X gegen Klischees
Lann Hornscheidt, Professorin an der Berliner Humboldt-Universität, möchte mit einer kleinen Wortänderung traditionelle Geschlechterrollen in der Sprache aufbrechen. Häufig fühlten sich Studierende diskriminiert, weil sie als „Herr“ oder „Frau“ angesprochen würden, sagte Hornscheidt. Die Wissenschaftlerin am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien schlägt vor, etwa von „Professx“ statt von „Professor“ oder „Professorin“ zu sprechen. Die neutralen Endungen entfernten den Zwang, sich einem Geschlecht zuordnen zu müssen. „Die x-Form soll deutlich machen: Es gibt auch noch mehr als Frauen und Männer.“
Foto: FotoliaSchön dem Herrn Professorin zuhören
Gleichberechtigung schön und gut. Eine Radikalkur in Sachen Feminismus gibt es an der Uni Leipzig: Dort sind Männer jetzt auch Frauen - zumindest sprachlich. Denn die neue Verfassung der Universität sieht nur noch weibliche Bezeichnungen vor. Schrägstrichbezeichnungen wie "Professor/in" entfallen und werden durch die weibliche Form ersetzt. So ist mit "Professorin" künftig auch ein Mann gemeint, worauf dann eine Fußnote verweisen soll. Die neue Grundordnung ist zwar noch nicht in Kraft getreten - doch mit einem Widerspruch rechne man nicht.
Foto: dpaFrauenquote für Straßennamen
Für Schlagzeilen sorgt die Gender-Debatte immer wieder. Derzeit steht die Namensgebung für Straßenschilder in Berlin-Kreuzberg im Blickpunkt: Das Jüdische Museum (Foto) möchte seinen Vorplatz nach dem jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn benennen. Doch die Verwaltung sperrt sich dagegen, denn in dem Stadtteil gibt es seit 2005 eine Frauenquote für Straßennamen. Demnach muss die Hälfte der Straßen und Plätze nach Frauen benannt werden. Bis die Quote erreicht ist, dürfen nur noch weibliche Namen vergeben werden.
Foto: REUTERSÄnderung der österreichischen Nationalhymne
Nach langem Rechtsstreit hat Österreich seine Nationalhymne geändert, und ehrt nun nicht mehr nur die „Heimat großer Söhne“ sondern auch der „Töchter“. Aus "Heimat bist du großer Söhne, Volk, begnadet für das Schöne" wurde nach jahrzehntelangen Debatten ab Januar 2012 in der ersten Strophe: "Heimat großer Töchter und Söhne, Volk, begnadet für das Schöne". Geändert wurde auch die dritte Strophe der von Paula Preradovic gedichteten Bundeshymne: Statt „Einig lass in Bruderchören, Vaterland dir Treue schwören" werden nun „Jubelchöre" besungen. Das von manchen bevorzugte "Heimatland" statt "Vaterland" konnte sich hingegen nicht durchsetzen.
Foto: Blumenbüro Holland/dpa/gmsMädchen mit Pistolen in Schweden
Schweden gilt nicht ohne Grund als Vorreiter in Sachen Gleichstellung. Weihnachten 2012 nahm das neue Ausmaße an: Nach massiven Beschwerden über Rollenklischees in einem Spielzeug-Katalog wurde ein geschlechtsneutraler Katalog herausgebracht. Darin posieren kleine Mädchen mit Spielzeugpistolen, Fußbällen und Autos. Kleine Jungs dürfen dafür mit dem rosa Friseur-Set spielen oder Hunde, die mit Schleifchen dekoriert wurden, Gassi laufen.
Foto: dpaGeschlechtsneutrale Vorschule in Schweden
Und noch einmal Schweden. Dort gibt es eine umstrittene geschlechtsneutrale Vorschule namens „Egalia“. In der Einrichtung sollen die Kinder sich so entwickeln, wie sie es möchten, ohne in stereotype Rollenbilder gedrängt zu werden. Die Worte „Junge“ und „Mädchen“ werden nicht in den Mund genommen, stattdessen sagen die Erzieher/innen „Freunde“. Auch bei der Auswahl der Spielsachen werden Klischees vermieden. So gibt es etwa kein einziges Märchenbuch, weil Märchen Klischees vermitteln; traditionelle Lieder wurden umgedichtet.
Foto: dpaUnisex-Toiletten in Berlin
Der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg nimmt sich all jenen an, die sich beim Toilettengang nicht entscheiden können, welche Tür sie nehmen sollen. Wer sich weder als Mann, noch als Frau fühlt, soll zukünftig in öffentlichen Gebäuden Unisex-Toilette nutzen können.
Foto: dpa/dpawebLeitfaden für geschlechtsneutralen Sprachgebrauch
Ein zuweilen grotesk anmutender Auswuchs der Gleichberechtigung ist der geschlechtsneutrale Sprachgebrauch. So hat etwa die Uni Köln (Foto) einen Leitfaden für „geschlechtersensible Sprache“ herausgebracht. Aus dem Bestreben entstehen auch irrsinnige Wortneuschöpfungen wie „Bürger_innensteig“ statt Bürgersteig. Wörter wie „Otto Normalverbraucher“ oder „Krankenschwester“ sollten ausgemustert werden, da es „im Sinne einer gendergerechten Sprache“ vermieden werden solle, „Stereotype zu reproduzieren“, heißt es im Leitfaden. Im alltäglichen Sprachgebrauch hat sich diese Wortakrobatik, Göttin sei Dank, nicht durchgesetzt.
Foto: dpa/dpawebGleichberechtigung auf Spielplätzen
Berliner Bezirke prüfen, ob ihre Spielplätze geschlechtsneutral sind – das heißt, dass sie ebenso für Mädchen und Jungen geeignet sind. Dazu benötigen „nutzungsneutrale Bereiche“ und „multifunktionale Spielangebote“. Dies ergibt sich aus einem 21 Kriterien umfassenden Katalog, mit dem die Berliner Bezirke vorgehen. So haben Studien ergeben, dass Mädchen zwar gerne schaukeln und rutschen - allerdings eher Angst davor haben, wenn diese Spielgeräte im Schatten stehen. Jungen bevorzugen vor allem Bolzplätze und Tischtennisplatten. Mädchen fühlten sich aber davon bedroht, wenn diese nicht klar von anderen Spielbereichen abgegrenzt sind.
Foto: dapdAuch Männer dürfen „Assistentinnen“ sein
Ein Jurastudent „verdiente“ sich einst locker 13.000 D-Mark, indem er sich auf eine Stelle, die für eine „Assistentin“ ausgeschrieben ist, bewarb – er erhielt nie eine Antwort. Als er erfuhr, dass der Job erwartungsgemäß an eine Frau vergeben wurde, verklagt er den Arbeitgeber: Er sei aufgrund seines Geschlechts diskriminiert worden, so die Begründung. Die Immobilienfirma habe ihre Stellenausschreibung nicht geschlechtsneutral formuliert und offensichtlich nur Frauen ansprechen wollen. Die Richter gaben ihm Recht und sprachen ihm letztendlich eine Entschädigung in Höhe von 13.000 DM zu, nachdem zuvor der Europäische Gerichtshof angerufen worden war.
Foto: dapdKinder sollen selbst über ihr Geschlecht entscheiden
Ein Paar in Kanada erzieht seine Kinder geschlechtsneutral, weil es nicht will, dass sie in Schubladen gesteckt werden. Niemand, außer den Eltern, Großeltern und der Hebamme weiß, welches Geschlecht das Kind namens „Storm“ hat. „Storm“ hat schon zwei Brüder mit den geschlechtsneutralen Namen „Jazz“ und „Kio“, die lange Haare haben und auch Kleider oder Rosafarbenes tragen. Sie dürften sich ihre Anziehsachen selbst aussuchen, so die Eltern. „Storm“ soll selbst bestimmen, was „es“ sein möchte und auch den Zeitpunkt, wann das Geheimnis gelüftet wird.
Foto: dpaAngst vor Frauen?
Die Gleichstellungsdebatte führt aber nicht nur zu gesellschaftlich und politischen skurrilen Auswüchsen. Auch einzelne Personen verkündeten eine durchaus seltsam anmutende Änderung ihres Verhaltens. So etwa der Fraktionsvorsitzende der FDP in Schleswig-Holstein, Wolfgang Kubicki, der hier Parteikollegin Cornelia Pieper nach ihrer Wahl zur neuen FDP-Landesvorsitzenden in Sachsen-Anhalt charmant gratuliert. Nach der Sexismus-Debatte um Rainer Brüderle und Stern-Journalistin Laura Himmerlreich kündigte er an, keine Journalistinnen mehr Wahlkampfbegleitung in seinem Auto mitnehmen zu wollen. So wolle er vermeiden, dass eine lockere Bemerkung gegen ihn verwendet werde.
Noch skurriler waren die zur Brüderle-Debatte aufgetauchten Ratschläge, dass Männer besser nicht mehr alleine mit hübschen jungen Frauen im Fahrstuhl fahren sollten. Man(n) kann ja nie wissen...
Foto: dpa
Weil ich als Frau ja besonders neugierig bin, sah ich mich auf der Homepage der vernachlässigten Mitglieder unserer Gesellschaft ein wenig näher um und blieb bei den Worten einer dort näher Genannten hängen.
„Es ist bedauerlich, dass wir Frauen um FAST alles kämpfen müssen“ ist dort zu lesen! Und weiter geht´s mit: „Es ist gut, dass wir nicht nachlassen, genau das zu tun. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen in Universitätskliniken und Krankenhäusern – auf allen Ebenen – könnte lange schon mehr als 40 Prozent betragen. Wir wollen es gesetzlich verankert bis spätestens 2018 umgesetzt wissen.“
Heute, ein Jahr später, scheint der Kampf gewonnen. Der Koalitionsvertrag der Bundesregierung sieht die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote für Aufsichtsräte von Unternehmen vor. Es dürfte nicht lange dauern, bis die Quote auch in anderen betrieblichen Hierarchiestufen Einzug hält.
Ich habe mich schon immer gefragt, was das eigentlich für Frauen sind, die sich nicht scheuen, diesen absurden Geschlechterkampf öffentlich zu führen und sich im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte zudem nicht zu schade sind, sich selber dermaßen der Lächerlichkeit preiszugeben. Was sind das für Frauen?
Ich kenne keine Einzige in meinem Umfeld, die bei einer solchen Art der Lektüre nicht beschämt in Anbetracht ihrer eigenen Weiblichkeit das Gesicht verzieht und mit deutlichem Missfallen zum Ausdruck bringt, wie sehr uns diese angeblich so Benachteiligten jeglichen Anspruch auf Gleichberechtigung versagen.
Wo bleiben die vielbeschworenen Menschenrechte, wenn diese Emanzipationswunder viel lieber Gruppenrechte einfordern? Wo bleibt die Fairness, wenn permanent die Frauenquote für Führungspositionen eingefordert wird, das Geschrei bei der Gleichberechtigung jeglicher unangenehmer Aufgabenerfüllung jedoch vollständig ausbleibt?
Als Alice Schwarzer vor vielen Jahren diesen Geschlechter-Irrsinn begann und den Frauen permanent einredete, was sie doch für bemitleidenswerte Opfer seien, die sich unbedingt gegen die verachtenswerte Männerbrut zu wehren haben, so war das schon damals eine peinliche Angelegenheit. Absolut sehenswert ist das Video, das „Frauenrechtlerin“ Schwarzer mit der Buchautoren Esther Vilar im Februar 1975 führte und damit eindrucksvoll belegte, wie „hässlich“ innerlich und äußerlich verbitterte Frauen aussehen.
Wundert es da irgendjemanden, wenn Männer schreiend weggerannt sind und ganz selbstverständlich nicht auch nur eine Sekunde lang darüber nachdenken wollten, ob sie an ihrer bis dahin noch ganz sicher omnipotenten Stellung in der Gesellschaft etwas ändern sollten?
Ich finde es - gelinde gesagt - zum Würgen, wenn Frauen sich nur einseitig bereichern wollen.
Führungspositionen? Ja, unbedingt! Auch dann, wenn kein anderes Qualitätsmerkmal – im Falle der unzufriedenen Medizinerinnen – vorzuweisen ist als ein abgeschlossenes Studium und die angebliche Benachteiligung durch das männliche Geschlecht.
Mitarbeit bei der Müllabfuhr? Nö – auf gar keinen Fall! Für so eine stinkende und schwere Arbeit sind unsere zarten, manikürten Händchen nicht geeignet – hier brauchen wir keine Gleichberechtigung.
Unterhalt nach einer Scheidung? Aber sicher doch! Im besten Fall mehr als wir jemals in der Lage und willens gewesen wären selber zu verdienen.
EU-Grundrechtskommissarin Viviane Reding will noch in diesem Sommer Gesetzesvorschläge für eine europaweite Frauenquote in Führungsetagen machen. „Ich bin kein Fan von Quoten. Aber ich mag die Ergebnisse, die Quoten bringen“, sagte Reding der Zeitung „Welt“.
Foto: dapdAuch 2010 waren Frauen in den Führungsetagen noch stark unterrepräsentiert. Das ergibt eine Studie von der Unternehmensberatung McKinsey. In Norwegen machen Frauen immerhin 32 Prozent der Vorstände aus, in den USA sind es nur 15 und in Deutschland bloß 13 Prozent. Das sind allerdings zwei Prozent mehr als bei der letzten Erhebung 2007.
Foto: dapdImmerhin: Rund 80 Prozent der deutschen Unternehmen investieren mittlerweile in die Förderung von Frauen sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie - was letztlich auch den Vätern zugute kommt. Viele Förderprogramme seien aber erst 2010 eingeführt worden, heißt es in der Studie. Viel Zeit für Veränderung gab es also bisher nicht. Daher bleibt Deutschland mit Blick auf den Frauenanteil in den Vorstandsetagen internationales Schlusslicht.
Foto: FotoliaDie Experten von McKinsey sagen, dass es den meisten Führungskräften mittlerweile bewusst sei, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Unternehmenserfolg und dem Anteil weiblicher Führungskräfte gibt. Allerdings zählten nur 28 Prozent der weltweit über 300 befragten Unternehmen Gender Diversity zu den zehn wichtigsten Prioritäten. Bei den Unternehmen, die sich aktiv um ein ausgewognes Verhältnis von Frauen und Männern bemühen, sind mehr als 15 Prozent der verantwortlichen Positionen mit Frauen besetzt.
Foto: FotoliaSchaut man sich an, wie viele Frauen international in den Führungspositionen der Großkonzerne sitzen, ergibt sich anhand der repräsentativen 362 Unternehmen ein für Deutschland beschämendes Ranking.
Schweden: 17 Frauen
Großbritannien und USA: je 14 Frauen
Norwegen: 12 Frauen
Russland: 11 Frauen
China: 8 Frauen
Frankreich: 7 Frauen
Spanien und Brasilien: je 6 Frauen
Indien und Deutschland: je 2 Frauen
Foto: FotoliaUnterschiede gibt es auch nach Branchen:
Bei den Vorständen der Unternehmen aus der Konsumgüter- und Einzelhandelsindustrie sowie der Unterhaltungsbranche sind mit 16 Prozent die meisten Frauen vertreten (bei 41 beziehungsweise 30 Unternehmen). Bei Immobiliengesellschaften sind es nur sechs Prozent. In der Unternehmensleitung finden sich mit 13 Prozent die meisten Frauen in technischen und wissenschaftlich arbeitenden Betrieben.
Foto: FotoliaEin Ranking der Hürden, die es auf dem Weg nach oben zu übersteigen gilt, zeigt, dass Frauen immer noch große Probleme haben, Beruf und Familie unter einen Hut zu kriegen.
Die Balance zwischen Job und Familie zu finden, hielten 57 Prozent der Frauen und 47 Prozent der Männer für sehr schwer. Den Druck, überall und zu jeder Zeit erreichbar sein zu müssen, empfanden 42 Prozent der Frauen und 35 Prozent der Männer als sehr unangenehm und 28 Prozent der Frauen sowie 18 Prozent der Männer stören sich am Fehlen von Frauenrollen in der Businesswelt. Dass Frauen schlechter netzwerken als Männer stört 27 Prozent der Frauen und 9 Prozent der Männer. Erstaunlich: Es wünschen sich mehr Männer als Frauen mehr Unterstützung durch den Staat wie beispielsweise durch eine bessere Kinderbetreuung. (Frauen 24 Prozent, Männer 27 Prozent)
Bei den Unternehmen, die sich die sogenannte Gender Diversity auf die Fahnen geschrieben haben, gibt es mittlerweile verschiedenste Instrumente, das Vorankommen von Frauen zu fördern und zu bewerten: 64 Prozent setzen beispielsweise auf flexible Arbeitszeitmodelle für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Unternehmen, die sich nicht aktiv mit der Förderung auseinandersetzen, bieten nur zu 26 Prozent flexible Zeitmodelle an.
56 und 55 Prozent setzen auf spezielle Gender Diversity-Programme und deren Auswertung sowie Programme zur Förderung von Frauen.
Foto: FotoliaDas ist immerhin ein Anfang. Trotzdem zeigt auch eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin, dass die deutschen Managerinnen nicht gerade die Chefetagen stürmen: Seit 2006 ist die Zahl der weiblichen Vorstandsmitglieder in den 200 größten deutschen Unternehmen nur von 1,2 auf 3,0 Prozent im Jahr 2011 gestiegen. In den Aufsichtsräten stieg ihr Anteil im gleichen Zeitraum von 7,8 auf 11,9 Prozent. Allerdings sind mehr als zwei Drittel dieser Frauen Vertreterinnen der Arbeitnehmer, kamen also über Mitbestimmungsregeln in das Gremium. 2011 wurden vier Frauen in Dax-Vorstände berufen, eine schied aus. Ende 2011 gab es damit sieben weibliche Dax-Vorstände und einen Frauenanteil von 3,7 Prozent, bei den Aufsichtsräten waren es 15,7 Prozent.
Foto: dpa-infografik GmbHSo positiv die Entwicklung - auch in ihrer Kleinschrittigkeit - sein mag, so unschön ist folgender Fakt: So beklagt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), dass in keinem anderen europäischen Land das Lohngefälle zwischen Frauen und Männern so groß ist, wie in Deutschland. Vollzeitbeschäftigte Frauen verdienen im Schnitt 21,6 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. In den 34 Industriestaaten, die sich in der OECD zusammengeschlossen haben, liegt die Differenz im Schnitt bei 16 Prozent.
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Es ist eine Schande für all die Frauen, die aus eigener Kraft und mit all den notwendigerweise in Kauf genommenen Entbehrungen und Kompromissen ihre Karriere gemeistert haben. Die Frauen, die aufgrund ihrer Kompetenzen in einem Unternehmen einfach die beste Wahl waren und dafür gekämpft haben, dass sie dahin kommen, wo sie jetzt sind. Die Frauen, deren Stolz es ihnen verbietet, auf gesetzliche Regelungen pochen zu müssen, weil sie sonst keinen Fuß auf den Boden bekommen.
Eine Frauenquote verweigert Frauen prinzipiell ihren Status als unabhängige, selbstverantwortliche, und selbständig entscheidende Individuen und ist daher bezeichnend für eine Gesellschaft, die sich dem Kollektivismus und Sozialismus vollkommen unterwerfen will. Was soll das für ein „Dienst an der Frau“ sein, wenn man ihnen ständig einredet, sie seien erbarmungswürdige Opfer, die dringend fremder Hilfe bedürfen? Die durch wahllose Gesetzte beschützt werden müssen, weil sie zum Selbstschutz zu schwach sind?
Bei dem wilden Geschlechterkampf werden keine Gefangenen gemacht – wer als Frau nicht mitzieht, wird beschimpft und beleidigt. Wer als Frau den Einspruch einlegt, dass es durchaus Geschlechtsgenossinnen gibt, die ihre Rolle als Mutter und Hausfrau schätzen und dies eine unbedingt zu respektierende Haltung ist, gilt bestenfalls als rückschrittlich, im schlimmsten Fall als Feindin der Selbstverwirklichung der Frau.
Liebe Damen, Ihr Weltbild ist ver-rückt! Ganz offensichtlich werden Sie von der Männerwelt im Privaten oder im Beruflichen Ihren eigenen Ansprüchen nicht entsprechend gewürdigt. Das ist bitter, bedarf aber einer näheren Betrachtung der möglichen Gründe. So sicher Sie sich alle sind, dass das von Ihnen wahrgenommene Manko unbedingt in der männlichen Außenwelt und unter gar keinen Umständen in Ihrer Person zu verorten ist, stellt sich die Frage, ob Sie vielleicht einem Trugschluss unterliegen.
Kann es daran liegen, dass viele Frauen gar keine Führungspositionen anstreben? Sie deshalb nicht anstreben, weil das höhere Gehalt in der Regel auch mit einem erhöhten Arbeitsaufwand verbunden ist und die Damen dies nicht leisten wollen oder auch gar nicht können?
Kann es daran liegen, dass Ihre Kompetenzen für die angestrebte Stelle schlichtweg nicht ausreichen sind und Sie sich vollkommen überschätzen?
Ist es möglicherweise auch so, dass manche Frauen gerne die Mutterrolle übernehmen und sie sogar ohne schlechtes Gewissen gerne genießen würden? Potz Blitz – das wäre ja eine Katastrophe! Wie sollen dann nur die ganzen Kitas gefüllt werden, wenn nicht mehr genügend Frauen da sind, die ihre Kinder kurz nach dem Abstillen in gesetzliche Obhut geben wollen und sogar müssen? Wenn unser Finanzsystem endlich wieder auf robuste Beine gestellt und ein nicht enteignendes Steuersystem eingeführt würde? Wenn ein Hauptverdiener in der Familie tatsächlich den Unterhalt leisten und somit ein Lebensmodell gewählt werden könnte, das alle Beteiligten zufrieden macht?
Kann es vielleicht auch so sein, dass Sie einfach intolerante und verzweifelte Frauchen sind, die den Männern nun unbedingt mal zeigen wollen, wo der Hase lang läuft? Dass Sie den harten Weg über Ihre Leistung nicht gehen wollen, wenn der Weg an die Spitze auch viel bequemer möglich ist? Ein Spitzenplatz, den Ihnen niemand mehr wegnehmen kann, auch wenn Sie vollkommen inkompetent sind, weil Ihnen stets die Erfüllung der Quote hilfreich zur Seite steht? Weil Sie von allem nur das Beste wollen ohne den notwendigen Preis bezahlen zu müssen?
Was ist los mit Ihnen? Wie kann eine angeblich intelligente Frau so etwas von sich geben: "Erst wenn auch Ärztinnen an entscheidenden Stellen tätig sind und Therapiekonzepte und Strukturen gestalten, werden wir den Gegebenheiten und Anforderungen unseres Gesundheitswesens gerecht – denn auch mehr als die Hälfte unserer Patienten sind weiblich!"
Ja, genau, wenn ich demnächst ärztliche Hilfe benötige, werde ich sicherstellen, dass mein weiblicher kranker Körper nur von weiblichen gesunden Händen wieder in Ordnung gebracht wird. Es ist ein medizinisches Wunder, dass ich die Behandlung durch männliche Ärzte bis jetzt überlebt habe – wahrscheinlich war das aber einfach nur pures Glück. Wie werde ich nur meine weiblichen Kopfschmerzen los, wenn ich einen solchen Schmarrn lese? Die gute Marie Curie würde vor Scham im Boden versinken...
Man kann diesen Quark aus dem Gesundheitsbereich auf alle anderen Bereiche nur mit dem ganzen zur Verfügung stehenden notwendigen Sarkasmus ertragen; ernst nehmen sich die jammernden Frauen nur selbst!
